„Werden nicht um jeden Preis CDU‑Ministerpräsidenten ins Amt verhelfen“: Linke knüpfen Zusammenarbeit an Bedingung
Die Linke zeigt sich offen für Zusammenarbeit mit der CDU unter Bedingungen: „Wollen inhaltlich mitreden“
Stand: 28.08.2026, 14:01 Uhr
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Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September dürfte die Regierungsbildung schwierig werden. Die Linke geht auf die CDU zu.
Magdeburg – Mit Spannung wird die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September erwartet. Die AfD gibt sich selbstbewusst, doch um mit Ulrich Siegmund den Ministerpräsidenten zu stellen, braucht die in diesem Landesverband als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei die absolute Mehrheit. Doch folgt man der letzten Umfrage vom 28. August, verliert die AfD und kommt auf 40 Prozent. Das ist zwar mit Abstand der höchste Wert, doch zum Regieren reicht das nicht.

Wie sieht es mit den demokratischen Parteien aus? Mit 23 Prozent folgt die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Die Linke wird bei 13 Prozent gesehen, dahinter kommen die SPD mit 9 Prozent und die Grünen mit 6 Prozent. Eine Koalition aus CDU, SPD, Grünen und der Linken läge somit bei 51 Prozentpunkten; die Sache hat nur einen Haken: Die CDU hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der Linken, doch die macht ein Angebot.
Vor Sachsen-Anhalt-Wahl stellen Linke Forderungen an CDU
So erklärte Linke-Fraktionschef Sören Pellmann gegenüber der Rheinischen Post, dass eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der CDU möglich sei. „Ein Tolerierungsmodell wie in Thüringen oder Sachsen wäre denkbar“, sagte er, machte aber zugleich deutlich, dass das an Bedingungen geknüpft sei: „Wir werden nicht um jeden Preis einem CDU-Ministerpräsidenten ins Amt verhelfen. Dann wollen wir inhaltlich mitreden – etwa in der Innenpolitik, in der Bildungspolitik oder bei der gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum.“
Vorab hatte sich bereits Fraktionschefin Heidi Reichinnek geäußert und dargelegt, wie eine Zusammenarbeit im Falle einer Minderheitsregierung aussehen könnte. „Wir werden mit niemandem zusammenarbeiten, der am Ende AfD-Politik umsetzen will“, sagte sie Rechinnek der Augsburger Allgemeinen vom Donnerstag. Die Linke wolle „Verbesserungen für die Menschen“ erreichen. Ihre Forderungen müssten sich daher „klar im Haushalt niederschlagen, denn dort wird es für den Alltag der Menschen konkret“, betonte Reichinnek, die ursprünglich aus Sachsen-Anhalt stammt.
Schulze blieb bei der Frage nach den Koalitionsoptionen bislang vage, obwohl auch er wissen dürfte, dass eine Zusammenarbeit mit der Linken die wahrscheinlichste Option ist, angesichts des Vorsprungs der AfD. Dennoch betonte der Ministerpräsident, er werde sich nicht von jemandem abhängig machen. Dagegen hatten sich CDU-Landtagsabgeordnete offen für Gespräche mit der Linken gezeigt, wie etwa der sachsen-anhaltische CDU-Landesvize André Schröder. Er sah bereits im Mai im Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU kein Problem für eine Kooperation mit den Linken.
Unionsfraktionschef Frei legt sich im ZDF bei Hayali nicht fest
Unionsfraktionschef Thorsten Frei wollte sich im ZDF bei Dunja Hayali auch nicht festlegen. Im heute-journal wurde er von der Moderatorin gefragt, ob ihm „der Unvereinbarkeitsbeschluss wichtiger als das Land“ sei. Der entgegnete, dass „ein Beschluss aus Verantwortung“ heraus gefasst werde: „Wir können natürlich nicht mit jedem zusammenarbeiten, sondern da muss es auch gewisse Übereinstimmungen in der Programmatik und in anderen Dingen geben und deswegen ist es zunächst einmal auch Ausdruck von Verantwortung.“ Man werde sich mit der Lage am Abend des 6. September auseinandersetzen. (Quellen: dpa, AFP, eigene Recherche) (ktho)