Die Pilzsaison startet: Das sind die Sammel-Hotspots in Niedersachsen

Stand: 01.09.2026, 19:30 Uhr

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Ein knalloranger Pilz in einem niedersächsischen Wald

Die Pilzsaison in Niedersachsen beginnt. Doch Vorsicht: Nicht jeder Pilz ist auch essbar. © Marcel Prigge

Die Saison für Pilz-Sucher beginnt – auch in Niedersachsen. Und hier gibt es einige der besten Reviere Norddeutschlands. Die Hotspots im Überblick.

Der Sommer neigt sich dem Ende, die Temperaturen fallen und in den Wäldern Niedersachsens passiert etwas Magisches. Nach den ersten Spätsommer- und Herbstregen sprießen aus den Böden. Steinpilze, Maronen und Pfifferlinge. September und Oktober gelten als Hochsaison für Pilzsammlerinnen und -sammler – und Niedersachsen bietet mit seinen ausgedehnten Nadel-, Laub- und Mischwäldern einige der besten Reviere Norddeutschlands. Wer jetzt mit Korb und Messer aufbricht, hat gute Chancen auf eine lohnende Ernte.

Pilze sammeln in Niedersachsen: Was wächst hier wo und welche sind essbar?

Wer weiß, welcher Pilz welchen Baum bevorzugt, spart sich viel Sucherei. Der Maronenröhrling – einer der häufigsten und beliebtesten Speisepilze überhaupt – hält sich am liebsten unter Kiefern auf, oft in bemoosten Nadelwäldern mit sauren Böden. Der Steinpilz bevorzugt je nach Art unterschiedliche Partner: Der Fichten-Steinpilz findet sich in Nadelwäldern, der Sommer-Steinpilz eher unter Eichen.

Pfifferlinge wachsen sowohl unter Birken als auch unter Buchen und Eichen – sie mögen Laub- und Mischwälder gleichermaßen. Wer auf Birkenpilze aus ist, sucht naturgemäß unter Birken. Für alle gilt: Naturnahe Wälder mit alten Bäumen und reichlich Totholz versprechen die besten Funde. Doch wo findet man in Niedersachsen am besten die leckeren Pilze?

Die besten Pilz-Hotspots im Norden: Die Lüneburger Heide ist ganz oben mit dabei

Die Lüneburger Heide gehört zu den bekanntesten Pilzregionen Niedersachsens. Im Prinzip eignen sich alle Wälder der Heide zum Sammeln – besonders nach einigen Regentagen, wenn es anschließend mild und trocken bleibt. Das berichtet die Tourismusseite der Heide und stellt einen umfangreichen Ratgeber zu der Region bereit.

Viele Pilze auf einem toten Baumstamm in Niedersachsen

Nach etwas Regen sprießen die Pilze aus den Böden und dem Totholz in Niedersachsen. © Marcel Prigge

Vor allem die Wälder der Südheide bieten hervorragende Bedingungen für Steinpilze, Fichten-Reizker und Maronen. Wichtig: In den geschützten Kernzonen des Naturschutzgebiets ist das Sammeln verboten. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt an einer geführten Pilzwanderung teil – Angebote gibt es in der Region regelmäßig.

Pilze in Niedersachsens Mittelgebirge: Der Harz und der Raum Hannover sind bei Sammlern besonders gefragt

Wer es etwas bergiger mag, ist im Harz gut aufgehoben. Außerhalb des Nationalparks dürfen Pilze für den Eigenbedarf gesammelt werden – innerhalb des Schutzgebiets ist das ausdrücklich verboten. Pilzexperte Andreas Gminder aus Goslar rechnet laut der Land&Forst in Mittelgebirgslagen regelmäßig mit einem guten Pilzaufkommen, sofern die Bodenfeuchte stimmt. Ebenfalls empfehlenswert: der Elm-Lappwald zwischen Helmstedt und Königslutter, rund 15 Kilometer von Braunschweig entfernt. Die dortigen Buchenbestände gelten als pilzreich und sind gut erreichbar.

Auch rund um Hannover muss niemand weit fahren. Der Deister, der Saupark Springe, der Misburger Wald und die Wälder in der Wedemark bieten abwechslungsreiche Mischwälder mit guten Voraussetzungen für Steinpilze und Maronen. Im Weserbergland lohnt sich ein Ausflug in den Solling-Vogler-Naturpark: Die ausgedehnten Laub- und Mischwaldflächen werden regelmäßig für geführte Pilzwanderungen genutzt und gelten als ergiebig.

Grundregeln für das Pilze-Sammeln: Alles zu Eigenbedarf, Naturschutzgebieten und Giftnotruf in Niedersachsen

Wer in Niedersachsen Pilze sammelt, sollte ein paar Grundregeln kennen. Die wichtigste laut dem NABU: nur sammeln, was man zu 100 Prozent sicher kennt. Eine Empfehlung ist, zunächst nur Röhrlinge zu sammeln, da man diese gut erkennen kann. Außerdem: In Naturschutzgebieten ist das Sammeln grundsätzlich verboten. Als Faustregel gilt: maximal ein bis zwei Kilogramm pro Person und Tag, ausschließlich für den Eigenbedarf.

Sollten nach dem Verzehr von Pilzen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen oder Atembeschwerden auftreten, ist schnelles, aber ruhiges Handeln wichtig. Betroffene sollten umgehend ärztlichen Rat einholen oder sich an die zuständige Giftnotrufzentrale wenden. Sinnvoll ist es außerdem, Reste des Pilzgerichts oder auch Putzabfälle aufzubewahren und zur Bestimmung mitzunehmen. In Niedersachsen ist der Giftnotruf unter der Notfallnummer 0551/19240 erreichbar.