Delay Sports: Zwischen Fußballplatz und Social Media
Ein Amateurfußballverein, der Tausende Menschen begeistert und weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt ist: Delay Sports hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem besonderen Phänomen im deutschen Fußball entwickelt.
Gegründet wurde der Verein im Juli 2021 unter anderem von dem Streamer Elias Nerlich, bekannt als „Eligella“, und dem ehemaligen Profifußballer Sidney Friede. Ihre Idee war es, die Leidenschaft für den Fußball mit der Reichweite der digitalen Welt zu verbinden.
Seitdem macht Delay Sports nicht nur durch sportliche Erfolge, sondern auch durch Livestreams, Videos und seine große Präsenz in den sozialen Medien auf sich aufmerksam.
Was den Verein aus Wilmersdorf besonders macht, ist seine Verbindung von klassischem Amateurfußball und moderner Unterhaltung. Fans können die Mannschaft nicht nur auf dem Platz verfolgen, sondern durch Einblicke in Training, Spieltage und den Vereinsalltag auch digital an ihrer Entwicklung teilhaben.
Fußball
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Dadurch entsteht eine enge Verbindung zwischen Spielern und Community, die im traditionellen Amateurfußball eher ungewöhnlich ist. Gleichzeitig verfolgt Delay Sports ehrgeizige sportliche Ziele und hat mit seinem schnellen Aufstieg durch die Berliner Ligen gezeigt, dass hinter der großen Online-Reichweite auch sportlicher Ehrgeiz steckt. Delay Sports steht damit für eine neue Art, Fußball zu erleben, zu vermarkten und Menschen dafür zu begeistern.
Schlammige Fußballplätze, harte Zweikämpfe und Landesliga treffen auf Millionen Klicks, Livestreams und Social-Media-Hype. Delay Sports verbindet diese beiden Welten wie kaum ein anderer Verein. Der Berliner Fußballclub zeigt, wie eng Amateurfußball und digitale Unterhaltung zusammenwachsen können. Wie lassen sich Fußball und Social Media miteinander verbinden?
Spieler von Delaysports
Vier junge Männer: Reda Ouakil , Alper Aksoy, Enes Küc und Zulu Ernst - vier unterschiedliche Wege und eine gemeinsame Leidenschaft: der Fußball. Alle vier sind in Berlin aufgewachsen und spielen heute für Delay Sports. Ihre persönlichen Erfahrungen und unterschiedlichen Vorbilder haben sie auf ihrem Weg als Fußballer geprägt.
Für Alper und Enis steht Cristiano Ronaldo an erster Stelle. Dabei geht es ihnen nicht allein um seine fußballerischen Fähigkeiten. „Aber in jeder Hinsicht, egal ob es Fußball, Mentalität oder Durchziehen ist. Auch im Alltag“, erklärt Alper. Für ihn ist Ronaldo damit nicht nur sportlich ein Vorbild, sondern auch in seiner Einstellung und seinem Umgang mit Herausforderungen.
Zulu orientierte sich zunächst an Jérôme Boateng, da er selbst als Verteidiger spielte. Später kamen Neymar und Cristiano Ronaldo als weitere Vorbilder hinzu. Reda hingegen verfolgte von Anfang an einen anderen Ansatz. Statt sich an einem bestimmten Spieler zu orientieren, wollte er seinen eigenen Weg finden und einen individuellen Stil entwickeln. „Ich hatte nie ein Vorbild so wirklich. Ich hatte mir zwar viele Fußballer angeschaut, aber ich wollte immer meinen eigenen Stil durchsetzen“, erzählt er.
Bedeutung des Amateurfußballs
Doch was bedeutet Amateurfußball für die vier eigentlich? Für Reda und Alper geht es dabei um mehr als nur die Leidenschaft für den Sport. Viele Spieler stehen neben dem Fußball mitten im Berufsleben und verfolgen trotzdem ambitionierte sportliche Ziele. „Viele arbeiten noch nebenbei, haben aber dennoch die Ambition, oben mitzuspielen, weil es hier auch viele Spieler gibt, die aus dem Profibereich kommen“, erklären die beiden.
Auch die Mischung verschiedener Generationen mache den Amateurfußball für sie besonders: „Die Altersspanne geht von 20 bis teilweise 40 Jahren, und so etwas hat man im Profibereich nicht mehr.“
Für Enes steht dagegen vor allem der Spaß im Vordergrund: „Man möchte Spaß haben und mit Freunden kicken.“ Zulu betrachtet den Amateurfußball als Spiegel des Lebens. „Wie im Alltag, wenn du rausgehst: Es gibt Leute, für die ist es erst der Start und sie wollen Profis werden, und es gibt Leute, die aus dem Profibereich kommen und nur noch zum Spaß spielen wollen.“
Gerade diese Vielfalt mache den Amateurfußball für ihn aus. Unterschiedliche Altersgruppen, persönliche Ziele und individuelle Motivationen treffen aufeinander. „Man lernt jede Art von Menschen kennen“, fasst Zulu zusammen.
Zwischen Social Media und Aufstiegsdruck: Was Delay Sports besonders macht
Der große Social-Media-Faktor ist einer der entscheidenden Unterschiede zwischen Delay Sports und anderen Vereinen, findet Reda. Doch nicht nur die öffentliche Aufmerksamkeit, auch die sportlichen Ambitionen seien klarer formuliert. „Hier ist vorgesehen, dass wir jedes Jahr aufsteigen und so schnell wie möglich aus dem Amateurfußball in den Profibereich zu kommen“
Auch Alper sieht in der medialen Präsenz eine Besonderheit des Vereins. „Viel mehr Augen gucken hier auf uns und man muss hier damit klarkommen“. Enes stimmt dem zu und vergleicht die Aufmerksamkeit mit der eines Profivereins: „Du hast hier die Aufmerksamkeit, was Social media angeht, wie bei einer Bundesliga-Mannschaft, ansonsten ist alles gleich“.
Zulu hebt vor allem die klare Zielsetzung hervor, die den Verein seit seiner Gründung begleitet. „Nicht jeder Verein hat ein so klares Ziel wie unser, weil seitdem der Verein gegründet wurde, war das Ziel es in den Profibereich zu kommen und das wurde auch direkt klar kommuniziert.“ Gleichzeitig gehe mit der öffentlichen Aufmerksamkeit auch eine besondere Verantwortung einher. „Aber dadurch dass wir in der Öffentlichkeit stehen, muss jeder Spieler der hierherkommt verantwortung tragen, da wir alle hinter Dealy stehen“
Alper macht sich darüber nach eigenen Angaben gar keine Gedanken, während Reda gelegentlich überlegt, welche Kommentare auf bestimmte Szenen folgen könnten. Trotz der öffentlichen Aufmerksamkeit scheint für die Spieler vor allem das Geschehen aufdem Platz im Vordergrund zu stehen.
Zwischen Anerkennung und Neid
Die Bekanntheit von Delay Sports sorgt nicht überall für Begeisterung. Nach Einschätzung der vier Spieler begegnen ihnen auf dem Platz häufig Neid und eine besondere Rivalität. „Am meisten spürt man es auf dem Platz, wie die Trainer vom Gegner drauf sind oder auch die gegnerischen Spieler, außerdem merkt man dass egal bei welchem Spiel, dass die Gegner sehr heiß darauf sind gegen uns zu spielen“, erklärt Alper.
Auch Zulu nimmt wahr, dass die Bekanntheit des Vereins den Umgang mit anderen beeinflusst. Oft wüssten gegnerische Spieler bereits, wer sie sind. Die Reaktionen darauf fallen unterschiedlich aus: „Entweder sind sie korrekt zu einem oder nicht“.
Trotz der großen medialen Aufmerksamkeit liegt der Fokus bei Delay Sports weiterhin auf dem Fußballerischen. Die Spieler müssen nicht unterhaltsam sein, um Teil des Vereins zu sein. Einige halten sich bewusst aus der Öffentlichkeit zurück und treten nur selten in den sozialen Medien auf.
Auch abseits davon läuft nicht immer alles mit voller Motivation. Alper betont jedoch, dass dies nicht unbedingt mit Social Media zusammenhängt. Schließlich gebe es unabhängig davon Tage, an denen man keine Lust auf das Training habe – etwas, das ganz normal sei. Am Ende steht für die Spieler vor allem die Freude am Fußball im Mittelpunkt. „Am schönsten ist es zu gewinnen, vor allem wenn die ganze Manschaft mitzieht bei einem heißen Spiel“.
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