Eindeutige Worte: Doping-Verfahren gegen Ansah beeinflusst deutsche Sprint-Staffel nicht

Deutsche Medaillen-Staffel zeigt sich trotz Doping-Verfahren solidarisch

Stand: 16.08.2026, 08:15 Uhr

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Owen Ansah ist das große Thema bei der Leichtathletik-EM. Sein Sprint-Team solidarisiert sich mit ihm, doch so offen treten nicht alle auf.

Birmingham – Deutscher Silberjubel und Solidarität. Die deutsche Sprint-Staffel ist bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham über viermal 100 Meter ohne ihren besten Mann zur Silbermedaille gesprintet – und hat sich danach unmissverständlich hinter Owen Ansah gestellt, der wegen eines laufenden Dopingverfahrens nur zuschauen durfte. „Wir wissen, dass Owen hinter uns steht, und deswegen sage ich auch hier: Wir stehen hinter Owen“, sagte Staffelläufer Marvin Schulte nach dem Rennen.

Die deutschen Sprinter jubeln auch ohne Owen Ansah über Silber in Birmingham.

Die deutschen Sprinter jubeln auch ohne Owen Ansah über Silber in Birmingham. © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Dass die Solidarität der Staffel mit Ansah mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist, zeigte auch das gemeinsame Aufwärmen. Wie bereits bei der Qualifikation für das Staffelfinale war Ansah nah am Team dran, auch wenn er zum Start dann die Laufbahn verlassen musste. Doch auch von den Rängen aus ließ es sich fröhlich über Silber jubeln.

Sprint-Staffel lässt sich nicht von Ansahs Doping-Verfahren beeinflussen

Schulte war es zudem wichtig zu betonen, dass das laufende Verfahren gegen Ansah die Staffel nicht beeinträchtigt habe. „Das ist ein laufendes Verfahren“, sagte er zunächst knapp, fügte dann aber doch noch etwas hinzu: „Wir wünschen Owen alles, alles Beste von unserer Seite. Wir sind so stolz auf ihn, was der hier fabriziert hat, dass der zwei Medaillen hier geholt hat.“

Ob das, was Ansah bei der Leichtathletik-EM bisher „fabriziert“ hat, noch allzu lange Bestand haben wird, wird die Zukunft zeigen. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) wirft Ansah eine verweigerte Dopingkontrolle vor und beantragt eine vierjährige Sperre. Ansah selbst widerspricht dem entschieden. Er betont, nie eine Probe verweigert zu haben. Weil Ansah bis zur endgültigen Entscheidung antreten darf, ging er in Birmingham in den Solo-Wettbewerben an den Start.

Über 200 Meter holte Ansah dann das vielumjubelte Gold, zuvor gab es über die 100 Meter bereits die Bronzemedaille zu feiern. Sollte er allerdings nachträglich gesperrt werden, würden ihm die Erfolge aberkannt werden. Aus diesem Grund war er auch kein Teil der Sprintstaffel. Um keine nachträgliche Disqualifikation zu riskieren, hielt ihn der deutsche Verband aus dem Teamwettbewerb heraus.

Während die Kolleginnen und Kollegen aus dem deutschen Team sich öffentlich solidarisch zeigten, gaben sich die direkten Konkurrenten Ansahs deutlich zurückhaltender. Sowohl der Dritt- als auch der Zweitplatzierte im 200-Meter-Sprint kommentierten die Vorwürfe gegen den Deutschen nicht. Beide wären die größten Nutznießer einer nachträglichen Disqualifikation Ansahs. (sch)