Daniel Hanslik über seinen Start beim VfL Bochum: „Träume werden manchmal wahr“

Stand: 26.09.2026, 18:00 Uhr

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Daniel Hanslik VfL Bochum, nach Einwechslung

Einwechslung: Daniel Hanslik (links) kommt auf den Platz. © VfL Bochum

Bad Hersfelds bekanntester Fußballer spielt nun für den VfL Bochum. Daniel Hanslik spricht über seinen Einstieg bei einem der bedeutendsten Ruhrpott-Vereine. Der 29-jährige Offensivspieler kämpft derzeit um Einsatzzeit in der 2. Bundesliga.

Bochum – Bochum statt Kaiserslautern, Ruhrgebiet statt Pfalz: Daniel Hansliks Karriere ist seit dieser Saison um ein Kapitel reicher. Nach fast sechs Jahren in Diensten des 1. FC Kaiserslautern trägt der gebürtige Bad Hersfelder nun das Trikot des VfL Bochum. Bei seinem neuen Verein kam der 29-Jährige an den ersten sechs Spieltagen der 2. Liga viermal zum Einsatz. Mit der Hersfelder Zeitung sprach Hanslik über:

Seinen Wechsel zum VfL Bochum: „Grundsätzlich war meine Zeit in Kaiserslautern vorbei. Im Sommer gab es einige Anfragen, über die ich sehr erfreut war. In der vergangenen Saison war ich schließlich eher Rotationsspieler und kein gesetzter Stammspieler. Ich hatte einige Möglichkeiten in Deutschland, aber auch im Ausland – bei Vereinen, die jetzt in der Europa League oder Conference League spielen oder auch in der Champions-League-Quali waren. Ich habe mich mit voller Überzeugung für Bochum entschieden. Die Gespräche waren gut. Der VfL hat ein positives Umfeld, eine starke Fangemeinde. Ein familiärer Verein aus dem Ruhrpott – ich finde, das passt gut zu mir und zu meiner Spielweise, niemals aufzugeben.“

Seinen Start: „Optimal war er tatsächlich nicht. Der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist ein völlig anderer als in der Pfalz. Entsprechend verlief die Wohnungssuche anfangs sehr schwierig, ganz anders, als ich es aus Kaiserslautern gewohnt war. Es hat Zeit gebraucht, bis ich richtig angekommen war und einen Alltag, eine Routine entwickelt habe. Vielleicht hat sich das in meiner Spielzeit widergespiegelt. Sportlich bin ich nicht optimal gestartet. Das hatte ich mir anders vorgestellt – aber manchmal ist das so. Trotzdem haben Verein und Mannschaft mich sehr gut aufgenommen. Ich fühle mich hier sehr wohl und arbeite weiterhin hart. Wenn das Sportliche noch hinzukommt und ich in Zukunft eine tragende Rolle spielen kann, wäre es optimal.“

Das Aufstiegsrennen in der 2. Liga: „Es ist, wie jedes Jahr - sehr ausgeglichen. Gefühlt will und kann die halbe Liga aufsteigen. Im Laufe der Saison können viele kleinere Momente von entscheidender Bedeutung sein. Die konstantesten Teams werden sich oben festsetzen. Gegenwärtig bin ich vom 1. FC Nürnberg sehr positiv beeindruckt, weil er sehr attraktiven Fußball spielt. Der 1. FC Heidenheim hat fast seine ganze Mannschaft gehalten. Und Hertha BSC hat den optimalen Start hinbekommen. In der Regel landen Mannschaften mit so einem Start am Ende unter den Top Fünf. Großer Favorit ist aber immer noch der VfL Wolfsburg. Von der individuellen Qualität ihrer Spieler her müssen sie eigentlich aufsteigen.“

Die Ziele des VfL Bochum: „Wir haben einen riesigen Umschwung, es gab so viele Transferbewegungen wie noch nie. Es sind wohl annähernd 40 insgesamt, wenn man Zu- und Abgänge auflistet. Ich glaube, dass wir uns als Team noch finden müssen. Von der Qualität her sind wir wirklich gut besetzt für die Liga. Wir wollen eine Mannschaft sein, die schwer zu besiegen ist. Bisher gelingt uns das ganz gut, auch wenn Rückschläge wie in den Partien, die wir nicht gewinnen konnten, obwohl wir unterm Strich oft das bessere Team waren, immer noch vorkommen.“

Seine Rolle im Team: „Sportlich bin ich gerade nicht erste Wahl. Mit Philipp Hofmann habe ich jemanden vor mir, der für mich zu den Top-3-Stürmern der Liga zählt. Mein Problem ist, dass ich kein richtiger Neuner und kein klassischer Zehner bin, sondern etwas dazwischen. Aktuell spielen wir ein System mit beiden Rollen. Aber Einsätze sind da, meine Stärken sind allerdings noch nicht groß zum Vorschein gekommen. Auf dem Platz ist das eine, das Außerhalb des Platzes ist aber auch wichtig. Da helfe ich, biete Unterstützung an. Viele junge Spieler suchen einen Rat bei mir. Gerade mit ihnen machen wir nach den Einheiten noch etwas zusätzlich. Da sehe ich auch meine Aufgabe: den Jungs Tipps zu geben. Auch mentale Gesundheit ist ein wichtiges Thema. Auf uns Spielern lastet ein enormer Druck.“

Bochum-Trainer Uwe Rösler: „Er ist sehr energiegeladen. Ich habe selten jemanden gesehen, der jeden Tag mit so viel Enthusiasmus angeht und jeden Tag versucht, das Maximum herauszukitzeln. Unser Trainer ist sehr emotional, sehr leidenschaftlich und natürlich auch mal laut. Er ist ein Motivator. Er hat selbst viel im Leben durchgemacht und versucht, uns jeden Tag ans Maximum zu bringen. Ich würde ihn als Kämpfer beschreiben, der zudem sehr menschlich ist.“

Herbert Grönemeyers Lied „Bochum“: „Es wird hier vor jedem Heimspiel gespielt. Es ist ein überwältigendes Gefühl, wenn das Stadion mitsingt, und es verleiht den Partien etwas mehr Brisanz. Man weiß dann: Jetzt geht es los. “

Seine Zeit beim 1. FC Kaiserslautern: „Es war ganz klar bisher die schönste Zeit meiner Karriere, ein perfektes Match. Wir haben uns dort zuhause gefühlt, die ganze Pfalz hat uns gefallen. Der Verein ist sehr besonders für mich. Ich hatte dort so viele positive Erlebnisse und habe mich als Person entwickelt – weil wir gute und schlechte Zeiten erlebt haben. Am Anfang Abstiegskampf in der 3. Liga, dann der Aufstieg, das Pokalfinale, sich in der Liga zu etablieren. Darauf bin ich sehr stolz. Ich hatte eine tragende Rolle, auch auf dem Platz. Und ich habe immer eine unheimliche Wertschätzung gespürt.“

Seine Ziele: „Kurzfristig gesehen: Erfolge feiern, mehr Spielanteile haben, mit der Gruppe zusammenwachsen. Scorer sind natürlich wünschenswert (lacht). Wir werden uns bald wahrscheinlich neue Etappenziele setzen. Eine genaue Zahl habe ich aber nicht im Kopf. Ansonsten: gesund bleiben, die Situation als privilegiert ansehen und jeden Tag nutzen. Ich möchte so lange wie möglich Fußball spielen.“

Den Fußball in seiner Heimatregion:

„Ich verfolge ihn auf jeden Fall. Mein Bruder Dominik hatte einen Achillessehnenriss, deswegen war ich weniger präsent. Einige meiner Freunde spielen in Niederaula, wie Vincent Bernt oder Nils Wenzel. Bei meinem Heimatverein SV Unterhaun spielt Lucas Führer. Wenn ich in der Heimat bin, versuche ich, das eine oder andere Spiel anzuschauen. Außerdem verfolge ich bei YouTube Zusammenfassungen. Die Bindung zum heimischen Fußball ist also immer noch da, aber die Zeit erlaubt es nicht, so viel zu sehen. Und: Der SV Unterhaun unterstützt mich: Wenn ich in der Heimat bin, kann ich zum Beispiel auf dem Platz trainieren.“

Daniel Hanslik, geboren 1996 in Bad Hersfeld, spielte in der Jugend für den JFV Bad Hersfeld, später trug er das Trikot des SVA Bad Hersfeld. In der Saison 2016/17 machte er mit 22 Toren für den SV Steinbach auf sich aufmerksam. Nach Stationen in Wolfsburg, Kiel und Rostock zog es ihn 2020 zum 1. FC Kaiserslautern. Laut „transfermarkt.de“ hat er einen Marktwert von 800.000 Euro. (Steffen Schneider)

Zur Person

Daniel Hanslik, geboren 1996 in Bad Hersfeld, spielte in der Jugend für den JFV Bad Hersfeld, später trug er das Trikot des SVA Bad Hersfeld. In der Saison 2016/17 machte er mit 22 Toren für den SV Steinbach auf sich aufmerksam. Nach Stationen in Wolfsburg, Kiel und Rostock zog es ihn 2020 zum 1. FC Kaiserslautern. Laut „transfermarkt.de“ hat er einen Marktwert von 800.000 Euro.