Eine Ära geht zu Ende: Tod von Schiedsrichter-Legende hinterlässt große Lücke im deutschen Eishockey

Deutsches Eishockey trauert um Schiedsrichter-Legende

Stand: 13.07.2026, 00:05 Uhr

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Josef „Jupp“ Kompalla gilt als der bedeutendste Eishockey-Schiedsrichter, den Deutschland je hervorgebracht hat. Nun ist die Ikone im Alter von 90 Jahren gestorben.

Kattowitz – Das deutsche Eishockey hat eine seiner prägendsten Figuren verloren. Josef „Jupp“ Kompalla, geboren am 13. März 1936 im oberschlesischen Kattowitz, ist am Sonntagmorgen nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 90 Jahre alt. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) bestätigte den Tod der Schiedsrichter-Ikone und sprach der Familie sein Beileid aus.

Der ehemalige deutsche Eishockey-Schiedsrichter Josef Kompalla ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der ehemalige deutsche Eishockey-Schiedsrichter Josef Kompalla ist im Alter von 90 Jahren gestorben. © Weihrauch/dpa

Kompalla begann seine Sportlaufbahn zunächst als aktiver Eishockeyspieler, ehe er 1969 den Wechsel an die Pfeife vollzog. Diese Entscheidung sollte den deutschen Eishockeysport nachhaltig prägen. Bis zu seinem Karriereende im Jahr 1992 leitete er insgesamt mehr als 2.000 Partien in den deutschen Ligen sowie über 150 Länderspiele, noch dazu ohne jedwede technische Hilfsmittel – Zahlen, die seinen unermüdlichen Einsatz für den Sport eindrucksvoll belegen.

Kompalla legt einzigartige Karriere als Schiedsrichter hin

Auf internationalem Parkett hinterließ Kompalla ebenfalls bleibende Spuren. Der Weltverband IIHF nominierte ihn für elf Weltmeisterschaften und drei Olympische Winterspiele – 1976, 1980 und 1984. Einen besonderen Platz in der Sportgeschichte nahm er mit seiner Teilnahme am legendären achten und entscheidenden Spiel der Summit Series 1972 zwischen der UdSSR und Kanada in Moskau ein – trotz heftiger Proteste der kanadischen Seite, die ihn als „inkompetenten“ Schiedsrichter abgelehnt hatte.

Die Auszeichnungen, die Kompalla im Laufe seines Lebens erhielt, spiegeln die Ausnahmestellung seiner Karriere wider. 1992 wurde ihm der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Elf Jahre später folgte die Aufnahme in die „Hall of Fame“ des Eishockey-Weltverbands IIHF – als damals erst neunter Deutscher überhaupt. Der DEB ernannte ihn zudem zum Ehrenmitglied.

Auch nach dem Ende der aktiven Laufbahn blieb Kompalla seinem geliebten Wintersport erhalten. Er engagierte sich als Schiedsrichterbeobachter und Ausbilder und gab seine jahrzehntelange Erfahrung an die nächste Generation weiter. So schlug seine mittlerweile 62-jährige Tochter Nicole ebenfalls eine Karriere als Schiedsrichterin ein.

„Einer der ganz Großen“: Kompalla hinterlässt große Lücke im deutschen Eishockey

In einer Mitteilung erklärte der DEB: „Mit Jupp Kompalla verliert die Eishockeywelt eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die den Eishockeysport in Deutschland über viele Jahre hinweg mitgestaltet hat.“ Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga, würdigte Kompalla in seinem Nachruf zudem als „einen der ganz Großen“. Er zeigte sich zudem dankbar, dass die DEL ihn im März anlässlich seines 90. Geburtstags noch einmal persönlich hatte ehren können.

Mit dem Abschied von Kompalla geht eine Ära zu Ende: Kaum ein anderer Unparteiischer hat dem Eishockey in Deutschland über Jahrzehnte hinweg einen derart bleibenden Stempel aufgedrückt – als Schiedsrichter, als Ausbilder und als Botschafter seines Sports. Die Lücke, die sein Tod hinterlässt, dürfte im deutschen Eishockey so schnell nicht zu schließen sein. (fn)