Wegen steigender Spritpreise: Pendler flüchten ins Bahn-Netz – und bescheren dem Konzern ein Plus

Deutsche Bahn legt Halbjahres-Überraschung hin – plötzlich Millionen-Plus

Stand: 30.07.2026, 07:22 Uhr

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Hohe Spritpreise machen die Bahn attraktiv wie nie. Besonders im Nahverkehr steigen Autofahrer massenhaft. Es gibt noch mehr Gründe.

Berlin – Zum ersten Mal seit sieben Jahren wirft das Kerngeschäft der Deutschen Bahn wieder Gewinne ab. Wenn Bahnchefin Evelyn Palla am heutigen Donnerstagvormittag (30. Juli) die offizielle Halbjahresbilanz vorstellt, kann sie für die Monate Januar bis Juni 2026 ein Plus im dreistelligen Millionenbereich präsentieren. Entsprechende Vorabberichte von Bild und Spiegel wollte der bundeseigene Konzern in der Nacht auf Nachfrage noch nicht kommentieren.

Eine Reisende geht am Hauptbahnhof in München an ICE-Zügen vorbei den Bahnsteig entlang

Berichte: Bahn macht wieder Gewinn mit ihrem Kerngeschäft © Lennart Preiss/dpa

Treiber dieser Entwicklung ist ein Fahrgastrekord: Den Berichten zufolge zählte die Bahn im ersten Halbjahr rund 960 Millionen Reisende – laut Bild 17 Millionen mehr als im Vorjahr. Als Hauptgrund gelten die gestiegenen Kraftstoffpreise. Während Benzin in den vergangenen Monaten immer teurer wurde, blieben die Ticketpreise der Bahn stabil. Deshalb sind laut Einschätzung des Unternehmens vor allem Pendler im Nahverkehr vom Auto auf den Zug umgestiegen. Auch im Fernverkehr hat die Nachfrage seit April deutlich zugelegt.

Deutsche Bahn: Im Plus dank Last-Minute-Ticket und Jugend-BahnCard 25

Zusätzlich haben neue Rabattangebote die Verkaufszahlen gesteigert. Das Last-Minute-Ticket wurde den Berichten zufolge von 600.000 Fahrgästen genutzt, das Familienticket von 200.000 Reisenden. Die kostenlose Jugend-BahnCard 25 sei rund 50.000 Mal bestellt worden.

Deutsche-Bahn: Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen unter Chefin Evelyn Palla

Dieser überraschende Gewinn folgt auf eine sehr schwierige Phase. In der jüngeren Vergangenheit fiel der Konzern mit schwachen Pünktlichkeitsquoten, maroder Infrastruktur und schlechten Geschäftszahlen auf. Im Jahr 2025 verzeichnete die Bahn noch einen Milliardenverlust.

Zuletzt leitete Palla einen weitreichenden Konzernumbau ein, der auch Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen umfasst. Parallel läuft im Fernverkehr ein eigenes Sanierungsprogramm. (Quellen: Bild, dpa, AFP) (frs)