Deutsche Teilung - Berlin erinnert an Mauerbau vor 65 Jahren

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird heute in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Bei einer Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße werden unter anderem Bundestagspräsidentin Klöckner, Berlins Regierender Bürgermeister Wegner und Kulturstaatsminister Weimer erwartet. Am Brandenburger Tor soll eine 30 Meter lange Installation an die einstigen Grenzanlagen erinnern.

13.08.2026

Blick durch die Installation während der Vorstellungs-Pressekonferenz. Je nach Perspektive wirkt die Wand aus Aluminium lichtundurchlässig oder transparent.

Ein temporärer Mauer-Gedenkort am Brandenburger Tor. (picture alliance / epd-bild / Christian Ditsch)

Weimer warnte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reiche das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne, sagte Weimer mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle Mitte Juli in Dessau.

Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Zupke, kritisierte, die DDR werde von manchen als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt. Private nostalgische Erinnerungen seien zutiefst menschlich, sagte Zupke der Zeitung. Problematisch werde es jedoch, "wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten". Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können.

Weimer: Straßen nach DDR-Widerstandskämpfern benennen

Der für Gedenkstätten zuständige Staatsminister Weimer macht sich nach eigenen Worten „große Sorgen“ um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September Wahlen stattfinden. „Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor“, sagte Weimer. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei.

Als aktive Form der Erinnerungsarbeit regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. "Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen", sagte er.

Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird am Donnerstag in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Die Grenzanlagen wurden ab dem 13. August 1961 errichtet, in den Folgejahren kamen mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen ums Leben. Mit dem Mauerfall vom 9. November 1989 endete die Teilung.

Diese Nachricht wurde am 13.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.