Nations League: Die Schweiz bezwingt Nordmazedonien – der Aufstieg muss warten

Die Schweizer Fussballer zeigen gegen Nordmazedonien nur eine gute Halbzeit. Und gewinnen trotzdem 3:0

Die vielen Wechsel in der Startformation tun dem Nationalteam nicht gut. Nach Korrekturen zur Pause agiert Yakins Equipe dann wieder so überzeugend, wie in den drei Nations-League-Partien zuvor.

06.10.2026, 22.41 Uhr

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Zeigt in Luzern den nächsten starken Auftritt und belohnt sich mit dem Tor zum 2:0: der Offensivspieler Johan Manzambi (rechts), hier mit Winsley Boteli.

Zeigt in Luzern den nächsten starken Auftritt und belohnt sich mit dem Tor zum 2:0: der Offensivspieler Johan Manzambi (rechts), hier mit Winsley Boteli.

Michael Schmid / Keystone

Es braucht dann schon ein Geschenk der Nordmazedonier, damit die Schweizer Fussballer in diesem Nations-League-Spiel in Führung gehen. Denn dass sich das Team des Nationaltrainers Murat Yakin dieses 1:0 in der ersten Halbzeit verdient hätte, kann man nun wirklich nicht behaupten.

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43 Minuten sind gespielt, als der Schweizer Stürmer Zeki Amdouni den Nordmazedonier Ezgjan Alioski in der Nähe der Eckballfahne unter Druck setzt. Der Lugano-Verteidiger passt zurück zu seinem Teamkollegen Visar Musliu, der Fabian Rieder in seinem Rücken vergisst. Rieder zieht vorbei und erzielt mit Leichtigkeit sein zweites Tor im 37. Länderspiel.

Unkonzentriertheiten und Ballverluste im Aufbauspiel

Es ist ein sehr guter Lohn für die Schweizer, die gegen Nordmazedonien zunächst fast alles vermissen lassen, was sie bei den drei Siegen zuvor noch ausgezeichnet hat. Der Nationalcoach Murat Yakin hat sein Team im Vergleich zum Slowenien-Spiel am Samstagabend auf fünf Positionen umgestellt. Und die vielen Wechsel tun der Equipe überhaupt nicht gut.

Die Schweizer bekunden anfangs sichtlich Abstimmungsprobleme und spielen zahlreiche Fehlpässe – man merkt, dass diese Mannschaft so noch nie zusammengespielt hat. Und mehrmals leisten sie sich auch defensiv Unzulänglichkeiten. Hier ein missglückter Rückpass von Remo Freuler, der zu einem Eckball für den Gegner führt. Dort ein beinahe misslungenes Dribbling von Yvon Mvogo als letzter Mann. Der Schweizer Ersatztorhüter rückte für den geschonten Gregor Kobel ins Team, der mit Dortmund bereits am Freitag wieder in der Bundesliga im Einsatz steht.

Hat bei den Schweizern in den letzten drei Spielen noch vieles leichtfüssig gewirkt, so schleichen sich im Rückspiel gegen Nordmazedonien viele Fehler ein. Unkonzentriertheiten in der Defensive, kein Zugriff im Zentrum und immer wieder Ballverluste im Aufbauspiel: Die Schweizer bauen die aggressiven Nordmazedonier auf, die sie im Hinspiel noch über die ganze Spieldauer dominiert und diskussionslos 3:0 bezwungen haben.

Doch das Team des Trainers Goce Sedloski macht es auf dem tiefen Rasen in Luzern auch besser: Mehrmals überrascht es die Schweizer mit schnellem Umschaltspiel. Erstmals gefährlich werden die Nordmazedonier in der 20. Minute, als Andrej Stojchevski einen Kopfball nach einem Eckball über das Tor setzt. Und in der 35. Minute landet die Direktabnahme von Dimitar Mitrovski ebenfalls dort.

Yakin reagiert zur Pause – und sofort wird es besser

Nach der Pause wirken die Schweizer Fussballer dann wie verwandelt. Und das liegt nicht nur daran, dass Yakin die zwei enttäuschenden Mittelfeldspieler Vincent Sierro und Djibril Sow nach der ersten Halbzeit durch Ardon Jashari und Johan Manzambi ersetzt. Nun pressen die Schweizer wieder höher, gehen resoluter in die Zweikämpfe – und erspielen sich mehrere gute Torchancen.

In der 52. Minute scheitert Nico Elvedi nach Zuspiel von Manzambi zwar noch am Torhüter Stole Dimitrievski, und drei Minuten später ist Jasharis Zuspiel auf den im Zentrum freistehenden Amdouni zu ungenau. Aber mit Manzambis Hereinnahme verändert sich die Statik und die Dynamik im Schweizer Spiel komplett. Der wendige, trickreiche Offensivspieler bewegt sich zwischen den Linien, reisst Räume auf, geht immer wieder ins Dribbling. Ihm gelingt nicht alles – und doch beweist er einmal mehr seine Top-Form. Und zeigt, weshalb Yakin nicht mehr auf ihn verzichten sollte.

Sein Tor zum 2:0 in der 73. Minute ist zwar wiederum ein Geschenk, Dimitrievski lässt den unplatzierten, mittigen Schuss des Romands durch die Fäuste flutschen. Doch Manzambi belohnt sich mit seinem siebenten Tor im 20. Länderspiel für eine weitere herausragende Darbietung im Nationaltrikot. Und dann trifft Dan Ndoye noch zum 3:0; er profitiert in der 81. Minute von der guten Störarbeit Manzambis, es ist bereits sein zweiter Treffer in dieser Nations-League-Kampagne.

Und so besteht die Schweiz dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit auch den nächsten Charaktertest – obwohl die Partie für sie so schlecht begonnen hatte. Mit dem vierten Sieg im vierten Nations-League-Spiel hat sie ihren Beitrag zu einem schnellstmöglichen Aufstieg in Liga A zwar geleistet. Doch weil die Slowenen gleichzeitig Schottland 2:1 bezwingen, müssen sich die Schweizer noch bis Mitte November gedulden. Dann stehen die zwei letzten Partien der Nations-League-Kampagne zunächst auswärts in Slowenien und danach in St. Gallen gegen Schottland an.

Schweiz - Nordmazedonien 3:0 (1:0). Luzern. 15 730 Zuschauer. – Schiedsrichter: Malcevs (LAT). – Tore: 43. Rieder 1:0. 74. Manzambi (Ndoye) 2:0. 81. Ndoye 3:0. – Schweiz: Mvogo; Britschgi, Elvedi, Akanji, Rodriguez (70. Athekame); Sierro (46. Jashari), Freuler; Sow (46. Manzambi), Rieder, Ndoye (86. Sanches); Amdouni (70. Boteli). – Nordmazedonien: Dimitrievski; Stojchevski, Zajkov, Musliu, Alioski; Elezi (70. Kostadinov), Elmas; Mitrovski (82. Miovski), Bardhi (82. Stankovski), Doriev (59. Gashtarov); Rastoder (59. Omeragic). – Bemerkungen: Schweiz u.a. ohne Embolo, Kobel, Xhaka (alle nicht im Aufgebot), Vargas, Zakaria (beide verletzt), Schmidt (überzählig). Verwarnungen: 37. Elezi.

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