Dammbruch bei Unwetter in Österreich: Wassermassen schießen durch Alpenort – Urlauber aus Hütte evakuiert

Stand: 07.08.2026, 07:13 Uhr

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Bei Starkregen treten Bäche in Österreich über die Ufer. Einer schießt mit Schlamm und Geröll durch Uttendorf. Ein anderer zerstört Brücken im Kötschachtal.

Uttendorf – Es kam plötzlich und mit voller Wucht. Am Donnerstagnachmittag (6. August 2026) verwandelte gewitterartiger Starkregen mehrere Bäche im Pinzgau und Pongau in reißende Flüsse und hinterließ eine Spur der Verwüstung quer durch das Salzburger Innergebirge.

Nach starken Regenfällen ist der Tobersbach über die Ufer getreten und hat Überschwemmungen und Murgänge verursacht: Im österreichischen Uttendorf gab es dennoch keine Verletzten.

Nach starken Regenfällen ist der Tobersbach über die Ufer getreten und hat Überschwemmungen und Murgänge verursacht: Im österreichischen Uttendorf gab es dennoch keine Verletzten. © Expa/Jfk/picture alliance/dpa/APA

Am härtesten traf es die Gemeinde Uttendorf im Oberpinzgau. Dort hielt ein Rückhaltebecken des Tobersbachs dem sintflutartigen Regen nicht mehr stand und brach. „Die Wassermassen sind regelrecht durch den gleichnamigen Ortsteil Tobersbach geschossen“, sagt Franz Fritzenwanger, Ex-Bezirksfeuerwehrkommandant und Pressereferent der örtlichen Feuerwehr, den Salzburger Nachrichten. Felder, Wiesen und Keller wurden überflutet. Personen kamen nach ersten Informationen nicht zu Schaden. Luftbilder zeigen das Ausmaß der Verwüstung in der 3000-Einwohner-Gemeinde.

Sperre vor Uttendorf hielt Unwetter in Österreich nicht stand – auch Brücken in Stuhlfelden zerstört

Stefan Herbst, der Katastrophenschutzreferent des Landes für den Pinzgau, erklärte: „Beim Tobersbach hat eine in die Jahre gekommene Sperre den Wassermengen nicht mehr standhalten können. Im Herbst ist ein Hochwasserschutzprojekt geplant – das Unwetter kam da leider zuvor.“

Auch Stuhlfelden wurde schwer getroffen. Der Pirtendorferbach trat massiv über die Ufer. Zwei Brücken wurden weggerissen, Keller liefen voll. Laut ORF liefen in ganz Österreich verschiedene Großeinsätze der Feuerwehren.

Brücken bei Bad Gastein zerstört: Urlauber mit Helikopter aus Hütte im Kötschachtal evakuiert

Dramatisch war die Lage auch im Kötschachtal bei Bad Gastein. Muren und Geröll zerstörten gleich drei Brücken – die Seiserbrücke, den Seisersteg und die Himmelwandbrücke – und machten Straßen unpassierbar. Elf Personen saßen in der Prossauhütte im Talschluss fest. Sechs von ihnen wurden mit dem Polizeihubschrauber „Libelle“ aus Klagenfurt ausgeflogen, darunter eine Person, die dringend Medikamente benötigte. Die restlichen fünf Personen sind Hüttenpersonal. „Die bleiben vorerst auf der Hütte. Zum Glück wurde niemand verletzt. Freitagfrüh werden wir das Ausmaß der Schäden begutachten, es ging alles unglaublich schnell“, sagte Bad Gasteins Bürgermeister Norbert Ellmauer dem ORF. Erst wenige Tage zuvor hatte eine Gewitterfront das Inntal in Tirol schwer getroffen. Muren gingen ab, eine Gruppe von Wanderern wurde evakuiert.

Der Oberpinzgau war der Hotspot des Unwettergeschehens. Am frühen Abend erfassten die Gewitter auch den Flachgau und die Stadt Salzburg – dort zählte die Feuerwehr bis zum späteren Abend 13 weitere Einsätze. (Quellen: Salzburger Nachrichten, ORF) (moe)