DAX-Ausblick: Iran-Eskalation und Renditen drücken Aktienmärkte

Steigende Renditen, hohe Ölpreise und schwache Vorgaben von der Wall Street dürften den DAX am Mittwoch weiter beschäftigen. Vor allem der weltweite Ausverkauf an den Anleihemärkten entwickelt sich zunehmend zum Belastungsfaktor für Aktien. Gleichzeitig schürt der Anstieg der Ölpreise neue Inflationssorgen, während Gold und Bitcoin deutlich nachgeben und der Dollar wieder Stärke zeigt.
Bereits am Dienstag setzte der DAX seine Konsolidierung fort und fiel unter die Marke von 26.000 Punkten. Auch an der Wall Street gerieten die Aktienmärkte unter Druck. Am Mittwoch rückt neben den Anleihe- und Ölmärkten vor allem der ADP-Arbeitsmarktbericht in den Fokus.
Anleihemärkte unter Druck
Der Start in den September ist von einem kräftigen Renditeanstieg an den globalen Anleihemärkten geprägt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte am Dienstag zeitweise bis auf 4,80 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2025. Noch deutlicher ist die Bewegung in Europa: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg bis auf rund 3,36 Prozent und erreichte damit ein 15-Jahres-Hoch. Auch in Großbritannien und Japan zogen die Renditen kräftig an.
Für die Aktienmärkte wird der Renditeanstieg zunehmend zum Problem. Höhere Marktzinsen verteuern die Finanzierung und machen gleichzeitig Anleihen gegenüber Aktien attraktiver. Hinzu kommt, dass die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen durch Fed und EZB zuletzt gestiegen sind.
Ölpreise schüren Inflationssorgen
Zusätzlichen Druck erzeugt der Ölmarkt. Die erneute Eskalation zwischen den USA und Iran halten die Sorgen vor Angebotsproblemen hoch. Der Preis für ein Barrel Brent stieg nach neuen Angriffen am Mittwochmorgen zeitweise bis auf 96,5 Dollar. Damit rücken auch die Inflationsrisiken wieder stärker in den Vordergrund.
Die Kombination aus steigenden Energiepreisen und höheren Renditen hinterlässt inzwischen deutliche Spuren an den Finanzmärkten. Die Wall Street geriet unter Druck, Gold fiel unter 4.300 Dollar und auch Bitcoin gab nach. Gleichzeitig zeigte sich der US-Dollar robuster. Damit zeichnet sich weniger ein klassischer Risk-off-Modus als vielmehr eine Neubewertung der Zins- und Inflationsrisiken ab.
ADP und Broadcom im Fokus
Konjunkturseitig bleibt der Kalender am Mittwoch überschaubar. Im Mittelpunkt steht um 14:15 Uhr der ADP-Arbeitsmarktbericht für August. Ökonomen rechnen mit einem Stellenaufbau von 47.000 nach 44.000 im Vormonat. Überraschend robuste Daten könnten die Renditen weiter antreiben und damit zusätzlichen Druck auf die Aktienmärkte ausüben.
Unternehmensseitig richtet sich der Blick nach US-Börsenschluss auf Broadcom. Nach den jüngsten Schwankungen bei Technologiewerten dürften vor allem die Aussagen zur Nachfrage nach KI-Infrastruktur und der weitere Ausblick Beachtung finden.
DAX: Ex-Rekordhoch zählt jetzt
Charttechnisch hat der DAX seine Konsolidierung fortgesetzt und ist am Dienstag unter die Marke von 26.000 Punkten gefallen. Nachbörslich nahm der Verkaufsdruck weiter zu. Am Mittwochmorgen notiert der DAX vorbörslich bereits im Bereich von 25.800 Punkten und hat damit das nächste Ziel des bärischen Szenarios erreicht.
Die Lage ist kurzfristig deutlich überverkauft. Der RSI ist sowohl im Stunden- als auch im Vier-Stunden-Chart bis auf rund 21 gefallen. Im Stundenchart deutet sich zudem eine leichte positive Divergenz an. Damit gewinnt die Zone um 25.800 Punkte als mögliche Basis für eine technische Gegenbewegung an Bedeutung.
Bullisches Szenario: Verteidigt der DAX den Bereich um 25.800 Punkte, könnte eine Gegenbewegung einsetzen. Erstes Ziel wäre das ehemalige Rekordhoch bei 25.895 Punkten. Darüber wartet um 25.950 Punkte ein horizontaler Widerstand, gefolgt vom wichtigen Zwischenhoch bei 26.045 Punkten. Diese Marken muss der DAX überwinden, um das kurzfristige Chartbild etwas aufzuhellen. Ein Ausbruch über 26.045 Punkte könnte die Erholung anschließend bis 26.114 und später 26.210 Punkte ausweiten.
Bärisches Szenario: Fällt der DAX hingegen nachhaltig unter 25.800 Punkte, dürfte sich die Korrektur weiter ausweiten. Da unterhalb dieser Marke zunächst nur wenige markante Unterstützungen liegen, könnte der Index relativ schnell die Marke von 25.700 Punkten anlaufen. Darunter rückt das Gap bei 25.629 sowie das 50-Prozent-Retracement bei 25.589 Punkten in den Fokus. Knapp darunter befindet sich bei 25.550 Punkten eine weitere horizontale Unterstützung.

DAX-Widerstände: 26.189 (38,2%), 26.258 (Gap), 26.330, 26.405, 26.471, 26.618 (ATH)
DAX-Unterstützungen: 25.924 (TT), 25.895, 25.784 (127,2%), 25.629 (Gap)
Dax-Chart auf TradingView-Basis
Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.

Über den RedakteurStefan Jäger
Finanzjournalist und Trader
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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