Deutsche Bahn - Auch Personal in Bahnhöfen sollen Bodycams erhalten

Hunderte weitere Mitarbeiter der Deutschen Bahn sollen mit Bodycams ausgestattet werden. Rund 2.700 Beschäftigte im Bahnhofsservice und in der Stationsbetreuung sollen schrittweise die Möglichkeit bekommen, freiwillig eine solche Kamera zu tragen, wie der Konzern mitteilte. Erste Geräte sind demnach bereits an den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main und Bielefeld im Einsatz.

13.08.2026

Hessen, Frankfurt/M.: Ein Kundenbetreuer von DB Regio steht im Hauptbahnhof in Frankfurt am Main mit einer Bodycam.

Deutsche Bahn stellt Bodycams für ihre Mitarbeiter zur Verfügung. (Florian Wiegand/dpa)

"Unsere Mitarbeitenden sollen besser geschützt sein: Dafür können sie jetzt auch auf eine Bodycam als Teil der persönlichen Schutzausrüstung zugreifen", teilte Vorständin Personenbahnhöfe DB InfraGO, Hüske, mit. Die Bahn erhofft sich von den Kameras vor allem eine deeskalierende Wirkung in Konfliktsituationen. 

Bodycams bereits in den Zügen im Einsatz

In den Zügen werden Bodycams bereits genutzt – sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr. Das Personal in den Zügen kann sie freiwillig nutzen. Anfang Juli hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass sie ab sofort rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fernverkehr mit Bodycams ausstatte: Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter sowie Beschäftigte in der Bordgastronomie und in den DB Lounges. Im Februar hatte ein Bahn-Sprecher gesagt, es gebe aktuell bundesweit rund 1.400 Bodycams für Zugbegleiter bei DB Regio. 

Bahnchefin Evelyn Palla hatte nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Regionalverkehr im Februar angekündigt, dass noch in diesem Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt mit einer solchen Kamera auf freiwilliger Basis ausgestattet werden sollen. 

Bahn: Übergriffe nehmen zu 

Der Anlass für die Ausstattung mit den Videokameras ist die Zunahme der Übergriffe auf Bahn-Personal. So teilte die DB mit, dass im Regionalverkehr im ersten Halbjahr 989 Vorfälle registriert wurden. Dies sei eine Zunahme um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewesen.

Unter den knapp 1.000 Übergriffen im ersten Halbjahr bei DB Regio waren demnach 781 Fälle einfacher Körperverletzung wie Schubsen, Greifen und Bespucken sowie 185 Fälle versuchter Körperverletzung gewesen. Von schweren Körperverletzungen waren 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Im Februar war ein Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle tödlich verletzt worden. 

An den Bahnhöfen wiederum wurden Mitarbeitende des Bahnhofsservices den Angaben der Bahn zufolge 50 Mal angegriffen.

Diese Nachricht wurde am 13.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.