Cyberkriminalität: Ermittler stoppen Handel mit Nacktaufnahmen

Eine Plattform soll intime Bilder illegal zum Kauf angeboten haben. Französische Ermittler haben das Angebot nun vom Netz genommen.

8. Oktober 2026 um 08:17 Uhr / Przemyslaw Szymanski und dpa

Die Einheit UNCyber der französischen Gendarmerie ermittelt im Fall Nude Leaks Teens (Bild: JOEL SAGET / AFP via Getty Images)

Die Einheit UNCyber der französischen Gendarmerie ermittelt im Fall Nude Leaks Teens Bild: JOEL SAGET / AFP via Getty Images

Französische Ermittler haben die Internetplattform Nude Leaks Teens vom Netz genommen, über die Kriminelle Datenpakete mit intimen Aufnahmen von mehr als 17.000 Frauen ohne deren Zustimmung vertrieben haben sollen. Die Abschaltung sei in Zusammenarbeit mit US-Behörden erfolgt, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft (PDF-Datei)(öffnet im neuen Fenster) mit. Drei damit zusammenhängende Webseiten seien geschlossen worden.

Im Zuge der Ermittlungen seien am 6. Oktober 2026 zwei Brüder im Alter von 21 und 25 Jahren mit Wohnsitz in Nordfrankreich festgenommen worden, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Sie stünden im Verdacht, die Hauptbetreiber der Plattform gewesen zu sein. Die Ermittler hätten zudem Kryptowährungen im Gesamtwert von über 700.000 Euro beschlagnahmt.

Intime Aufnahmen aus verschiedenen Quellen

Die auf der Plattform zum Verkauf angebotenen Fotos hätten sowohl aus Hackerangriffen auf Social-Media-Konten gestammt als auch aus Cybergrooming-Fällen, bei denen Erwachsene sich online mit sexuellen Absichten das Vertrauen von Minderjährigen erschleichen.

Außerdem habe es sich um sogenannte Rachepornos gehandelt. Das sind zunächst mit Einwilligung entstandene Nacktaufnahmen, die ein Partner nach dem Ende einer Beziehung unerlaubt verbreitet, um dem anderen zu schaden. Betroffen seien Frauen aller Nationalitäten, darunter auch Minderjährige.

Opfer unter echten Namen erfasst

Die betroffenen Frauen seien auf der Plattform einzeln unter ihren richtigen Namen erfasst und nach Alter, Wohnort, Beruf und Schönheitsgrad – bewertet auf einer Skala von eins bis zehn – katalogisiert worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zur Identifizierung der Opfer wurden Nutzer der Webseiten dazu angeregt, gegen eine Belohnung in virtueller Währung entsprechende Daten bereitzustellen.

Betroffene Frauen können sich per E-Mail unter [email protected] an die nationale Cyber-Einheit der französischen Gendarmerie wenden. Der Aufruf richtet sich sowohl an Französinnen als auch an Frauen aus anderen Ländern.

Den beiden mutmaßlichen Betreibern drohen bei einer Verurteilung wegen der Bereitstellung einer Plattform für illegale Transaktionen in organisierter Form nach französischem Strafrecht bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu einer Million Euro.