DBB-Auswahl erreicht K.o.-Runde: Die Heim-WM geht weiter für die deutschen Basketballerinnen

Alexis Peterson hatte gerade einen Korbleger versenkt, doch die Spielmacherin sah eine weitere Chance. Nach dem Einwurf von Mali näherte sie sich von hinten mit einigen schnellen Schritten ihrer Gegenspielerin und packte sich den Ball. Peterson, die am Samstag gegen Japan noch wegen einer Lebensmittelvergiftung gefehlt hatte, sprang auf – und das Publikum mit ihr. Die Energie stimmt bei den deutschen Basketballerinnen am Montagabend.

Alle vier Mannschaften waren mit der Bilanz von einem Sieg und einer Niederlage in das letzte Vorrundenspiel dieser Weltmeisterschaft in Berlin gegangen. Vom Gruppensieg bis zum Vorrundenaus war alles noch möglich gewesen, doch die Gastgeberinnen ließen erst gar kein Zittern ausbrechen.

Vor 12.550 Zuschauenden in der ausverkauften Arena in Friedrichshain führte das DBB-Team schon zur Pause mit 17 Punkten, am Ende stand ein 83:58 (23:18, 26:14, 15:12, 19:14) zu Buche. Beste Werferinnen waren Frieda Bühner (21 Punkte) und Luisa Geiselsöder (17).

Damit zieht die deutsche Mannschaft als Gruppenzweiter hinter Spanien in die K.o.-Runde ein. Am Dienstag (20.45 Uhr) geht es dort gegen Südkorea um den Einzug ins Viertelfinale, wo am Donnerstag Europameister Belgien wartet. „Ich bin sehr stolz darauf, wie wir als Team auf das erste Spiel reagiert haben“, sagte Leonie Fiebich. „Das hätte auch in eine andere Richtung gehen können.“

Olaf Lange hatte unmittelbar nach dem Sieg gegen Japan am Samstag bereits die Marschroute vorgegeben. „Wir wollen am Montag gewinnen, daher brauchen wir erst gar nicht rechnen“, hatte der Bundestrainer gesagt – und dementsprechend schwungvoll ging seine Mannschaft ins Spiel.

Die ersten positiven Signale kamen schon nach einer Minute. Fiebich drückte einen Meter hinter der Dreierlinie ab und traf. Gegen Japan hatte sie mit Rebounds, Assists und ihrer Routine zwar ein gutes Spiel gemacht, aber sehr mit ihrem Wurf gehadert.

Frieda Bühner erneut treffsicher

Nicht nur bei Fiebich lief es von Beginn an. Wie schon am Samstag fand die Mannschaft eine gute Balance aus schnellen Angriffen, Dreipunktewürfen und dem Nutzen ihrer Qualitäten unter dem Korb. Mali war zwar deutlich physischer als die kleinen Japanerinnen, mit guter Fußarbeit erarbeiteten sich Geiselsöder, Marie Gülich und Nyara Sabally immer wieder Würfe aus Nahdistanz.

Der Ball lief gut beim deutschen Team und die Führung kratzte schnell am zweistelligen Bereich. Da Spanien im Parallelspiel ebenfalls führte, deutete schon früh vieles auf Gruppenplatz zwei hin.

Im zweiten Viertel legten die Gastgeberinnen den entscheidenden Lauf hin. WNBA-Profi Bühner, die schon gegen Japan Topscorerin gewesen war, versenkte drei Dreier in kurzer Folge und brachte den Hallensprecher an den Rand der Heiserkeit. Auch Alex Wilke und Gülich trafen aus der Distanz und langsam verstummten auch die Trommeln im kleinen malischen Fanblock.

In der zweiten Hälfte konnte Lange bereits mit einem Auge auf das Zwischenrundenspiel schauen und gab seinen Leistungsträgerinnen mehr Verschnaufpausen. Besonders Sabally wurde sehr dosiert eingesetzt. „Eine WM ist survival of the fittest. Wir haben morgen unser viertes Spiel in fünf Tagen, das ist schon heftig“, sagte Lange.