Claude: Änderung bei KI-Chatbot – Nutzer fürchten Nachteile
KI-Stimme. Info
Der KI-Chatbot Claude soll künftig Texte mit einer unsichtbaren Kennzeichnung versehen. Damit möchte das US-Unternehmen Anthropic Vorgaben der Europäischen Union zur Transparenz von KI-Inhalten umsetzen. Die Markierung ist für Nutzer nicht sichtbar, kann aber beim Kopieren eines Textes erhalten bleiben.

Anthropic setzt dabei auf ein in den Text eingebettetes Wasserzeichen. Es verändert nach Angaben des Unternehmens weder Bedeutung noch Lesbarkeit der Antwort. Zusätzlich können von Claude erzeugte Dateien mit signierten Herkunftsinformationen versehen werden. Dafür kommt der offene C2PA-Standard zum Einsatz, der Angaben zur Entstehung und Bearbeitung digitaler Inhalte ermöglicht.
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Die neue Technik soll nicht einfach die Frage beantworten, ob ein Text vollständig von Claude stammt. Auch wenn ein Nutzer den Chatbot lediglich zum Korrekturlesen, Übersetzen oder Zusammenfassen eines eigenen Textes verwendet, kann die Ausgabe eine entsprechende Markierung tragen.
Anthropic weist deshalb selbst auf die Grenzen des Systems hin. Eine erkannte Kennzeichnung zeige lediglich, dass ein Inhalt von Claude verarbeitet worden sein könne. Umgekehrt bedeute das Fehlen eines Wasserzeichens nicht automatisch, dass kein KI-System beteiligt war. Eine Markierung kann etwa durch umfangreiche Überarbeitung oder bestimmte Formatkonvertierungen verloren gehen. Bei Dateien können die Herkunftsinformationen ebenfalls entfernt werden, etwa durch erneutes Speichern oder einen Screenshot.
EU verlangt Kennzeichnung von KI-Inhalten
Hinter der Änderung stehen die Transparenzvorgaben des europäischen KI-Gesetzes. Der sogenannte EU AI Act sieht vor, dass KI-generierte Inhalte so gekennzeichnet werden, dass sie von technischen Systemen erkannt werden können.
Anthropic hat den entsprechenden freiwilligen Verhaltenskodex der EU zur Transparenz von KI-generierten Inhalten unterzeichnet. Für neue Claude-Modelle, die seit dem 2. August 2026 in der EU eingeführt werden, ist die maschinenlesbare Kennzeichnung von Anfang an vorgesehen. Ältere Modelle sollen nach Angaben des Unternehmens schrittweise ebenfalls entsprechende Funktionen erhalten.
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Die Kennzeichnung gilt laut Anthropic nicht nur für die normale Claude-Anwendung. Auch Ausgaben über die API sowie Claude Code, Claude Cowork und Claude Tag sollen erfasst werden. Wird ein unterstütztes Modell über Cloud-Angebote von AWS, Google Cloud oder Microsoft Foundry genutzt, können ebenfalls eingebettete Wasserzeichen zum Einsatz kommen.
Wasserzeichen bei KI-Chatbot: Diskussion unter Claude-Nutzern
Die Neuerung stößt unter Nutzern allerdings nicht nur auf Zustimmung. Auf Reddit diskutierten mehrere Anwender darüber, ob ein Wasserzeichen bei KI-Texten sinnvoll oder problematisch sei.
Einige Nutzer befürchten, dass vor allem Menschen Nachteile bekommen könnten, die Claude für kleinere Aufgaben einsetzen, etwa zum Überarbeiten eines Absatzes. Als Beispiel wurde ein Student genannt, der Claude lediglich bittet, einen Absatz neu zu ordnen. Auch Journalisten oder Autoren könnten den Chatbot zum Zusammenfassen, Korrigieren oder Finden von Formulierungen verwenden. Kritiker befürchten, dass solche Texte anschließend als KI-generiert erkannt werden könnten – obwohl die eigentliche Arbeit von einem Menschen stammt.
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Andere halten diese Kritik für überzogen. Sie argumentieren, die Kennzeichnung solle nicht den Urheber eines Textes bestimmen, sondern lediglich darauf hinweisen, dass KI bei seiner Erstellung oder Bearbeitung beteiligt war.
Auch die Frage, wem ein mit Claude erstellter Text eigentlich „gehört“, wurde diskutiert. Kritiker sehen es als widersprüchlich an, dass ein KI-Unternehmen die von seinen Nutzern erzeugten Inhalte mit einer Herkunftsmarkierung versieht. Andere Nutzer wiederum betrachten genau diese Kennzeichnung als wichtigen Schritt, um KI-generierte Inhalte künftig besser erkennen zu können.