St. Paulis Abwehr wackelt – doch einer macht Hoffnung

FC St. Pauli

Die nächste Enttäuschung: Die St. Pauli-Noten nach der Pleite gegen Kaiserslautern

Tomoya Ando (M.) & Co. finden einfach nicht herein in die Saison.
picture alliance / Eibner-Pressefoto | Max Vincen

Während Rückkehrer Ceesay nach seiner Einwechslung sofort trifft, enttäuschen vor allem mehrere Defensivspieler. Die Einzelkritik.

Statistisch gesehen waren sie auch im dritten Zweitliga-Spiel dieser Saison die bessere Mannschaft. Davon aber können sich die Profis des FC St. Pauli nichts kaufen. Mit 1:2 (0:1) verlor das Team von Trainer Marcel Rapp gegen den 1. FC Kaiserslautern. St. Pauli hatte 21:11 Torschüsse, kassierte aber einmal mehr zu leicht die Gegentore. Die Einzelkritik:

Voll: Hatte lange kaum etwas zu tun, musste keinen Schuss parieren und dann den Ball aus dem Netz holen. Beim 0:2, bei dem der Ball flach in der Torwartecke einschlug, machte er keine gute Figur, parierte dagegen stark gegen Ritter (49.). Wirkte bei hohen Bällen nicht immer sicher, dafür brachten einige zielgenaue Abstöße Gefahr. Note 4

Nemeth: Der Kapitän hatte in den direkten Duellen seine besten Szenen und zeigte sich auch in der Luft robust, den Raum verteidigte er nicht immer sicher. Früh mit Gelb belastet. Bei seinen Flanken gab es massive Schwankungen: mal brandgefährlich, mal erschreckend harmlos. Note 4,5

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Mathisen: Ein sicherer Abwehrchef sieht anders aus. Einige gute Aktionen und starke Spieleröffnungen wechselten sich mit zu vielen verlorenen Zweikämpfen ab. Ließ sich vor dem 0:2 zu leicht austanzen. Wie Nemeth schon vor der Pause mit Gelb verwarnt. Musste schon nach 55 Minuten raus. Ganz bitter und eine Höchststrafe. Note 5

55. Metcalfe: Der Australier stabilisierte das zentrale Mittelfeld. Sein schnörkelloses Spiel sorgte für Klarheit und mehr Struktur, offensiv hatte er aber nur eine richtig gefährliche Szene (67.). Note 3,5

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Ando: Der Japaner sollte in Liga zwei einen Unterschied machen, stattdessen spielt er nach wie vor nicht auf dem Niveau der Bundesliga-Rückrunde. Schlimmer: Er spielte schwach. Hing beim 0:1 mit drin, weil er gegen Sahin nicht herausrückte. Wirkt verunsichert. Note 5 

Pyrka: Einige richtig gefährliche Vorstöße über die rechte Seite, bei denen sein letzter Ball hätte besser kommen können. Manchmal etwas zu offensiv, was zulasten seiner Defensivarbeit ging, aber ohne große Fehler blieb. Note 3

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Smith: Nachdem sein erhoffter Sommerwechsel in eine gute erste Liga geplatzt ist, gab er sein Startelfdebüt. Oft am Ball. Viel unterwegs, aber nicht allzu viele zwingende Aktionen. Als Sechser solide. Nach der Auswechslung von Mathisen gab er den Abwehrchef. In der Rolle war er besser. Note 3

Rasmussen: Zunächst sehr auffällig und als kluger Ballverteiler an fast allen gefährlichen Angriffen der Kiezkicker beteiligt. Unerklärlich, warum er den Faden verlor und mehr reagierte als agierte. Note 4

Oppie: Wie immer mit sehr hoher Intensität unterwegs. Auch wenn nicht alles gelang und bei seinen Abschlüssen die letzte Präzision fehlte, war er dennoch einer derjenigen, denen in jeder Minute der Wille und die Bereitschaft anzusehen waren. Note 3

Hrgota: Sehr präsent in St. Paulis starker erster Viertelstunde und an vielen Aktionen beteiligt. Tauchte dann etwas ab, leitete aber den Anschlusstreffer zum 1:2 ein und bekam die zweite Luft. Seine Abschlüsse waren allerdings überwiegend harmlos. Note 4

Hara: Der Japaner war erneut der überzeugendere der beiden Startelf-Stürmer, war sehr fleißig, ging energisch in jedes (Kopfball-)Duell und bereitete das erste Tor der Kiezkicker vor. Note 3 

83. Niang: Nur drei Tage nach seiner Verpflichtung gab die Leihgabe des 1. FC Köln sein Debüt für St. Pauli. War noch kein Faktor, was nicht verwundern darf. —

Kaars: Sehr eifrig in der Anfangsphase und mit vielen Sprints und einem tollen Solo, dann immer weniger im Spiel und kaum noch mit Aktionen. Kein Torabschluss. Nicht schlecht, aber dennoch war es zu wenig. Note 4,5

55. Ceesay: Seine Einwechslung war eine Initialzündung. Der lange verletzte Rückkehrer erzielte mit seinem ersten Ballkontakt der Saison das Tor zum 1:2-Anschluss und blieb ein stetiger Gefahrenherd. Gut, dass er wieder da ist. Könnte im nächsten Spiel von Beginn an ran. Note 2