Dachauer Kino soll am Bahnhof neu entstehen – Stadt sucht Betreiber

Stand: 21.09.2026, 18:27 Uhr

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Seit Jahresende geschlossen: das Cinema in Dachau-Ost.

Bereits seit Jahresende geschlossen: das Cinema in Dachau-Ost. © hab

Die Stadt Dachau will ein Grundstück an der Bahnhofstraße 7 nur unter der Bedingung verkaufen, dass dort ein Kino entsteht. Ob ein Betreiber gefunden wird, ist noch offen.

Dachau – Die Corona-Pandemie forderte viele Opfer. Eines davon: die Kinos. Die hatten während der monatelangen Lockdowns nicht öffnen dürfen, was die Filmfreunde weltweit in die Arme der großen Streaming-Anbieter wie Netflix trieb. Nach der Pandemie konnten die Kinos ihre alte Beliebtheit nie wieder zurückerlangen – zu sehr hatten sich die Nutzer bereits an das bequeme Film- und Serienschauen auf der heimischen Couch gewöhnt. Übrig blieben am Ende nur große Multiplex-Kinos und kleine Arthouse-Filmtheater. Mittelgroße Kinos in mittelgroßen Städten dagegen machten reihenweise dicht. Darunter auch das Dachauer Cinema.

Vielleicht sind Kinos ein Ding der Vergangenheit. Aber ich glaube das nicht.

Die Stadtverwaltung aber möchte sich nicht damit abfinden, dass aus der Kino-Stadt Dachau eine Kino-Wüste wurde. An der Bahnhofstraße 7, also auf einem Grundstück, das – noch – der Stadt gehört und das in den kommenden Jahren neu bebaut wird, soll das neue Dachauer Kino entstehen. „Wenn Kino, dann an dieser Stelle“, erklärte Oberbürgermeister Florian Hartmann am Mittwoch im Bau- und Planungsausschuss den Stadträten seine Pläne. Auch Bauamtsleiter Moritz Reinhold wollte die Räte vom Versuch, ein neues Kino in die Stadtmitte zu locken, überzeugen: „Vielleicht sind Kinos ein Ding der Vergangenheit. Aber ich glaube das nicht.“

Der Plan, für den sich die Rathausverantwortlichen daher die einhellige Zustimmung der Stadträte abholten, lautet nun folgendermaßen: Das bisherige Konzept, das für den Bereich rund um die Bahnhofstraße 7 vor sechs Jahren ausgearbeitet worden war und das bislang lediglich eine Wohn- und Gewerbenutzung vorsieht, soll nun um kulturelle beziehungsweise Freizeitangebote erweitert werden.

Selbst bauen will die Stadt nicht

Selbst bauen wird die Stadt allerdings nicht. Das Gebäude an der Bahnhofstraße 7, das sie 2008 von der Post gekauft hat und seitdem an den teilprivatisierten Staatskonzern zurückvermietet, ist sanierungsbedürftig. Da der Mietvertrag ausläuft und unter Umständen ein Mieterwechsel stattfindet, der teure Investitionen in die Immobilie erfordern würde, will die Stadt das Ensemble nun loswerden – allerdings nur unter der Bedingung, dass der neue Eigentümer das Nutzungskonzept so weit wie möglich umsetzt.

Und hier käme das Kino ins Spiel: „Wenn wir einen interessierten Betreiber finden, würden wir diesen mit dem Eigentümer zusammenbringen“, so Hartmanns Plan. „Wenn‘s klappt, ist es gut. Wenn‘s nix wird, wird‘s nix.“ Für den interessierten Betreiber würde die Stadt nach Worten von Bauamtsleiter Reinhold „über ein Stöckchen springen“ – und dem künftigen Bauherrn sogar mehr Baurecht einräumen als bislang geplant. Denn, klar, ein Kino hat ein größeres Volumen als ein einfaches Geschäftshaus.

Die Stadträte fanden die Idee gut. Volker C. Koch (SPD): „Ein Kino wäre ein Traum! Der Standort ist ideal!“ Martin Modlinger (Grüne) sah die innerstädtische Lage als besonderen Vorteil an: „Viele Kinos sind außerhalb der Stadt, und genau das ist ihr Problem.“ Der Standort Bahnhof könnte für einen Investor daher „schon eine andere Kalkulation bedeuten“.

CSU-Sprecher ist skeptisch

CSU-Sprecher Peter Strauch war skeptischer. Natürlich sei die Idee „nett“. Allerdings seien Kinos ein „sinkender Markt“. Er wolle daher ungern, dass die Entwicklung und Vermarktung des Areals durch die Suche nach einem möglichen Kinobetreiber verzögert werde.

Stadtbaumeister Reinhold versprach, dass der Kino-Plan „uns nicht behindert“. Neben Gesprächen mit Kinobetreibern oder -entwicklern werde aktuell auch mit der Bahn verhandelt. Die will ja ebenfalls Grundstücke am Bahnhof veräußern und könnte, nach Reinholds Plan, mit der Stadt ein gemeinsames Konzept für die künftige Bebauung absegnen. „So können wir entscheiden, was da einmal reinkommt. Die Bahn ist fast so weit, das einzusehen.“

AfD-Stadtrat Markus Kellerer regte noch an, der Post das städtische Grundstück an der Bahnhofstraße 7 als Erstes anzubieten, schließlich sei der Standort für die Bürger ideal. OB Hartmann aber gab zu bedenken, dass die Post das Grundstück 2008 an die Stadt verkauft habe. Warum also solle sie es jetzt zurückhaben wollen?

Immerhin hat die Post wohl durchblicken lassen, „eine Filiale für Kunden weiterhin in Bahnhofsnähe betreiben zu wollen“. Ihr Verteilzentrum, so heißt es aus dem Rathaus, wird die Post aber „mittelfristig vom Bahnhof an einen anderen Standort in Dachau verlegen“.

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