Das sind die häufigsten Betrugsmaschen, die Autofahrende im Urlaub erleben

Reisezeit

Das sind die häufigsten Betrugsmaschen, die Autofahrende im Urlaub erleben

Manipulierte Pannen, Spiegeltrick und teure Hilfe – so schützen sich Reisende vor Trickbetrug rund ums Auto

Sascha Aumüller

In der Urlaubszeit werden Reisende, die mit dem Auto unterwegs sind, immer wieder Opfer von Betrugsmaschen. Gerade Touristinnen und Touristen sind durch Sprachbarrieren und Ortsunkenntnis anfällig für Trickbetrug – solche Fallen können jeden treffen und mitunter teuer werden, warnen derzeit verstärkt Mobilitätsklubs wie der ÖAMTC und relativiert: Die meisten Urlaubenden kämen zum Glück nie mit Trickbetrug in Berührung. Umso besser ist es, die gängigsten Maschen zu kennen, um im Ernstfall richtig zu reagieren.

Ein Warndreieck steht auf einer Landstraße, im Hintergrund ist ein Auto mit geöffneter Heckklappe am Straßenrand zu sehen. Klarer blauer Himmel und unscharfe Bäume im Hintergrund.
Achtung: Manche Pannen können auch absichtlich herbeigeführt worden sein!

Fingierte Beschädigung

Immer wieder berichten Urlaubende vom sogenannten Spiegeltrick. Dabei erzeugen Täterinnen und Täter durch einen Steinwurf oder einen ähnlichen Gegenstand einen lauten Knall am vorbeifahrenden Auto und behaupten anschließend, die Lenkerin, der Lenker habe den Außenspiegel ihres Fahrzeugs beschädigt. Danach wird eine sofortige Barzahlung gefordert. Diese Betrugsmasche wird besonders häufig aus Italien gemeldet – dem beliebtesten Urlaubsland der Österreicherinnen und Österreicher, hält der ÖAMTC fest. Gibt es keine Hinweise auf einen tatsächlichen Schaden, sollte man keinesfalls anhalten. Wer dennoch stehen bleibt, bleibt am besten im Fahrzeug und besteht darauf, die Polizei zu rufen – das schreckt in der Regel ab.

Eine andere Masche: Nach einer Panne auf einer ausländischen Autobahn taucht scheinbar zufällig innerhalb kürzester Zeit ein Abschleppdienst auf. Noch bevor wirkliche Hilfe organisiert werden kann, bieten die vermeintlichen Pannenhelfenden ihre Dienste an. In der Stresssituation nehmen viele Betroffene das Angebot an. Das Fahrzeug wird jedoch nicht zur nächstgelegenen Werkstatt gebracht, sondern häufig in einen weit entfernten Betrieb – verbunden mit überhöhten Abschlepp- und Reparaturkosten. Im Ernstfall sollte man unbedingt den Mobilitätsclub kontaktieren, bei dem man Mitglied ist. So wird Hilfe über verlässliche Partner vor Ort organisiert, eine Kostenübernahme kann sichergestellt werden und die Pannenhilfe-Piraterie lässt sich vermeiden.

Plastikflaschen-Trick

Bei einem weiteren häufigen Trick werden während eines Zwischenstopps unbemerkt die Reifen des Fahrzeugs manipuliert. Nach der Weiterfahrt kommt es dadurch zu einer Panne. Kurz darauf erscheinen vermeintlich Helfende, die die Situation ausnutzen, um Wertgegenstände aus dem Fahrzeug zu stehlen. Diebstahl durch eine manipulierte Panne ist zwar eher selten, aber nach jedem unbeaufsichtigten Halt empfiehlt es sich, das Fahrzeug kurz zu kontrollieren. Wer zum Anhalten gedrängt wird, sollte im Auto bleiben, die Türen verriegeln und gegebenenfalls die Polizei verständigen.

Ein Trick, der oft aus Ländern außerhalb Europas gemeldet wird, ist das Verstecken einer Plastikflasche im Radkasten von Touristenfahrzeugen. Häufig wird die kleine Flasche dabei auf der Beifahrerseite angebracht. Fahren die Urlaubenden weg, wird die Flasche zerdrückt und macht merkwürdige Geräusche. Halten die Autofahrer an und steigen aus, um sich den Reifen auf der Beifahrerseite anzuschauen, können Diebe Wertsachen aus dem Fahrerbereich stehlen.

Ein ADAC-Mitarbeiter in gelb-grüner Warnkleidung hilft bei einer Fahrzeugpanne. Er verbindet ein gelbes ADAC-Fahrzeug mit einem weißen Auto mittels Starthilfekabeln. Im Hintergrund sind ein moderner Bürokomplex und Bäume zu sehen.
Auch gefälschte ADAC-Autos und Uniformen sind im Umlauf.

Dagegen hilft: Vor Fahrtbeginn sollten Sie immer einmal das Auto umrunden und sich die Reifen anschauen. Kommt es beim Anfahren zu Geräuschen, die Sie nicht einordnen können, sollten Sie beim Aussteigen Wertsachen wie Handy oder Schlüssel immer am Körper tragen und das Auto abschließen.

Der deutsche Autofahrerklub ADAC berichtet vermehrt von falschen Pannenhelfern während der Reisezeit. Um die Urlaubenden in die Falle zu locken, nutzen die Betrüger Fahrzeuge in der farblichen Gestaltung der ADAC-Pannenhilfe, mit dem Logo des Klubs oder der Aufschrift "Im Auftrag des ADAC". Auch das Personal tritt in Kleidung der ADAC auf.

Wie gesagt: Es gibt keinen Grund zur Paranoia, solche Fälle treten nicht jeden Tag auf. Vor allem nicht dann, wenn die Maschen einem immer breiteren Kreis bereits bekannt sind. (Sascha Aumüller, 29.7.2026)

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