Der Meister überwindet seine Formkrise: Ulbrich gelingt bei DM der Titel-Hattrick mit dem Luftgewehr
Stand: 28.08.2026, 07:30 Uhr
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Maximilian Ulbrich aus Wilzhofen hat bei der Deutschen Meisterschaft in München zum dritten Mal in Serie Gold mit dem Luftgewehr gewonnen. „Den Hattrick zu schaffen, war schon in meinem Kopf.“
Wilzhofen/München – Als der Vorkampf beendet war, ahnte Maximilian Ulbrich, dass das Thema „Titelverteidigung“ ein schweres Unterfangen werden würde. Der Sportschütze aus Wilzhofen hatte mit dem Luftgewehr die ersten sechs Serien mit 629,6 Ringen als starker Zweiter abgeschlossen. Vier Zehntel mehr als ihm waren dem Weltmeister Maximilian Dallinger gelungen, drei Zehntel weniger standen bei David Koenders zu Buche. „Es ist schon etwas dran an dem Spruch ‚Den Titel zu verteidigen, ist schwieriger, als erstmals zu gewinnen‘“, gab der 24-Jährige zu, dass er gewaltigen Druck bekam. Zumal er bei den Deutschen Meisterschaften in München-Hochbrück in den vergangenen beiden Jahren Gold in seiner Spezialdisziplin geholt hatte und nun vor dem Hattrick stand.
Mehrere Kandidaten auf den DM-Titel
Mit Ulbrich bewegten sich nicht nur Dallinger und Koenders auf einem Niveau, mit denen er im Mannschaftswettbewerb souverän den Titel für die FSG Der Bund München holen sollte. Da sich auch Daniel Bühlmeyer und Andreas Preis mit ihm nach den Eindrücken des Vorkampfs auf Augenhöhe befanden, war für das Finale für Spannung gesorgt. Eine Prognose, wer sich bei so viel Qualität am Ende durchsetzen würde, war kaum möglich. In welcher Verfassung sich der Sportpolizist tatsächlich befand, konnte er selbst nicht einschätzen, „weil ich vorher in einer ziemlichen Formkrise war“. Beim Lehrgang in Suhl war er deutlich unter 630 Ringen geblieben. Einen Monat später bei der Ausscheidung in Hochbrück zur Weltmeisterschaft in Doha deutlich darüber.
Es konnte also niemand ahnen, was beim Showdown der besten Acht folgen würde. Bereits nach den ersten fünf Schüssen spürten alle in der voll besetzten Finalhalle, dass mit dem ehemaligen Europameister zu rechnen ist. Ulbrich setzte sich gleich an die Spitze des Klassements und war nach zehn Versuchen der einzige Schütze, dem mehr als 105 Ringe gelungen waren. „Er hat richtig gut durchgezogen“, lobte ihn sein Vater Alois Ulbrich, der den Wettkampf auf der Tribüne verfolgte. Der Altvordere musste danach einige bange Augenblicke überstehen. Die Skepsis seines Sohnes schien nicht vollkommen unbegründet gewesen zu sein. Zwar traf er auch in der Elimination ausschließlich Zehner, doch die beiden ersten waren so niedrig, dass Dallinger mit zwei prächtigen Schüssen seinen Rückstand auf ihn bis auf zwei Zehntel verkürzen konnte.
Ulbrich im Finale nervenstark
Die zahlreichen Zuschauer bekamen neben der Spannung aber auch jede Menge Spektakel geboten. Denn nun begann Ulbrich, mit seinem Kumpel zu spielen, nachdem er ihn erst hatte heranschnuppern lassen. Von den nächsten zehn Schüssen lag der schlechteste bei 10,4 und der beste bei 10,9 Ringen. Die Hälfte davon war eine 10,7. „Er hat seine ganze Routine ausgespielt“, schwärmte sein Vater von der Nervenstärke seines Filius. Bei den letzten beiden Versuchen ging es nur noch darum, den Vorsprung nach Hause zu bringen, was ihm auch gelang. Am Ende wies er 1,7 Ringe Vorsprung auf Dallinger auf. „Das ist im Luftgewehr ein Haufen Zeug“, stellte sein Vater fest.
252,9 Ringe im Finale bescherten Maximilian Ulbrich den dritten Einzeltitel im Luftgewehr in Serie. „Den Hattrick zu schaffen, war schon in meinem Kopf“, räumte er nach der Siegerehrung erleichtert ein, vom großen Coup geträumt zu haben. Es war vielleicht die Meisterschaft, die vor dem Wettkampf mit dem größten Fragezeichen versehen war. Aber am Ende auch diejenige, bei der er demonstrierte, dass er allen Widrigkeiten zum Trotz in Deutschland mit dem Luftgewehr kaum zu schlagen ist.