Die drängendsten Themen vor Amtsantritt von Neubürgermeister Marcus Milligan
Stand: 23.09.2026, 06:30 Uhr
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Marcus Milligan wird am 28. September als neuer Bürgermeister von Münster eingeführt. Sein erstes großes Projekt: den Haushalt 2027 einzubringen – ohne gesicherte Finanzlage.
Münster – Wenn die Münsterer Gemeindevertretung am 26. Oktober zu ihrer nächsten Arbeitssitzung zusammenkommt, wird sich Marcus Milligan schon vier Wochen lang als neuer Bürgermeister eingearbeitet haben. Am kommenden Montag, 28. September, 19 Uhr, erfolgt in der Kulturhalle die Amtseinführung des parteilosen Ex-Christdemokraten. Sobald er auch formal Verwaltungschef ist, wird ihm im Parlament jene Aufgabe zukommen, die zuletzt die Erste Beigeordnete Denise Hast (und bis zu seinem Tod im April Milligans Amtsvorgänger Joachim Schledt) innehatte: das Verlesen einer Reihe von Mitteilungen und Sachständen zu kleinen und großen Lokalthemen.

In der jüngsten Sitzung übernahm Hast das letztmals – und hatte dabei eine Art Marathon zu meistern: Gleich 22 Mitteilungen trug sie vor und erntete für die Fleißarbeit Applaus. Thematisch reichte der Reigen vom Feldkreuz-Grundstück im Baugebiet „Am Seerich“ über Bushaltestellen bis hin zum neuen Haushalt. Ein Auszug.
Nahversorger und Wohnungen am Seerich
Im Baugebiet „Am Seerich“ ist das Grundstück am Feldkreuz das letzte große Areal, das noch nicht entwickelt wird. Denise Hast teilte nun aber mit, dass die Bauaufsicht des Landkreises Darmstadt-Dieburg die Baugenehmigung für das Vorhaben des öffentlich noch nicht in Erscheinung getretenen neuen Eigentümers im Juli erteilt habe. Entstehen sollen wie beim vorherigen Käufer, der sich dann wieder aus dem Projekt zurückgezogen hatte, ein Nahversorger mit Bäckerei und angeschlossenem Café im Erdgeschoss sowie 22 Wohnungen in zwei Obergeschossen.
Der Markt soll von Netto betrieben werden; der Lebensmittelhändler hat sich noch nicht geäußert, was dann aus dem bestehenden Münsterer Netto-Markt in der Goebelstraße werden soll. Die beiden Obergeschosse werden u-förmig angeordnet, das Dach des mittig liegenden Marktes wird begrünt. Die südliche Hälfte des Grundstücks ist für 124 Pkw-Stellplätze vorgesehen. Baubeginn soll inzwischen im Frühjahr 2027 sein. Ursprünglich sollte es noch in diesem Jahr losgehen, doch zog sich die Erteilung der Baugenehmigung länger hin als gedacht.
Bahnhofsplatz
Nach dem Abschluss der Tiefbauarbeiten und der Inbetriebnahme des Wasserspiels gehen die Bauarbeiten auf die Zielgerade. Die Möblierung sowie die verbleibenden Landschaftsbauarbeiten einschließlich der vorgesehenen Baumpflanzungen sollen bis Ende Oktober abgeschlossen werden.
Bushaltestellen
Die Haltestellen am Altheimer Feuerwehrhaus und an der Münsterer Schule auf der Aue sollen barrierefrei werden. Die Nahverkehrsgesellschaft Dadina arbeitet dafür weiterhin an der Ausführungsplanung. Nach einem Ortstermin an der Schule wurden auch Möglichkeiten besprochen, wie die dortige Sicherheit vergrößert und der zu Schulzeiten stark frequentierte Einstiegsbereich entlastet werden könnten. Die Vorschläge könnten nach Rücksprache mit dem Land, das über seine Verkehrsbehörde Hessen Mobil Fördergeber ist, in die Planung einfließen.
Frankenbach-Gelände
Parallel zur Abwägung der frühzeitigen Beteiligung der Bauleitplanung wird die Erschließungsplanung vorangetrieben, um insbesondere die für die Bauleitplanung relevanten technischen Fragen zu klären. Im Rahmen der laufenden Erschließungsplanung nehmen neben den Themen Entwässerung, Wasserversorgung, Straßenplanung und Kampfmittelsondierung insbesondere die Fragen zur Sicherung der vorhandenen Stützwand einen größeren Raum ein. Zudem finden derzeit Vertragsverhandlungen mit der Stadt Dieburg zur Fortführung der Erschließungsstraße in Richtung Edeka-Kreisel statt.
Haushalt
Aktuell melden die Fachbereiche der Kommune die Mittel für die einzelnen Budgets im Haushalt 2027 an. Der Entwurf des neuen Münsterer Gemeinde-Etats soll bis November erstellt sein. Am 1. Dezember soll er im Gemeindevorstand präsentiert werden und am 14. Dezember öffentlich in der Gemeindevertretung. Einbringen wird ihn dort dann der neue Bürgermeister Marcus Milligan.
Die Nachjustierungen durch die Fachausschüsse des Parlaments sowie die Haushaltsdebatte und -abstimmung finden damit erst im neuen Jahr statt. Einen rechtskräftigen Haushalt wird Münster damit auch 2027 frühestens nach Fastnacht haben, da üblicherweise auch nach der Verabschiedung durchs Parlament noch mehrere Wochen vergehen, ehe die Kommunalaufsicht den Entwurf geprüft und genehmigt hat. Auch um ein Haushalts-Sicherungskonzept wird Münster wegen seiner klammen Finanzlage abermals nicht umhinkommen. (Jens Dörr)