Deutscher Leichtathletik-Star enthüllt nach dem Rennen plötzlich körperliche Probleme
Deutscher Leichtathletik-Star kämpft live im TV mit den Tränen
Stand: 26.07.2026, 14:20 Uhr
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Leichtathletik-Star Gina Lückenkemper verpasst ihren nächsten Titel. Im anschließenden TV-Interview wird die deutsche Sprinterin emotional.
Bochum – Eigentlich wollte Gina Lückenkemper bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ihren nächsten Titel über 100 Meter gewinnen. Nach dem Finale musste sich die deutsche Top-Sprinterin aber mit dem dritten Platz begnügen. Im anschließenden TV-Interview wurde das sportliche Ergebnis schnell zur Nebensache: Die 29-Jährige kämpfte vor laufender Kamera mit den Tränen und berichtete von einem schweren gesundheitlichen Rückschlag.

Im Gespräch mit dem ZDF erklärte Lückenkemper, dass sie rund vier Wochen zuvor am Hinterkopf von einer Zecke gebissen worden sei. Der Zwischenfall habe ihr Nervensystem getroffen und zu einem längeren Trainingsausfall geführt, wie auch die Sportschau berichtet. „Ich musste Antibiotikum nehmen, und diese scheiß Zecke hat echt ein paar Mal das Nervensystem gebissen“, sagte die sichtlich bewegte Sprinterin. Die vergangenen Wochen seien für sie „echt hart“ gewesen.
Lückenkemper berichtet von Ausfällen des Nervensystems
Nach eigenen Angaben konnte Lückenkemper mindestens zwei Wochen lang nicht trainieren. Die Folgen habe sie selbst nach acht Stunden Schlaf noch deutlich gespürt, weil ihr Körper nicht richtig erholt gewesen sei. Zeitweise habe die ehemalige Europameisterin deshalb sogar darüber nachgedacht, gar nicht erst bei den Deutschen Meisterschaften in ihrer westfälischen Heimat anzutreten.
Auch unmittelbar vor ihren Läufen waren die Probleme offenbar noch sichtbar. Lückenkemper erklärte, dass sie in der Startposition wiederholt mit dem Kopf gewackelt habe, weil ihr Gleichgewichtssystem nicht richtig funktioniert habe. „Mir sind ständig die Systeme ausgefallen“, berichtete sie. Gerade beim Start, der ohnehin nicht als ihre größte Stärke gilt, habe der gesundheitliche Rückschlag zusätzliche Schwierigkeiten verursacht.
Vor diesem Hintergrund sei sie vor allem erleichtert gewesen, am Samstag überhaupt drei Läufe absolvieren zu können. „Ich war ehrlicherweise einfach nur froh, dass mein Körper heute drei Runden mitgemacht hat“, sagte Lückenkemper. Dieselben Aussagen veröffentlichte der Deutsche Leichtathletik-Verband auf seiner offiziellen Internetseite.
Nach 11,45 Sekunden im Vorlauf und 11,39 Sekunden im Halbfinale steigerte sich Lückenkemper im Endlauf auf 11,29 Sekunden. Zum fünften deutschen Meistertitel nacheinander reichte das allerdings nicht. Überraschend gewann die 22-jährige Jolina Ernst in persönlicher Bestzeit von 11,26 Sekunden. Die erst 18 Jahre alte Emma Goretzka lief zeitgleich über die Ziellinie und belegte vor Lückenkemper den zweiten Platz.
Der Auftritt setzte eine bislang schwierige Saison der deutschen Sprint-Königin fort. Ihr bester 100-Meter-Lauf des Jahres steht bei 11,21 Sekunden, wurde allerdings von zu starkem Rückenwind begleitet. Zum Vergleich: Ihre persönliche Bestleistung von 10,93 Sekunden stellte Lückenkemper 2024 auf. Bei der Heim-DM ging es für sie nach den gesundheitlichen Problemen jedoch weniger um schnelle Zeiten als darum, ihren Körper überhaupt wieder an mehrere Läufe innerhalb eines Tages zu gewöhnen.
Viel Zeit zur vollständigen Erholung bleibt ihr nicht. Vom 10. bis 16. August findet in Birmingham die Leichtathletik-Europameisterschaft statt. Dort wäre eine fitte Lückenkemper insbesondere für die deutsche 4x100-Meter-Staffel von großer Bedeutung. Mit der Staffel gewann sie bereits Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. (luh)