Diese zehn Flugrouten verursachen den schlimmsten Jetlag
Müde landen
Diese zehn Flugrouten verursachen den schlimmsten Jetlag
Langstreckenflüge sind anstrengend, doch manche Verbindungen bringen unseren Biorhythmus besonders stark aus dem Takt
Markus Böhm
Wer schon einmal über mehrere Kontinente hinweg gereist ist, kennt das Problem: Man landet am Zielort, die Uhrzeit sagt "Tag", der Körper schreit jedoch "Mitternacht". Jetlags gehören zu den unbeliebtesten Begleiterscheinungen von Fernreisen. Laut einer aktuellen Auswertung von Booking.com for Business, wo man den "Jetlag-Score" für die jeweilige Route berechnet hat, sind vor allem Verbindungen zwischen Asien und Nordamerika wahre Belastungsproben für die innere Uhr.
Der Grund: Jetlag entsteht durch die Störung des zirkadianen Rhythmus, also unserer biologischen Uhr. Besonders Reisen über viele Zeitzonen hinweg und Flüge Richtung Osten sorgen dafür, dass sich der Körper nur langsam an die neue Ortszeit anpasst. Als grobe Faustregel gilt: Pro überquerter Zeitzone benötigt der Körper etwa einen Tag zur Anpassung.
Die zehn besonders belastenden Flugstrecken
1. Singapur – New York
Mit einer Flugzeit von rund 18 Stunden, 25 Minuten und einer effektiven Zeitverschiebung von elf Stunden landet diese Verbindung auf Platz eins. Die geschätzte Erholungszeit beträgt satte elf Tage.
2. Hongkong – Boston
Knapp 16 Stunden Flugzeit und ebenfalls elf Stunden Zeitunterschied machen diese Strecke zu einer der härtesten Herausforderungen für den Biorhythmus. Auch hier werden elf Tage zur vollständigen Anpassung kalkuliert.
3. Hongkong – New York
Die Verbindung kombiniert 15 Stunden, 35 Minuten Flugzeit mit einer effektiven Zeitverschiebung von elf Stunden. Das Resultat: ein ähnlich hoher Jetlag-Faktor und eine Erholungszeit von rund elf Tagen.
4. Hongkong – Toronto
Kanadas größte Stadt liegt für den Körper gefühlt auf einem anderen Planeten. Die Strecke erreicht einen Jetlag-Score von 9,56 Punkten.
5. Hongkong – Chicago
Auch diese Transpazifik-Verbindung zählt zu den größten Stresstests für die innere Uhr und erreicht einen Jetlag-Score von 9,10.
6. Hongkong – Dallas
Gleichauf mit Chicago liegt Dallas. Die Kombination aus langer Flugzeit und erheblicher Zeitverschiebung sorgt für eine besonders langsame Anpassung.
7. Seoul – New York
Südkorea und die US-Ostküste trennen zahlreiche Zeitzonen. Entsprechend hoch fällt die Belastung mit einem Jetlag-Score von 8,95 aus.
8. Seoul – Boston
Auch auf dieser Route kämpft der Körper mit einer deutlichen Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Score: 8,83.
9. Seoul – Washington D.C.
Die Hauptstadt der USA verlangt dem Organismus ähnlich viel Anpassungsarbeit ab wie Boston. Ebenfalls 8,83 Punkte.
10. Seoul – Toronto
Den Abschluss der Top 10 bildet die Verbindung zwischen Seoul und Toronto mit einem Jetlag-Score von 8,63.
Warum manche Flüge besonders müde machen
Interessanterweise finden sich in den Top 10 fast ausschließlich Strecken von Ostasien nach Nordamerika. Das liegt daran, dass hier sowohl lange Flugzeiten als auch enorme Zeitverschiebungen zusammentreffen. Besonders problematisch wird es, wenn die innere Uhr stark vor- oder zurückgestellt werden muss und gleichzeitig ungünstige Lichtverhältnisse die Anpassung erschweren.
Weniger Jetlag durch die richtige Planung?
Ganz vermeiden lässt sich Jetlag zwar nicht. Die Analyse zeigt jedoch, dass Ankunfts- und Abflugzeiten einen spürbaren Unterschied machen können. Wer seinen Flug so plant, dass die Ankunft in günstige Zeitfenster fällt, unterstützt die Anpassung des Körpers an die neue Zeitzone und verkürzt im Idealfall die Erholungsphase.
Wer zwischen Asien und Nordamerika pendelt, braucht nicht nur Ausdauer im Flugzeug, sondern auch Geduld nach der Landung. Denn auf den jetlagintensivsten Routen der Welt kann es mehr als eine Woche dauern, bis Körper und innere Uhr wieder synchron laufen. (Markus Böhm, 4.8.2026)
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