DFB-Pokal: Cottbus verliert nach langem Kampf gegen Augsburg
Knappe Heimniederlage Cottbus verlangt Augsburg alles ab
Stand: 22.08.2026 • 18:53 Uhr
Dieses Mal wurde es nichts mit der Pokalüberraschung: Energie Cottbus ist gegen den FC Augsburg in der 1. Runde des DFB-Pokals ausgeschieden, verlangte dem Favoriten aber alles ab.
0:2 (0:0) hieß es am Ende in Cottbus, wo Energie den Gästen aus Augsburg lange Zeit mehr als Paroli bot, sich aber für die engagierte Vorstellung und die große Moral nicht belohnen konnte. Anton Kade besorgte am Samstag den Führungstreffer für die Gäste (49. Minute), die erst danach mehr Sicherheit erlangten. Mit dem Schlusspfiff traf dann noch Kristijan Jakić (90.+5) zum 2:0-Endstand.
Cottbuser Fangesänge im Augsburger Training
Die Cottbuser träumten natürlich von einer ähnlichen Pokalüberraschung wie im vergangenen Jahr. Da hatte der damalige Drittligist den Zweitligisten Hannover 96 rausgekegelt. Auch wenn der Saisonauftakt für den Zweitliga-Aufsteiger durchwachsen verlief, rechnete sich das Team von Claus-Dieter Wollitz gegen den Bundesligisten etwas aus - unter anderem auch wegen des stimmgewaltigen Rückhalts der eigenen Fans.
Genau deswegen hatte Augsburgs Trainer Manuel Baum im Training eine kuriose Methode parat: Er ließ Fangesänge der Cottbuser Fans lautstark einspielen, "damit jeder weiß, was auf uns zukommt". Baum warnte auch vor dem Gegner: "Die haben echt Qualität und den Riesenvorteil, dass sie schon zwei Spiele in den Beinen haben."
Cottbus von Beginn an ebenbürtig gegen Augsburg
Die Live-Gesänge der Cottbuser erreichten dann auch sofort beeindruckende Dimensionen. Vor allem, da sich ihr Team in den Anfangsminuten als absolut ebenbürtig erwies. Moritz Hannemann (5./9.), Christian Kinsombi (13.) und King Manu sorgten für Gefahr vor dem Augsburger Tor. Energie setzte die Gäste permanent unter Druck, was seinen Trainer Wollitz erfreut haben dürfte, hatte der doch im Vorfeld gerade die Offensive seines Teams deutlich kritisiert.
Es dauerte bis zur 22. Minute, ehe Augsburg zum ersten Mal gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchte. Michael Gregoritschs Kopfball aus elf Metern wurde aber noch so eben geblockt. Offenbar eine Initialzündung, denn ab diesem Zeitpunkt kamen die Gäste besser ins Spiel, allerdings mit vielen Unsauberkeiten und viel Luft nach oben. Dennoch kam Marius Wolf auf der rechten Grundlinie durch, seinen Heber lenkte Energie-Torwart Marcel Lotka mit den Fingerspitzen auf das Cottbuser Gehäuse (33.). Und Wollitz gab an der Seitenlinie das Rumpelstilzchen, monierte eine Abseitsposition.
Die beste Chance der ersten Hälfte besaß dann seine Elf: Hannemann und Julian Guttau liefen im Zwei-gegen-Eins gemeinsam auf Keven Schlotterbeck zu. Hannemann entschied sich für den eigenen Abschluss, statt den Ball auf den völlig freien Guttau abzulegen, bekam aber keinen gefährlichen Schuss zustande (36.) - definitiv nur die zweitbeste Option. Dennoch, die Cottbuser Fans honorierten die starke Vorstellung ihres Teams beim Halbzeitpfiff mit großem Tamtam.
Kalte Dusche für Cottbus kurz nach der Pause
Die Begeisterung wich kurz nach dem Wiederanpfiff Entsetzen. Da landete der Ball bei Augsburgs Anton Kade, der ihn sich kurz vor dem Strafraum auf den rechten Fuß legte, Borgmann stehen ließ, aus 18 Metern mit rechts aufs linke untere Eck abzog und zum 0:1 traf (49.).
War Energie durch diese kalte Dusche geschockt? Mitnichten. Kinsombi verpasste zweimal knapp den Ausgleich (54.). Und Wollitz reagierte mit einem Dreifachwechsel, für Hannemann, Doumbia und Kinsombi kamen Butler, Rorig und Cigerci. Trotz der teilweise wütenden Angriffe der Gastgeber agierten die Augsburger nun deutlich besser sortiert und sorgten immer wieder für Entlastung. Dennoch hätte der eingewechselte Henry Rorig dem Spiel wieder einen anderen Stempel aufdrücken können, schlug aber wenige Meter vor dem Augsburger Tor über den Ball (66.).
Den endgültigen K.o. für Energie verpasste Augsburgs Noahkai Banks, als er den Ball aus elf Metern nur an die Latte des leeren Cottbuser Tores jagte (83.). Und obwohl der FCE bis zum Schlusspfiff alles nach vorne warf, zum Ausgleich reichte es nicht mehr. Im Gegenteil: Bei einem Konter zerstörte Jakić mit einem wuchtigen Schuss aus elf Metern endgültig alle Cottbuser Hoffnungen. Schiedsrichter Robin Braun pfiff gar nicht wieder an.