DFB schlägt Kompass-Modell für Regionalliga-Reform vor

Bernd Neuendorf

AUDIO: DFB-Präsident Neuendorf unterbreitet Vorschlag für Kompass-Modell (1 Min)

Fußball | Regionalliga

Stand: 23.10.2026 13:35 Uhr

DFB-Präsident Neuendorf hat einen Vorschlag zur Reform der Regionalliga ab der Saison 2028/29 vorgelegt. Geplant sind vier Staffeln mit jeweils 20 Teams - im sogenannten Kompass-Modell. Neben der Anzahl der Teilnehmer aus jedem Regionalverband stehen in dem Entwurf auch die künftigen Aufstiegsregelungen in die vierte Liga.

von SPORT IM OSTEN

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat den Chefs der Regional- und Landesverbände seinen Vorschlag für eine Regionalliga-Reform ab der Saison 2028/2029 übermittelt. Demnach setzt der Neuendorf-Vorschlag auf das sogenannte Kompass-Modell, bei dem vier Staffeln mit je 20 Teams nach geografischen Gesichtspunkten zusammengestellt werden, deren Meister anschließend direkt in die 3. Fußball-Liga aufsteigen. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Finanzielle Unterstützung vorgesehen

Der DFB-Vorschlag, der am Montag (26. Oktober) diskutiert werden soll, beinhaltet auch Kompensationszahlungen von je 500.000 Euro an jeden der fünf Regionalverbände sowie 40.000 Euro für jeden teilnehmenden Verein. Ausgeschlossen von diesen Zahlungen, die zunächst für vier Jahre garantiert werden sollen, sind die zweiten Mannschaften der Profi-Clubs. Träger soll der DFB sein und nicht wie bislang die Regionalverbände. Der DFB würde damit auch die zentrale Vermarktung der Regionalliga, insbesondere TV-Rechte und Sponsoring, übernehmen.

Abstimmung auf einem DFB-Bundestag

Was bedeutet das für die Regionalliga Nordost?

Der Regionalliga Nordost sollen 14 Startplätze zustehen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die ersten 14 Mannschaften der Abschlusstabelle 2027/2028 qualifiziert sind. Der NOFV muss bis zum 1. Juli 2027 festlegen, wie seine 14 Plätze zwischen bisherigen Regionalligisten und möglichen Oberliga-Aufsteigern verteilt werden. Die kommende Saison würde also extra schwierig werden, denn es ginge nicht um die normale Platzierung, sondern um die Qualifikation für die neue Regionalliga.

Nachteile?

Bei dem Modell dürfte der Klassenerhalt schwieriger werden. In der neuen Regionalliga steigen grundsätzlich vier von 20 Mannschaften pro Staffel ab und auch die finanziellen Herausforderungen sind noch nicht absehbar. Aufgrund der Wege könnte es für Vereine finanziell anspruchsvoller werden. Die heutige Regionalliga Nordost würde aufgelöst und damit könnten auch regionale Rivalitäten flöten gehen, auch wenn Derbys, neben der geographischen Nähe, ein Faktor zur Erstellung der Staffeln sein sollen. Es besteht aber für einzelne Vereine die Gefahr, regelmäßig unterschiedlichen Staffeln zugeordnet zu werden. Denn je nach Auf- und Absteigern würde immer wieder neu bewertet.

Szene aus Livestream MDR-Fernsehen

So könnte eine mögliche Einteilung der Staffeln aussehen.

Aufstieg in die Regionalliga ab 29/30?

Ab 2028/2029 werden jährlich 16 Aufsteiger aus der fünften Spielklassenebene ermittelt. Pikant dabei: Der Nordosten und Bayern bekommen jeweils 2,5 Aufsteiger, der Westen und Südwesten dagegen 4, der Norden 3. Für den Nordosten bedeutet das: Es gibt grundsätzlich zwei feste Aufstiegsplätze (Oberliga Süd/Nord) und einen möglichen dritten über Entscheidungsspiele gegen einen bayerischen Vertreter. Falls NOFV und BFV keine andere Regelung vereinbaren, spielen ihre jeweils ermittelten Oberliga-Vertreter in Hin- und Rückspiel um den zusätzlichen Platz.

Am 18. Dezember soll entschieden werden

Fußball, Festakt 125 Jahre Deutscher Fußball-Bund, Kongresshalle am Zoo Leipzig. Bernd Neuendorf, Präsident des DFB, spricht auf der Bühne. (zu dpa: «Regionalliga-Reform: DFB plant Bundestag im Dezember»)

Bernd Neuendorf, Präsident des DFB, setzt auf das sogenannte Kompass-Modell.

Beschlossen werden soll die Regionalliga-Reform beim DFB-Bundestag am 18. Dezember. Bis dahin sind noch zahlreiche Gespräche notwendig, da nicht alle Regionalverbände im DFB das Kompass-Modell mittragen wollen. So setzt Bayern auf eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit dann fünf Aufsteigern aus den fünf Regionalligen.

dpa/SpiO

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