Deutschsommer machte schüchternes Mädchen zur Lehramtsstudentin

Stand: 12.07.2026, 19:23 Uhr

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Tahzeeb Rahaman war Teil des Deutschsommers.

Tahzeeb Rahaman ist 20 Jahre alt und kommt aus Frankfurt. Aktuell studiert sie Lehramt in Gießen. © privat

Tahzeeb Rahaman war neun Jahre alt, als sie 2013 am Deutschsommer teilnahm. Heute studiert die 20-Jährige Lehramt – und steht selbstbewusst vor der Klasse.

Bei der Stiftung Polytechnische Gesellschaft würde es wohl niemanden überraschen, wenn ehemalige Teilnehmende des Deutschsommers sagen, dass sie noch immer gern an jenen Sommer zurückdenken. Diese Rückmeldungen erhält die Stiftung häufiger. Auch Tahzeeb Rahaman hat die prägende Zeit noch im Kopf. Im Gespräch verrät sie, was ihr besonders gut gefallen hat und wie ihr das Gelernte heute noch hilft.

Frau Rahaman, wann haben Sie am Deutschsommer der Stiftung Polytechnische Gesellschaft teilgenommen?

Das war 2013 und ich muss so neun Jahre alt gewesen sein. Wir waren damals in Oberreifenberg im Taunus gewesen.

Und erinnern Sie sich noch ab und zu an jene Zeit?

Ich erinnere mich sogar oft daran, vor allem im Sommer, wenn man dann durch Frankfurt fährt, und wieder Kinder an den Grundschulen sieht. Da kommt es dann wieder hoch.

Aber es sind positive Erinnerungen, oder?

Ja, auf jeden Fall. Das war, glaube ich, einer meiner schönsten Sommer als Kind. Das war so ein bisschen ein Wendepunkt in meinem Leben.

Warum?

Ich hatte nicht wirklich große Probleme mit der deutschen Sprache, aber ich war sehr, sehr schüchtern. Und durch den Deutschsommer habe ich Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gewonnen und den Mut gefasst, auch mal lauter zu reden als davor.

Es hat also etwas für Ihre Zukunft gebracht?

Ja, ich studiere Lehramt und ich hätte mir zu der Zeit wahrscheinlich nie vorstellen können, vor einer ganzen Klasse zu stehen und einen Unterricht anzuleiten, aber jetzt ist das Selbstbewusstsein auf jeden Fall da.

Wie ist das gelungen?

Im Theaterunterricht dort wurde uns gut und auch spielerisch beigebracht, wie wir laut und deutlich reden und uns gut artikulieren können. Man hat uns Mut zugesprochen und vor allem sehr motiviert. Und auch, wenn man mal gescheitert ist, wenn man mal nicht laut genug war, dass einem motivierend zugerufen wurde, es noch mal zu probieren, und es Hilfestellungen gab, wie man es mal anders probieren kann. Man hat sich nie geschämt.

War der Theaterunterricht das Beste am Deutschsommer für Sie?

Er hat mir wirklich sehr viel Spaß bereitet. Aber ich erinnere mich auch noch an eine Freizeitaktivität: Da sind wir wandern gegangen, und das war richtig schön. Wir haben da viel Natur gesehen und es war so ein richtig inniger Moment. Ich war immer schon ein Naturmensch. Und da habe ich mich richtig geöffnet, das weiß ich noch. Ich habe richtig viel an dem Tag mit einer Betreuerin auf der Wanderung geredet. Und sie fand das toll, weil man dadurch meine Entwicklung sehen konnte. Am Anfang des Deutschsommers hatte ich kaum geredet.

Würden Sie den Deutschsommer anderen Familien empfehlen?

Auf jeden Fall. Anfangs ist es für die Familien was Neues, und da muss man auch als Elternteil ein bisschen loslassen. Meine Eltern waren zum Beispiel ein bisschen ängstlich. Aber ich denke, jedes Kind kommt mit einem Mehrwert aus dem Deutschsommer. Es wird in der deutschen Sprache gefördert, bekommt mehr Selbstvertrauen und wird einfach eine schöne Zeit dort haben. Jeder, der die Chance bekommt, diese Erfahrung zu machen, sollte sie auf jeden Fall annehmen.