„Das Bitterste in meiner Karriere“: Matthias Ginter tritt nach WM‑Nicht-Nominierung gegen Nagelsmann nach

DFB-Star Ginter schießt nach WM‑Ausbootung gegen Nagelsmann

Stand: 08.08.2026, 18:47 Uhr

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Matthias Ginter blickt noch immer mit Enttäuschung auf seine verpasste WM-Nominierung zurück. Besonders Julian Nagelsmanns Kommunikation ärgert den Freiburger.

Freiburg – Manche Enttäuschungen brauchen Zeit, um wirklich zu sacken. Bei Matthias Ginter dauerte es offenbar bis zum Beginn der Weltmeisterschaft, ehe das Aus für ihn endgültig greifbar wurde. Der Freiburger Innenverteidiger hatte bis zuletzt auf eine Berufung in den deutschen WM-Kader gehofft. Er ärgert sich noch heute darüber, wie die Entscheidung von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann kommuniziert wurde.

Matthias Ginter hat noch gegen Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann nachgetreten.

Matthias Ginter hat noch gegen Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann nachgetreten. © picture alliance/dpa | Federico Gambarini, picture alliance/dpa | Robert Michael

Besonders die Informationspolitik stößt Ginter sauer auf. Im Gespräch mit dem kicker machte der 32-Jährige deutlich, dass es aus seiner Sicht bereits über einen längeren Zeitraum Probleme in der Kommunikation gegeben habe. „Über die Art und Weise, wie das generell drei Jahre lang abgelaufen ist, will ich nicht sprechen“, sagte Ginter zunächst.

„Der Zeitpunkt war eigentlich anders geplant, gerade auch mit den ganzen vorher veröffentlichten Leaks, aber ich wurde erst am Donnerstag, dem Tag der Nominierung, informiert.“ Dabei hatte Ginter durchaus Grund zur Hoffnung. In den Monaten vor der WM gehörte er statistisch zu den stärksten deutschen Abwehrspielern und wollte die Hoffnung auf seine vierte Weltmeisterschaft nicht vorzeitig aufgeben. Bereits 2014, 2018 und 2022 war er Teil des deutschen Aufgebots.

Dass er diesmal nicht berücksichtigt wurde, kam für ihn dennoch nicht völlig aus dem Nichts. „Ich bin ja nicht von einem auf den anderen Tag aus der Nationalmannschaft geflogen“, erklärte der Routinier. Was die Entscheidung allerdings besonders schmerzhaft machte, war der Zeitpunkt. Ginter hatte mit Freiburg gerade eine außergewöhnliche Saison hinter sich, musste im Europa-League-Finale gegen Aston Villa jedoch eine 0:3-Niederlage hinnehmen.

Nur wenige Stunden später folgte die Nachricht von seiner Nicht-Nominierung. „Es war mit das Bitterste in meiner Karriere, schlimme Stunden und ein Doppelschlag am Ende einer eigentlich sehr besonderen Saison“, blickte er zurück. Die beiden Rückschläge konnte Ginter zunächst kaum voneinander trennen. „Zunächst habe ich das gar nicht richtig realisiert“, schilderte der Freiburger.

Erst später sei ihm die Tragweite bewusst geworden: „Erst mit dem Eröffnungsspiel der WM ist es mir dann so richtig bewusst geworden – und weil es ein Paket war, kam dann auch die Enttäuschung über das verlorene Finale wieder.“ Seine Enttäuschung sei deshalb nicht nur auf die verpasste WM zurückzuführen, sondern auf das Gesamtpaket.

Trotz aller Kritik bleibt vor allem die Erinnerung an einen außergewöhnlich bitteren Abschluss einer besonderen Saison. Ginter hatte bis zuletzt auf das WM-Ticket gehofft und musste innerhalb kürzester Zeit gleich zwei schwere Rückschläge verkraften. „Ich habe schon Enttäuschungen in meiner Karriere erlebt, aber nicht in diesem Paket binnen zwölf Stunden“, sagte der 32-Jährige. (LF)