DAX am Rekordhoch: Können die Bullen jetzt nachlegen?

Der DAX startet unmittelbar unter seinem Rekordhoch in die neue Handelswoche und könnte bereits am Montag den nächsten Angriff auf die Bestmarke bei 26.573,50 Punkten starten. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt intakt, zudem stützen robuste Unternehmensgewinne und die Aussicht auf eine weiterhin abwartende US-Notenbank die Aktienmärkte. Gleichzeitig wächst jedoch der Gegenwind durch hohe Energiepreise, geopolitische Risiken und eine kurzfristig überkaufte Chartlage. Die positive Marktstimmung könnte den DAX zum Wochenauftakt auf neue Rekordstände treiben, während die überkaufte Marktlage zugleich das Risiko einer kurzfristigen Konsolidierung erhöht.
Rekordjagd vor nächstem Test
Für eine Fortsetzung der Rally spricht vor allem die weiterhin robuste Grundstimmung an den internationalen Aktienmärkten. Die Berichtssaison liefert überwiegend positive Impulse und zeigt, dass viele Unternehmen trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ihre Gewinnerwartungen erfüllen oder übertreffen können. Gleichzeitig haben die jüngsten US-Konjunkturdaten den unmittelbaren Druck auf die Federal Reserve reduziert. Die Aussicht, dass sich die Geldpolitik vorerst nicht weiter verschärft, bleibt damit eine wichtige Unterstützung für die Börse.
Allerdings ist die Situation keineswegs frei von Risiken. Besonders die hohen Energiepreise und die Spannungen rund um die Straße von Hormus bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Sollte sich die geopolitische Lage erneut verschärfen und der Ölpreis deutlich anziehen, könnte dies die Inflationssorgen zurückbringen. Die Wirkungskette wäre für die Aktienmärkte ungünstig: höhere Energiepreise treiben die Inflation, reduzieren den Spielraum der Notenbanken und könnten die Anleiherenditen wieder steigen lassen. Gerade nach der starken Rally und auf dem inzwischen hohen Bewertungsniveau könnte der DAX darauf empfindlich reagieren.
Solange eine solche Eskalation ausbleibt und die Zinserwartungen stabil bleiben, besitzen die Bullen jedoch weiterhin den Vorteil. Am Montag selbst stehen keine marktbewegenden Konjunkturdaten im Mittelpunkt, sodass zunächst die Vorgaben der Wall Street und die Entwicklung an den Energiemärkten den Ton angeben dürften.
DAX unmittelbar vor Ausbruch?
Charttechnisch bleibt die DAX Analyse klar konstruktiv. Am Freitag schloss der deutsche Leitindex bei 26.440 Punkten und damit nur rund 133 Punkte unter seinem Allzeithoch bei 26.573,50 Punkten. Zuletzt war der DAX wiederholt über 26.500 Punkte vorgedrungen, konnte das erhöhte Kursniveau jedoch nicht bis zum Handelsschluss verteidigen.
Damit bildet der Bereich zwischen 26.500 Punkten und dem Rekordhoch die entscheidende Widerstandszone zum Wochenauftakt. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde die jüngste Konsolidierung beenden und gleichzeitig ein neues prozyklisches Kaufsignal erzeugen. Allerdings ist die kurzfristige Chartlage nach der jüngsten Rally bereits deutlich überkauft. Ein weiteres Scheitern am Rekordhoch könnte daher Gewinnmitnahmen auslösen.
Bullisches Szenario
Steigt der DAX über 26.500 Punkte und durchbricht anschließend das Rekordhoch bei 26.573,50 Punkten nachhaltig, wäre die Konsolidierung nach oben aufgelöst. Damit könnte sich die übergeordnete Aufwärtsbewegung in Richtung der 161,8%-Fibo-Extension bei 26.629 Punkte fortsetzen. Als nächstes psychologisches Kursziel rückt anschließend die Marke von 27.000 Punkten in den Fokus.
Bärisches Szenario
Scheitert der DAX dagegen erneut zwischen 26.500 und 26.573,50 Punkten und fällt anschließend unter 26.400 Punkte zurück, wäre zunächst mit einer Ausweitung der Konsolidierung zu rechnen. Die nächste wichtige Auffangzone liegt dann im Bereich um 26.275 Punkte. Erst darunter würde sich die kurzfristige technische Ausgangslage eintrüben und weitere Abgaben bis 26.103 und 26.000 Punkte drohen.
DAX-Widerstände: 26.500, 26.541 (TH), 26.629 (161,8%)
DAX-Unterstützungen: 26.404 (TT), 26.302, 26.275, 26.103, 26.000, 25.900

Dax-Chart auf TradingView-Basis
Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.

Über den RedakteurStefan Jäger
Finanzjournalist und Trader
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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