Derby-Sonderprämie? Kayabunar: „Haben nichts im Angebot...“
Stand: 18.10.2026, 19:58 Uhr
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Zusatzmotivation? Nicht nötig, versichert Alper Kayabunar. Seine Löwen wollen das Derby auch ohne finanziellen Zusatzanreiz gewinnen. Die Heimserie macht Mut.
München – Die Karten waren im Nu weg, selbst bei Alper Kayabunar häuften sich die privaten Ticketanfragen. Seit Wochen wird der 1860-Trainer auf dieses eine Spiel angesprochen. Sein erstes Lokalderby, das erste der Löwen gegen Bayern II seit Mai 2021. Sonntag, 14 Uhr (BR.de und merkur.de). Giesing ist bereit. Ob das nun ein großes oder kleines Derby sei? „Es ist für mich Blau gegen Rot“, sagte Kayabunar. „Wir wollen unbedingt am Sonntag gewinnen.“
Eine Sonderprämie wie einst bei Karl-Heinz Wildmoser braucht es nicht, zusätzliche freie Tage verspricht der Trainer auch nicht. „Wir haben nichts im Angebot“, sagte er. „Wir brauchen jetzt keine extra Motivation.“ Vier Heimsiege hintereinander haben die Löwen gefeiert – bei 11:1 Toren. Das Grünwalder Stadion sollte wieder eine Festung werden, hatte Kayabunar vor dem ersten dieser Siege gefordert. Jetzt kommt der andere Hausherr. Für Sonntag glaubt der 1860-Coach dennoch: „Es wird definitiv unser Heimstadion sein.“
Bleibt alles friedlich? Der Präsident hat „Bauchschmerzen“
Personell muss Kayabunar erneut improvisieren. Raphael Ott fehlt mit einer Sprunggelenkverletzung, Tunay Deniz erlitt erneut einen Kreuzbandriss, Lance Fiedler ist gesperrt. Ob Mark Gevorgyan die andere Außenverteidigerposition besetzen kann, ist offen. Er musste gegen Bayreuth krankheitsbedingt raus. Auch Fabio Wagner und Raphael Wach wackeln. Klarheit sollen die letzten Trainingseinheiten bringen. Als Alternativen nannte Kayabunar Julian Bell, Moritz Seiffert und Benedikt Hoppe.
Dass seine Mannschaft Ausfälle auffangen kann, hat sie beim 2:1 gegen Bayreuth bewiesen. Nach Fiedlers Platzverweis und dem Ausgleich erzwang Eric Uhlmann per Freistoß den Sieg. „Sehr viel Kraft“ habe das gekostet, sagte Kayabunar. Zu den Belastungen der Englischen Woche kamen die kranken Spieler und der Deniz-Schock. Umso mehr imponierte ihm die Reaktion des Teams. Nun braucht es diesen Biss erneut. Und eine konsequentere Abwehr von Flanken, nach denen zuletzt wiederholt Gegentore fielen. „Das müssen wir definitiv besser machen in den nächsten Spielen.“
Denn die kleinen Bayern sind nach mühsamem Start in Schwung gekommen. Kayabunar sah das jüngste 1:1 der U 23 gegen Unterhaching, warnt vor viel Qualität in der Offensive. Welche Verstärkung aus dem Profikader aufläuft, beschäftigt ihn weniger als das eigene Spiel. Eine Wortmeldung von oben gab es schon: „Dante hat viel mehr Haare als ich, aber nach diesem Spiel vielleicht nicht mehr“, scherzte Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany über seinen Kollegen bei den Amateuren. Für die Löwen wäre ein haarsträubender Nachmittag der Roten ganz nach ihrem Geschmack.
Die Erinnerung ans letzte Duell schmerzt noch: Nach dem 2:2 im Mai 2021 mussten die Löwen das Saisonfinale in Ingolstadt gewinnen, um den Relegationsplatz zu erreichen. Sie verloren 1:3. Diesmal sorgt beim Präsidium auch die aufgeheizte Stimmung der beiden Fanlager für Unwohlsein. Präsident Gernot Mang sprach schon vor Wochen von „Bauchschmerzen“, die Polizei bereitet sich auf ein Hochrisikospiel vor. Gefragt ist auf dem Rasen dieselbe Balance: das Derby annehmen, ohne den Kopf zu verlieren.
Einer, der viele Wochen auf dem Platz fehlen wird, soll trotzdem helfen. Die positive Reaktion von Deniz auf seine schwere Verletzung beeindruckt Kayabunar. „Hat auch was mit mir gemacht persönlich“, sagte er. Seine Ausstrahlung und sein Selbstvertrauen spüre die Mannschaft. Deshalb soll er eng dabei bleiben. Die Tore müssen andere schießen. Hat ja schon gegen Bayreuth bestens geklappt.
TSV 1860 – FC Bayern II
Anstoß: Sonntag, 14 Uhr.
TSV 1860: Eicher – Gevorgyan, Weber, Faßmann, Seiffert – Dressel, Uhlmann – Leone (Wagner), Eberwein, Erdogan – Niederlechner.
FC Bayern II: Bärtl – Manuba, Kiala, Pavić, Ajayi – Osmani, Santos Daiber – Srb, Della Rovere, Codjo-Evora – Assomo.
SR: Felix Wagner (Glött).