Noch bis einschließlich Montag wird das Welterbekomitee der UNESCO bei seiner Sitzung im südkoreanischen Busan den Tagesordnungspunkt 8B verhandeln. Hinter der Zahlen-Buchstaben-Kombination versteckt sich nichts Geringeres als die Abstimmung über die neuen Welterbestätten. Insgesamt waren 33 Stätten für die Welterbeliste nominiert, 23 davon wurden bereits neu aufgenommen.
Online seit heute, 18.34 Uhr
Jahr für Jahr entscheidet das UNESCO-Komitee über die Ernennung neuer Welterbestätten. So unterschiedlich die Kultur- und Naturstätten auch sein mögen, sie alle verbinde ein „außergewöhnlicher universeller Wert“. Heuer zählt die Mehrheit der eingeschriebenen Stätten zum Kultur-, rund ein Viertel zum Naturerbe.
Insgesamt stehen auf der Welterbeliste rund 1.250 Stätten in 170 Ländern. Die Freiheitsstatue in New York, Maya-Ruinen in Mexiko, das Taj Mahal in Indien, die Galapagos-Inseln in Ecuador und die Lagunen von Venedig etwa sind längst weltberühmt.
Ziel: Stätten für zukünftige Generationen erhalten
Mit der Einschreibung obliegt es den jeweiligen Vertragsstaaten, den Schutz dieser Stätten zu garantieren und sie „für zukünftige Generationen zu erhalten“, wie es seitens der UNESCO heißt. Schließlich handle es sich um einzigartige Zeugnisse sowohl der Kulturgeschichte der Menschheit als auch des Reichtums der Natur.
Doch nicht immer gelingt das. So gelten etwa 60 Stätten derzeit als bedroht – etwa durch den Klimawandel, Kriege, Naturkatastrophen oder – wie im Falle Wiens – durch Baumaßnahmen. Insgesamt ist Österreich mit zwölf Stätten auf der Welterbeliste vertreten.
Der Olymp, nach der griechischen Mythologie die Heimat der zwölf olympischen Götter, wurde sowohl wegen seiner einzigartigen Natur als auch wegen seiner herausragenden Rolle in der Kultur- und Geistesgeschichte in die Liste aufgenommenDie fünf D-Day-Landungsstrände in der Normandie, an denen die Alllierten im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen NS-Deutschland gelandet waren, sind nun auch UNESCO-Welterbe. Schließlich handelt es sich um eine „außergewöhnliche Kulturlandschaft, die sowohl von den Ereignissen des Jahres 1944 als auch von deren fortwährender Erinnerung geprägt ist“, so die UNESCO.Nichts weniger als „Finnlands Beitrag zur modernen Architektur“ seien die Werke von Alvar Aalto. Ausgezeichnet wurde nun sein Ensemble aus 13 Gebäuden.Die „Berliner modernen Wohnsiedlungen“ wurden um jene der Waldsiedlung Zehlendorf ergänzt – sie zählt zu den größten modernistischen Wohnsiedlungen DeutschlandsDie Burg Alamut und die dazugehörigen Befestigungsanlagen im Iran galten dem Volk der Nizariten ab dem elften Jahrhundert n. Chr. als politisches, militärisches und intellektuelles ZentrumDie antike buddhistische Stätte von Sarnath in Indien zieht als wiederbelebter Pilgerort auch heute noch Buddhistinnen und Buddhisten aus aller Welt anAsuka-Fujiwara umfasst neunzehn archäologische Stätten aus dem sechsten bis achten Jahrhundert, die die späteren japanischen Hauptstädte Nara und Kyoto prägen solltenDas in Jingdezhen hergestellte blau-weiße Porzellan wurde zu einem „Symbol chinesischer Kultur und Kunst“ und die Standorte der Porzellanindustrie nun zu UNESO-WelterbeDie fünf Festungen im Süden des Libanon auf „markanten Hügelkuppen und strategischen Bergrücken“ wurden zwar auf die Welterbeliste gesetzt – aufgrund der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah zugleich aber sofort als gefährdet eingestuftDie Felsenmoscheen in Kasachstan wurden in den Boden gegraben und werden von der lokalen Bevölkerung daher auch „Untergrundmoscheen“ genanntDie königlichen Festungen des Languedoc aus dem 13. und 14. Jahrhundert in der Küstenregion im Süden Frankreichs stellen ein Zeugnis „prunkvoller Architektur, die der dramatischen Topografie angepasst war“, dar, so die UNESCODie archäologische Stätte Sebastia im von Israel besetzten Westjordanland wurde im Eilverfahren in die Welterbeliste aufgenommen und gilt als „äußerst gefährdet“Das Gebäudeensemble im usbekischen Taschkent illustriere der UNESCO zufolge eine besondere Phase des architektonischen Modernismus, bei der auch das Bauen mit regionalen Materialien eine bedeutende Rolle zukommeDie Ursprünge der Friedhofsanlagen in der heutigen Mongolei reichen zurück bis ins dritte Jahrhundert v. Chr.Die Medinas auf den ostafrikanischen Komoren-Inseln sind laut UNESCO „insulare Stadtformen“, die aus dem kulturellen Austausch im Zusammenhang mit Migration und Handel im Indischen Ozean hervorgingenDie portugiesischen Kolonialplantagen auf dem afrikanischen Inselstaat Sao Tome und Principe dienten der Kaffee- und Kakaoproduktion – auf Basis von Zwangsmigration und ZwangsarbeitItalien hat – neben China – die meisten Welterbestätten. Mit dem „System der Condominio-Theater im italienischen Stil des 18. und 19. Jahrhunderts in Mittelitalien“ nun eine mehr.Mit Sidi Bou Said, einem „malerischen Dorf, das sich auf einem Felsvorsprung mit Blick auf das Mittelmeer harmonisch in die Klippenlandschaft einfügt“, hat es Tunesien zum zehnten Mal auf die Welterbeliste geschafftDas thailändische Kloster Wat Phra Mahathat Woramahawihan wurde im Laufe der Jahre von verschiedenen religiösen und architektonischen Traditionen geprägtNicht das Seepferdchen, sondern das Meeresschutzgebiet Akaba in Jordanien, wo es sich aufhält, wurde zum Naturwelterbe ernannt. Der Grund: seine außergewöhnliche Artenvielfalt.Das riesige Savannen- und Feuchtgebietsökosystem Boma-Badingilo im Südsudan ermögliche eine der weltweit größten noch existierenden Wanderungen von Millionen von Landsäugetieren, meint die UNESCODas US-Sumpfgebiet Okefenokee bietet 856 Pflanzenarten, 48 Säugetierarten, 238 Vogelarten, 39 Fischarten und 90 Reptilien- und Amphibienarten einen wichtigen LebensraumHier im Limfjord-See vor der Küste Dänemarks lassen sich laut UNESCO „einige der weltweit am besten erhaltenen Fischfossilien“ findenDas Wadi-Wuraya-Schutzgebiet in den Vereinigten Arabischen Emiraten beherberge mindestens zehn global bedrohte Tier- und PflanzenartenGetbol, die Wattgebiete an den Flachküsten Koreas, zählen bereits seit 2021 zum UNESCO-Naturerbe. Nun wurde das Schutzgebiet um neue Teile erweitert.Der Garamba-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo ist „Teil einer der letzten ausgedehnten und zusammenhängenden Wald-Savannen-Mosaiklandschaften Zentralafrikas“
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