Diese Großstadt im Norden hat seit Jahrzehnten keine Straßenbahn mehr

Stand: 03.08.2026, 21:00 Uhr

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Straßenbahn Hamburg

In Hamburg wurde die Straßenbahn Ende der 70er-Jahre gänzlich eingestellt. (Archivbild) © dpa/Hochbahn/picture alliance/dpa

Hamburg ist eine der größten deutschen Städte. Anders als in Berlin und München gibt es dort jedoch keine Straßenbahn. Der Grund dafür liegt in der Geschichte.

Norddeutschland: Nordsee, Wasser und flaches Land. Dafür ist der Norden Deutschlands durchaus bekannt. Aufgrund der Nähe zum Wasser hat die Schifffahrt vielerorts einen höheren Stellenwert, als in südlicheren Landesteilen. Dennoch geht es auch im Norden nicht ohne klassische Verkehrsmittel, wie Auto, Bus und Bahn. Letztere gibt es jedoch nicht überall. Eine Großstadt hat sogar seit fast einem halben Jahrhundert keine Straßenbahnen mehr.

Deutsche Großstadt im Norden kommt seit Ende der 70er Jahre ohne Straßenbahnen aus

S-Bahnen, Regionalzüge und U-Bahnen – all das gibt es im Hamburger ÖPNV auch heute. Straßenbahnen suchen Fahrgäste in der Metropole an der Elbe jedoch vergeblich. Denn diese gibt es in Hamburg bereits seit Ende der 1970er Jahre nicht mehr. Die letzte Straßenbahn fuhr im Herbst 1978 durch die Straßen der Hansestadt, die aufgrund ihres großen Hafens auch als Tor zur Welt gilt. Damals wurde mit der Linie 2 (fuhr zwischen Rathausmarkt und Schnelsen) die letzte noch aktive Straßenbahnlinie Hamburgs eingestellt.

Die Straßenbahn hatte in Hamburg eine lange Tradition – doch dann wurde sie Schritt für Schritt eingestellt

Trotz ihrer Einstellung vor fast 50 Jahren blickt die Straßenbahn in Hamburg auf eine lange Tradition zurück. Die Anfänge gab es Mitte des 19. Jahrhunderts, als im Jahr 1866 die erste Pferdebahn von Wandsbek zum Rathausmarkt startete. 1984 erfolgte dann die Eröffnung der ersten elektrischen Straßenbahnlinie. Mit der Zeit wuchs das Netz der Straßenbahn auf bis zu 40 Linien an. Diese beförderten schnell Millionen Fahrgäste quer durch die Hansestadt. Allein 1918 wurden laut offiziellen Daten rund 200 Millionen Fahrgäste befördert.

1958 beschloss der Hamburger Senat die schrittweise Stilllegung der rot-weißen Straßenbahnen. 1978 wurde die Straßenbahn dann gänzlich stillgelegt. Grund dafür war laut der Stadt Hamburg der Ausbau der S-, U- und Busnetze. In den vergangenen Jahren waren nur noch die Linien 1, 2 und 14 unterwegs. Bei der letzten Fahrt der Linie 2 am 30. September 1978 jubelten zahlreiche Menschen der Straßenbahn zu und verabschiedeten sich vom Transportmittel.

ÖPNV läuft heute mit Bussen, U-Bahnen und S-Bahnen – Überbleibsel der Straßenbahn gibt es noch

Das heutige ÖPNV-Netz Hamburgs besteht aus vielen U-Bahn-, Bus- und S-Bahnlinien. Die Hamburger Hochbahn bietet Fahrgästen derzeit vier U-Bahnlinien als Transportmittel an. Konkret sind das die Linien U1 (Norderstedt Mitte – Großhansdorf), U2 (Niendorf Nord – Mümmelmannsberg), U3 (Barmbek – Wandsbek-Gartenstadt) und U4 (Elbbrücken – Billstedt). Künftig soll es mit der U5 noch eine weitere U-Bahnlinie geben. Bei Bauarbeiten kam dabei auch ein Schwergewicht zum Vorschein.

Zusätzlich zur U-Bahn fahren rund 300 Buslinien durch Hamburg. Dazu gehören auch MetroBus-Linien, StadtBus- und RegionalBus-Linien und XpressBus-Linien. Die Hamburger S-Bahn betreibt fünf Linien. Namentlich sind das die Linien S1, S2, S3, S5 und S7. Durch Bauarbeiten gibt es bei der S-Bahn jedoch immer wieder Einschränkungen.

Von der Hamburger Straßenbahn ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen. Dennoch erinnern an einzelnen Orten noch Überbleibsel an die Zeit der Bahnen auf Hamburgs Straßen. So erinnert unter anderem ein alter Straßenbahnwagen in einem Lokstedter Baumarkt an ein einst dort errichtetes Straßenbahndepot. In der Dorotheenstraße in Winterhude steht zudem ein Wagen der Baureihe V6 in einem Supermarkt-Parkhaus. Früher gab es laut Stadt Hamburg in Winterhude einen Straßenbahn-Betriebshof.

Nach dem offiziellen Ende der Straßenbahn verkaufte die Hochbahn insgesamt 30 Wagen. Diese fuhren in Teilen auch mit weiteren historischen Wagen durch San Francisco oder an der New Yorker Ostküste entlang. Im Museumsbahnhof Schönberger Strand bei Kiel fährt bis heute ein ehemaliger Wagen der Linie 21.