Diese Kärntnerin setzt Leuten den „lila Hut“ auf
Bernadette Hobel ist die etwas andere Pädagogin. Sie hilft nämlich Leuten, ihren eigenen „lila Hut“ zu finden. Was das bedeutet, verriet sie der Kleinen Zeitung.

© Do Laura Schator, Kunstfotografin.at
Der Ursprung des lila Huts lässt sich in einem Video finden, das Bernadette Hobel eines Tages sah. Ein Video, in dem sich wahrscheinlich die Leben aller Menschen in gewisser Weise spiegelten. Es ging darum, dass man als Mensch mit der Zeit immer mehr versucht, sich anzupassen und zu entsprechen. Erst mit 80 Jahren setzt sich die Protagonistin einen lilafarbenen Hut auf und vergnügt sich mit der Welt. „Warum habe ich das nicht schon früher gemacht?“, fragt sie sich. Und hier setzt Hobel an – sie hilft Leuten, ihren lila Hut zu finden.
Die 64-jährige Zammelsbergerin, die ursprünglich aus Kühnsdorf stammt, befindet sich genau genommen im Ruhestand. „Als ich in Pension gegangen bin, wollte ich dann genau sowas anbieten – zeigen, wie man zum eigenen lila Hut kommt.“ Ganz aus der Luft gegriffen ist das Wissen von Hobel natürlich nicht. Sie war 30 Jahre lang als Pädagogin tätig und ist ausgebildet in Lebens- und Sozialberatung. „Das innere Wesen ist heil und ganz und wenn ich das aufrufen kann, dann bekomme ich auch meine Stärke. In meinem Tempo und meinen Werten finde ich den Sinn in meinem Leben, weil ich gut in Kontakt mit mir selbst bleiben kann.“
Seit diesem Jahr bietet sie in ihren Sitzungen Möglichkeiten, den Weg dorthin zu entdecken und zu gehen. „Wir beginnen mit einem gemeinsamen Spaziergang durch Feldkirchen, oder am Zammelsberg, am Ende davon muss das Ziel stehen.“ Sobald definiert wurde, was die Klienten möchten, wird das weitere Vorgehen besprochen. Glücklich sein, harmonische Beziehungen führen und die persönliche Entwicklung spielen alle eine Rolle bei der Findung des lila Huts. Neben den Einzelsitzungen bietet sie auch Seminare im Therapiehaus Feldkirchen an. So begleitet sie Teilnehmer beispielsweise in die „zweite Pubertät“ (9.–11. Oktober) und vermittelt, wie man bewusst, aktiv und humorvoll in und durch neue Lebensphasen gehen kann. Die Seminare sind nicht nur an Feldkirchen gebunden. Bei eigenständiger Bildung einer Gruppe ist der Ort sehr flexibel.
Besonders Frauen würden sich für den Unterricht bei Hobel begeistern. „Ich habe vorher auch schon mit Lehrerinnen gearbeitet und komme ursprünglich aus der Existenzanalyse und Logotherapie, woraus die existenzielle Pädagogik entstand.“ Ihre Dienste haben sich jedenfalls schon etwas herumgesprochen – auch aus dem Nachbarbezirk St. Veit kommen bereits Interessierte nach Feldkirchen und auf den Zammelsberg. Einen Termin beim lila Hut bekommt man telefonisch oder per Mail [email protected]. „Bis 70 möchte ich den Lila Hut noch machen – die Leute sollten sich also beeilen“, meint die 64-Jährige lächelnd.