Das 60-Dollar-Brot im Vergleich: Wer bäckt das beste Roggenbrot in Wien?

Brot-Test

Das 60-Dollar-Brot im Vergleich: Wer bäckt das beste Roggenbrot in Wien?

Wir haben reine Roggenbrote aus zehn Bäckereien in Wien getestet

Leonie Tupy

Eine Auswahl verschiedener Roggenbrote mit rustikaler Kruste, angeordnet auf einem hellgelben Hintergrund.
Roggenbrot-Auswahl aus Wiener Bäckereien.

Der Grazer Bäckermeister Martin Auer geht gerade mit seinem Roggen-Natursauerteig-Brot "Rye" viral. In seinem neu eröffneten Standort in New York wird der 1,5-Kilogramm-Laib um 60 Dollar verkauft und sorgt damit für große Diskussionen. Wie schmeckt das Hype-Brot überhaupt und ist es im Vergleich das beste Brot in Wiener Bäckereien? Die STANDARD-Redaktion hat das Brot von Martin Auer und neun weitere Brote aus Roggenmehl getestet.

Die Grazer Konkurrenz: Sorger

Ein rundes Roggenbrot mit rustikaler Kruste und Mehl bestäubt, auf einem hellgelben Hintergrund.
Flacher Roggenbrot-Laib vonder Bäckerei Sorger.

Der Flache Laib ähnelt optisch dem Auer-Brot. Beim Test-Team weckt der Kandidat jedoch gemischte Gefühle. Eine Testerin beschreibt die Kruste sogar als "fantastisch", andere mögen es lieber noch rescher und sehen Luft nach oben. Die Krume wird durchwegs als sehr saftig bewertet. Der Geruch ist gut, aber sehr fein. Fazit: Solide und gut, aber da geht mehr!

Kruste: 8/10
Krume: 7/10
Geruch: 6/10
Geschmack: 8/10

Gesamteindruck: 7/10

Sorger, Bio Vinschgauer, 650g um € 6,70 (€ 10,31/kg)

Das Sanfte: Parémi

Ein rundes Roggenbrot mit rissiger, bemehlter Kruste vor einem hellgelben Hintergrund.
Pain au Seigle von Parémi.

Das Roggenbrot der französischen Bäckerei überzeugt eine Testerin vor allem in Sachen Geruch: "JA! So soll das sein", heißt es euphorisch. Ein anderer findet wiederum, es "riecht nach Knäckebrot". Auch sonst bekommt das Parémi-Brot überwiegend gute Noten. Der Laib wird mit seinem feinen Geruch und leicht mehliger Kruste als sehr angenehm empfunden – manchen ist das jedoch ein wenig zu fad. Bei der Optik kann das Brot wiederum punkten: "Optisch eindeutig am ansprechendsten", urteilt eine der Testerinnen.

Kruste: 8/10
Krume: 7/10
Geruch: 8/10
Geschmack: 7/10

Gesamteindruck: 7/10

Parémi, Pain au Seigle, 500g um € 4,70 (€ 9,40/kg)

Das "Normalo"-Brot: Der Mann

Ein Laib Roggenbrot mit leicht bemehlter Kruste, auf einem hellgelben Hintergrund platziert.
Sehr hell: Roggen-Katenbrot von Der Mann.

"Einheitsbrei ohne Unterschied zwischen Krume und Kruste", lautet das Urteil zumindest einer Testerin. Auch die anderen überzeugt das Bio-Roggenbrot der Bäckerei Mann nicht. Die Kruste ist "letschert" und das Brot eher langweilig und nichtssagend, befindet das Test-Team. Auch die Farbe sticht heraus, im Vergleich zu den anderen ist es sehr hell, fast gräulich.

Kruste: 2/10
Krume: 5/10
Geruch: 4/10
Geschmack: 3/10

Gesamteindruck: 4/10

Der Mann, Bio-100% Roggenbrot, 500g um € 4,05 (€ 8,10)

Etwas zu teigig: Öfferl

Ein Laib Roggenbrot mit bemehlter Kruste auf hellem, gelbem Hintergrund.
"Rainer Roggen": Roggenbrot mit Traubensaft von Öfferl.

Nicht so beliebt ist auch das Roggenbrot in Kastenform von Öfferl. Die Krume wird als "zu teigig" oder sogar "nass und grauslich" empfunden und die Kruste könnte knuspriger sein. Andere wiederum finden den Geschmack saftig und alles in allem gut. Das Ergebnis: ein wenig aussagekräftiger Mittelwert. Auffällig ist dennoch etwas: Das Brot hat eine süße Note, denn die Bäckerei Öfferl mischt Traubensaft in den Teig von "Rainer Roggen". Diese zusätzliche Geschmacksnote muss man mögen.

Kruste: 5/10
Krume: 5/10
Geruch: 6/10
Geschmack: 6/10

Gesamteindruck: 5/10

Öfferl, Bio Rainer Roggen, 700g um € 8,90 (€ 12,71/kg)

Die Definition von "Okay": Ströck

Ein rundes Roggenbrot mit rissiger Kruste und bemehlter Oberfläche, präsentiert vor einem hellgelben Hintergrund.
Großer Laib: Roggenbrot von Ströck.

Eines der billigsten Brote auf der Liste wird als solide abgestempelt, so richtig überzeugen kann es jedoch nicht. Die Luftlöcher in der Krume werden als gut bewertet, das Brot an sich als "ein bisserl fad". Die Kruste könnte außerdem rescher sein. Eine Testerin findet wiederum, es handle sich um "ein klassisches Oma-Brot" und ist zufrieden. Andere Testerinnen und Tester verorten allerdings einen "undefinierbaren Beigeschmack" und "leicht fischigen Geruch", was zu eher unterdurchschnittlichen Noten führt.

Kruste: 5/10
Krume: 6/10
Geruch: 4/10
Geschmack: 5/10

Gesamteindruck: 5/10

Ströck, Bio-Ur-Roggenbrot, 700g um € 4,29 (€ 6,13/kg)

Das "Dinkel-Mama-Brot": Gradwohl

Ein Laib dunkles Roggenbrot, bestreut mit Haferflocken, auf einem hellbeigen Hintergrund.
"Es schmeckt gesund": Vollkorn Roggenbrot von Gradwohl.

Erinnert an Müsliriegel: Die Krume des Kastenbrots ist eher trocken und bröselig. Die Kruste lässt zu wünschen übrig und das Brot wird gesamt eher als unattraktiv gesehen. "Es schmeckt gesund" heißt es von einer Testerin. Uns konnte das Brot leider nicht überzeugen. Aber wie eine Testerin treffend formuliert: Es gibt vermutlich eine andere Zielgruppe für das Brot: "Meine Mama würde genau so ein Brot kaufen".

Kruste: 2/10
Krume: 3/10
Geruch: 5/10
Geschmack: 4/10

Gesamteindruck: 4/10

Gradwohl, Bio Vollkorn Roggenbrot, 500g um € 5,00 (€ 10/kg)

Kein klassisches Roggenbrot: Joseph-Brot

Ein Laib Roggenbrot mit einer dunklen, rustikalen Kruste und leicht bemehlter Oberfläche, präsentiert auf einem hellgelben Hintergrund.
Saftig und süß: Das Roggenbrot von Joseph-Brot

Auf Unmut stößt bei unserem Test-Team das Waldstauden Roggenbrot der Bäckerei Joseph: Es ist kein klassisches Roggenbrot. Die Krume ist sehr weich, saftig und "riecht nach Most". Ähnlich wie beim Öfferl-Brot kommt Apfelsaft mit in den Teig. Das merkt man und ist eindeutig eine Geschmackssache. Unsere Testerinnen und Tester sind keine Fans: "Es schmeckt zuckersüß, das mag ich gar nicht" und “Weniger süß wäre es besser", heißt es. Eine andere Testerin findet das Brot wiederum "gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie auch geil". Eines ist sicher: Das kontroverse Brot ist mit 13,17 Euro pro Kilogramm jedenfalls das Teuerste in unserem Test.

Kruste: 4/10
Krume: 6/10
Geruch: 5/10
Geschmack: 4/10

Gesamteindruck: 4/10

Joseph-Brot, Bio Waldstauden Roggenbrot, 600g um € 7,90 (€ 13,17/kg)

Eher unspektakulär: Felzl

Ein Laib Roggenbrot mit bemehlter Kruste vor hellem Hintergrund.
Roggenbrot von der Bäckerei Felzl

Ein solides Brot, aber nicht umwerfend: Die Kruste ist kross, die Krume allerdings trocken und "zu durch". Das kleine Brot von Felzl sieht zwar schön aus, kann geschmacklich aber nicht ganz überzeugen. Alles in allem finden einige Testerinnen und Tester das Brot gut, aber "fad" und wenig aufregend. Der Geruch ist leicht, aber unspektakulär. Fazit: Das Brot könnte mehr Pep vertragen.

Kruste: 7/10
Krume: 5/10
Geruch: 6/10
Geschmack: 6/10

Gesamteindruck: 6/10

Felzl, Roggen-Natursauerteigbrot, 500g um € 3,70 (€ 7,40/kg)

Sehr gut, trotz Kontroverse: Martin Auer

Ein rundes Roggenbrot mit knuspriger, dunkelbrauner Kruste und Mehlbestäubung, auf beigem Hintergrund.
"Baby-Rye": Die kleine Version des 60 Dollar Brotes von Martin Auer.

Trotz der Kontroverse um das "New Yorker 60-Dollar-Brot" ist unser Team überzeugt. Für die rund zehn Euro, die das Brot pro Kilo in Wien kostet, bekommt man eines der Besten. Es hat einen richtig guten Brotduft und schmeckt "wie ein Bauernbrot, super!" sagt ein Tester. Innen flaumig und außen knusprig schafft das "Rye"-Brot einen runden Gesamtgeschmack: "Es schmeckt schon sehr, sehr gut", urteilt auch eine andere Testerin. Für manche hat die Kruste allerdings ein bisschen zu wenig “Crunch". Fazit: Ein sehr gutes Brot. Insgesamt hat der Geier Roggenlaib dann aber doch mehr überzeugt.

Kruste: 7/10
Krume: 8/10
Geruch: 9/10
Geschmack: 8/10

Gesamteindruck: 8/10

Martin Auer, Bio Baby-RYE, 500g um € 4,93 (€ 9,86/kg)

Der unerwartete Gewinner: Geier

Ein rustikales Roggenbrot mit einer knusprigen, bemehlten Kruste, vor einem hellgelben Hintergrund.
Der Beste: Roggenbrot-Laib von der Bäckerei Geier.

"Ein richtig gutes Brot, wie vom Bauern": Der Roggenlaib der Bäckerei Geier überzeugt das ganze Team. Es ist ein sehr klassisches Brot mit rescher Kruste, flaumiger Krume und schöner Optik. Eine andere Testerin lässt sich wiederum zu einem "so wie man sich ein Avocado-Brot im Hipster-Kaffee vorstellt"-Sager hinreißen. Alles in allem ist sich die Redaktion einig: Der runde Laib ist nicht nur der größte, sondern auch beste des Tests. Und ein Blick auf die Rechnung verrät: Er ist auch noch mit Abstand der Billigste!

Kruste: 10/10
Krume: 8/10
Geruch: 7/10
Geschmack: 9/10

Gesamteindruck: 9/10

Geier, Murauer BIO-Laib, 1 kg um € 4,67

(Leonie Tupy & die STANDARD Redaktion, 08.10.2026)

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