Der „Maximiser“ füllt das Festzelt beim Herbstmarkt
Stand: 21.09.2026, 18:28 Uhr
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Ein Hauch von „Ally Pally“ wehte am Sonntag durchs Festzelt auf dem Friedberger Herbstmarkt. Zum Dartturnier kam Profi Max Hopp, der mit Bürgermeister Kjetil Dahlhaus die Pfeile kreuzte. Nach einem Marathon-Wettkampf über mehrere Stunden gab es am Ende gefühlt mehr als nur einen Sieger.
Friedberg – Es gab schon Sonntagnachmittage auf dem Herbstmarkt, an denen das Festzelt gähnend leer war. Am Sonntag war das anders. Die Gewerbeabteilung in der Stadtverwaltung hatte sich eine Neuerung einfallen lassen, die hoffentlich eine Neuauflage im nächsten Jahr erlebt: ein Dartturnier mit Gaststar Max Hopp. Der „Maximiser“ aus Idstein hat sich gerade für seine zehnte Teilnahme bei der Darts-Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace („Ally Pally“) qualifiziert.

Kaum im Festzelt angekommen, durfte Hopp schon Autogramme geben. In langen Schlangen standen die Fans an, während Hopp, in der Weltrangliste auf Platz 68, Selfies machte. „Der ist total herzlich und offen. Ein echter Star zum Anfassen“, staunte eine Besucherin. Hopp hatte sofort die Sympathien aller Umstehenden auf seiner Seite, begrüßte viele Dartspieler persönlich mit Namen und war mit allen per Du.
„Ein Dartturnier im Festzelt ist etwas Besonderes“, sagte Hopp. Er war gerade in Pfaffenhofen, wo 1600 Besucher mitfieberten. In der Nähe von Krefeld seien es rund 800 Menschen gewesen. Das Friedberger Festzelt war während der Gruppenphase des Turniers tagsüber mit rund 500 Menschen gut besucht; am Abend leerten sich die Reihen etwas. Aber die Stimmung blieb ausgelassen, auch dank DJ Mika Malle.
Drei Pfeile sorgen für Euphorie
Die besondere Atmosphäre im Festzelt beschrieb Hopp so: „Du hast die vielen Leute im Rücken. Wenn du einmal getroffen hast, bist du angefixt und willst immer wieder treffen. Das sorgt für Euphorie und jede Menge Glücksgefühle.“ Die Umstehenden lauschten ihrem Star mit ebensolchen Glücksgefühlen.
Schon um 11 Uhr flogen die ersten Pfeile auf die Wurfscheiben. Drei waren auf der Bühne aufgebaut, im Zelt stand eine Wand mit zehn Wurfscheiben samt elektronischer Zählvorrichtung. „Das ist ein Sport für Jedermann und alle Altersklassen“, sagte Torsten Tennro vom Darts-Club Wetterau. Der DCW stellt fünf Mannschaften von der Kreis- bis zur Hessenliga. „Die Jugend trainiert montags im Sportheim am Fußballplatz in Reichelsheim“, ergänzte sein Vereinskollege Kai Müller, während der 13-jährige Lenny gerade die Triple-20 wirft. Besser geht’s kaum. Wie er seinen Leistungsstand einschätzt? „So mittelmäßig. Ich will wenigstens ein Spiel gewinnen.“ Am Ende des Tages waren es drei Siege.
„Darts wird immer populärer“, sagte Turnierleiter Lars Schröder vom DC Ilbesheim (Rheinland-Pfalz). Rund um den Anmeldetisch (Startgebühr 25 Euro) waren Packungen mit Dartpfeilen und Zubehör aufgebaut, die viele Blicke auf sich zogen. 81 Dartspieler hatten sich angemeldet, zu gewinnen gab es Geldpreise: 1800 Euro für den Sieger, 450 für den Zweiten, dann 300 und 150 Euro. Für Platz fünf bis acht gab es 50 Euro, für die nächsten acht Platzierten einen Getränkegutschein über fünf Euro.
Showeinlagen von Max Hopp
Auch Klaus Pabst vom Hessischen Dartverband freute sich, dass die Veranstaltung so gut angenommen wird. „Das ist schon was anderes als in Sporthallen mit nur wenig Fachpublikum.“ Pabst ist Vizepräsident im Deutschen Dartverband und für den Parasport zuständig. „Das wird mit großer Begeisterung angenommen. Jeden Monat gibt es Turniere für Menschen mit Behinderung.“

Laut Turnierleiter Schröder ist Darts „zu 80 Prozent ein Mentalsport“. Es geht um Konzentration, um innere Ruhe und die Kraft, die daraus erwächst. Man braucht aber auch viel Übung, wie sich beim Finale zeigte. In einem wahren Krimi gewann Elabbas Elamri (Schöneck) mit 5:4 gegen Filip Krstevski (Frankfurt/Main). Sebastian Fey holte sich Platz drei, gefolgt von Dominik Krausch sowie den vier Fünftplatzierten René Weise, Dirk Fischer, Björn Kanetzki und Felix Kühn.
Zwischen den Finalspielen gab es mehrere Showeinlagen von Max Hopp, der das Publikum herausforderte. Auch Bürgermeister Kjetil Dahlhaus trat gegen Hopp an, schlug sich wacker, hat aber „natürlich verloren“, wie er berichtete. Dahlhaus würde das Dart-Turnier im Festzelt gerne 2027 wiederholen. Dann aber vielleicht mit einer Großbildleinwand, auf der man die Finalspiele besser verfolgen kann.