Cold Case Sonja K.: Verdächtiger nach DNA-Spur gefasst

Tatverdächtiger festgenommen

Cold-Case nach 31 Jahren gelöst?

Im Mordfall der 24-jährigen Lidl-Filialleiterin Sonja K. aus St. Tönis hat die Polizei mehr als 30 Jahre nach der Tat einen Verdächtigen festgenommen. Neue DNA-Spuren brachten die Ermittler offenbar weiter.

Publiziert: vor 1 Minute

  • Im Mordfall Sonja K. von 1995 wurde ein Verdächtiger verhaftet
  • Neue DNA-Spuren ergaben sich nach einem Zeugenaufruf
  • Der Mord von Seewen 1976 bleibt ungeklärt
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Heisse Spur im Cold Case: Im Mordfall der 24-jährigen Lidl-Filialleiterin Sonja K. aus St. Tönis hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Am 25. Januar 1995 wurde Sonja während der Arbeit gefesselt, geknebelt und erdrosselt. Die Täter erbeuteten mehrere Tausend D-Mark aus dem Tresor.

Nachdem die Ermittler den Cold Case neu aufgerollt und sich im vergangenen Monat mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit gewandt hatten, führten die Ermittlungen zu einer Festnahme. Die Eltern von Sonja sind inzwischen verstorben. Ihre beiden Brüder hoffen weiterhin auf die Aufklärung des grausamen Verbrechens. Blick berichtet von weiteren Cold Cases.

Ungeklärt seit 50 Jahren

Einer der bekanntesten Cold Cases der Schweiz ist der Mord in Seewen SO. Pfingsten 1976: In einem abgelegenen Wochenendhaus in Seewen wurden fünf Menschen erschossen. Drei Frauen, zwei Männer – und ein Täter, der bis heute nicht zweifelsfrei identifiziert werden konnte.

Die Opfer wurden mit einem oder mehreren Schüssen in die Stirn getötet – abgefeuert von einem Armee-Gewehr. Trotz gross angelegter Suche konnte der Fall nie gelöst werden. Doch die Tat stiess eine Initiative an: Mord darf in der Schweiz nie mehr verjähren. Darauf einigten sich National- und Ständerat diesen September. Bisher gilt eine Verjährungsfrist von 30 Jahren.

DNA klärt Cold Case auf

Fälle, die Jahre nach der Tat erst aufgeklärt werden, zeigen, wie wichtig eine lange Verjährungsfrist besonders bei Mord sein kann. Am 20. Dezember 1990 verschwand Brigitte Didier (18) aus Tavannes BE. Sie wollte per Autostopp von Biel nach Hause reisen. Es war ihr letzter Weg. Erst am 5. Januar 1991 machten zwei Jungen unter einem Autobahnviadukt bei Biel eine schreckliche Entdeckung: Sie fanden Brigitte tot. Sie war sexuell missbraucht und mit Messerstichen getötet worden.

Der Durchbruch der Ermittlungen kam 2001: Dank neuer DNA-Analysen liessen sich Spuren unter ihren Fingernägeln auswerten. Sie führten zu einem Mann, der bereits wegen eines anderen Tötungsdelikts im Gefängnis sass. 2005 wurde er wegen der Vergewaltigung und Ermordung von Brigitte zu lebenslanger Haft verurteilt.

Filmreifer Cold Case

Cold Cases begeistern nicht nur True-Crime-Fans, sondern auch Hollywood. Der Fall des Zodiac Killers schaffte es 2007 weltweit in die Kinos. Ende der 1960er-Jahre versetzte ein Unbekannter die Bevölkerung Kaliforniens in Angst. Zwischen 1968 und 1969 tötete er mindestens fünf Menschen. Doch es waren nicht nur die Verbrechen, die den Fall berüchtigt machten – es war das Spiel, das er mit den Ermittlern trieb.

Der Täter schickte verschlüsselte Botschaften und Briefe an Zeitungen, prahlte mit seinen Taten und forderte die Polizei öffentlich heraus. Manche Codes blieben jahrzehntelang ein Rätsel – seine Identität ist es bis heute.