Der Landtag als Besuchermagnet: 3.500 Gäste beim Tag der offenen Tür

Über 300 Menschen stellten den Abgeordneten ihre Fragen.

AUDIO: Thüringer Landtag öffnet seine Türen für Bürger (2 Min)

Landespolitik

Stand: 05.09.2026 20:21 Uhr

Der Thüringer Landtag hat am Samstag seine Türen für interessierte Bürger geöffnet - diesmal unter dem Motto "Du bist Souverän!". Rund 3.500 Gäste nutzten die Gelegenheit, mit Politikern ins Gespräch zu kommen und einen Blick hinter die Kulissen des Parlaments zu werfen. Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit Abgeordneten aller Fraktionen und Fragen der Besucherinnen und Besucher.

von Karla Greiner-Bär, MDR THÜRINGEN

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Tag der offenen Tür als Zeichen gelebter Demokratie

Offiziell eröffnet wurde der Tag der offenen Tür durch Landtagspräsident Thadäus König und Ministerpräsident Mario Voigt (beide CDU). Beide betonten in ihren Ansprachen die Bedeutung des Landtags als Ort der demokratischen Auseinandersetzung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Dieses Land zusammenzubringen, das muss unser gemeinsamer Auftrag sein. Mario Voigt

Mario Voigt sagte: "An so einem Tag muss uns allen immer klar sein: Das ist das hohe Haus, wofür Menschen in diesem Land abgestimmt haben, dass Parteien unterschiedlicher Couleur immer das Beste für die Bürgerinnen und Bürger im Sinn haben und dafür zusammenzuarbeiten. Dieses Land zusammenzubringen, das muss unser gemeinsamer Auftrag sein."

Mario Voigt und Thadäus König eröffnen den Tag der offenen Tür.

Mario Voigt und Thadäus König eröffneten den Tag der offenen Tür.

Anschließend standen die Türen des Landtags für die Besucher offen. An den Informationsständen der Fraktionen konnten sie sich über politische Positionen und parlamentarische Arbeit informieren. Im Beethovenpark präsentierten sich Landkreise, Städte und Gemeinden aus Ostthüringen. Für Familien gab es ein buntes Begleitprogramm.

Wer selbst einmal in die Rolle eines Gesetzgebers schlüpfen wollte, konnte bei einer Gesetzesrallye den Weg eines Gesetzes durch das Parlament nachvollziehen. Darüber hinaus luden szenische Lesungen aus "Texten hinter der Mauer" dazu ein, sich mit zensierten Werken aus der DDR auseinanderzusetzen.

BSW-Querelen prägen Diskussion mit Fraktionsvertretern

Im Mittelpunkt des politischen Programms stand eine Podiumsdiskussion, zu der die Fraktionschefs eingeladen worden waren. Für die AfD nahm Vize Daniel Haseloff teil, für die CDU Fraktionschef Andreas Bühl mit seinen Kollegen Lutz Liebscher von der SPD und Christian Schaft von der Fraktion Die Linke. Sigrid Hupach, die die Partei BSW verlassen hat, vertrat die gleichnamige Fraktion, der sie formal noch angehört und vorsteht.

Die Politiker stellten sich den Fragen des Publikums.

Lars Sänger (MDR, ganz links) und Elena Vogel (ganz rechts, Funke Medien Thüringen) moderierten die Diskussion mit Daniel Haseloff (AfD, 2.v.l.), Andreas Bühl (CDU), Lutz Liebscher (SPD), Sigrid Hupach (noch BSW) und Christian Schaft (Linke).

Dieses Thema sorgte gleich zu Beginn für Gesprächsstoff. Die jüngsten Austritte aus dem BSW prägten die ersten Wortmeldungen. In diesem Zusammenhang erneuerte Daniel Haseloff die Forderung der AfD nach Neuwahlen, was von einem Teil des Publikums mit Applaus quittiert wurde. Nach Angaben der Landtagsverwaltung hatten alle Fraktionen für den Tag der offenen Tür geworben.

Im weiteren Verlauf reichten die Themen von Gesundheitspolitik und Kürzungen in der Jugendarbeit über den Fachkräftemangel bis hin zum Ausbau der Windkraft in Waldgebieten. Auch die politische Lage rund um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sowie die Debatte um die "Brandmauer" zur AfD wurden intensiv diskutiert. Bei diesen Themen gab es auch hitzige Diskussionen mit Ausbuhen und Zwischenrufen.

Für eine Einordnung sorgte Prof. Dr. Thorsten Thiel von der Staatswissenschaftlichen Fakultur der Universität Erfurt. Sein Fazit zu der Podiumsrunde fiel positiv aus: Er habe die Debatte "größtenteils als sehr konstruktiv" erlebt, sowohl auf dem Podium als auch im Publikum.

MDR (kgr)