Dieser Hai leuchtet in der Tiefsee – Forscher kennen jetzt den Grund
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In der Dunkelheit der Tiefsee gibt es erstaunlich viel Licht. Zahlreiche Tiere können es selbst erzeugen – darunter auch Haie. Einer von ihnen ist besonders groß: der Schokoladenhai (Dalatias licha). Er kann bis zu 1,80 Meter lang werden und gilt als größtes bekanntes leuchtendes Wirbeltier.
Warum der Hai Licht produziert, war lange nicht eindeutig geklärt. Eine neue Untersuchung liefert nun eine Antwort.
Licht aus Millionen Leuchtorganen
Schokoladenhaie leben meist in mehreren hundert Metern Tiefe. Dort dringt nur wenig Sonnenlicht hin. Ihre braune Färbung hat ihnen den deutschen Namen eingebracht.
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Auf der Unterseite und an den Flossen besitzen die Tiere sogenannte Photophoren. Das sind winzige Leuchtorgane. Davon gibt es Millionen.
Für ihre Untersuchung beobachteten Forscher der Katholischen Universität Löwen in Belgien und der Forschungseinrichtung Earth Sciences New Zealand acht Schokoladenhaie. Die Tiere waren zuvor unbeabsichtigt in Fischernetzen gefangen worden. In abgedunkelten Becken konnten sich die Haie frei bewegen, während die Wissenschaftler ihr Leuchten untersuchten.
Dabei stellten sie fest: Die Helligkeit der Unterseite passt zu den Lichtverhältnissen in den Tiefen, in denen die Tiere leben.
Der Hai macht sich von unten unsichtbar
Eine mögliche Funktion des Lichts ist die sogenannte Gegenbeleuchtung. Dabei leuchtet die Unterseite eines Tieres so hell, dass es von unten kaum noch als dunkle Silhouette zu erkennen ist. Beim Schokoladenhai könnte das Leuchten jedoch noch einen weiteren Zweck haben. Die Forscher stellten fest, dass die Leuchtorgane auf der Bauchseite einen großen Bereich unter dem Tier ausleuchten können.

Das Licht könnte dem Hai deshalb helfen, den Meeresboden nach Beute abzusuchen. Mit seinen lichtempfindlichen Augen kann er möglicherweise Fische, Rochen oder andere Tiere erkennen, die sich unter ihm befinden.
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Die Ergebnisse sprechen nach Ansicht der Forscher dafür, dass das Leuchten des Schokoladenhais vor allem mit der Nahrungssuche zusammenhängt – und weniger damit, sich vor Fressfeinden zu verstecken. Natürliche Feinde des Tieres sind bislang nicht bekannt.
Warum leuchtet die Rückenflosse?
Ein Rätsel bleibt allerdings: Auch die Rückenflosse des Schokoladenhais kann schwach leuchten. Warum, ist bislang nicht geklärt. Die Forscher vermuten, dass dieses Licht eine andere Funktion haben könnte. Möglich wäre eine Rolle bei der Kommunikation mit Artgenossen. Bewiesen ist das aber noch nicht.
Auch die Farbe des erzeugten Lichts ist interessant. Der Schokoladenhai leuchtet nicht einfach blau, sondern eher grünlich. Das könnte ebenfalls zu seiner Tarnung beitragen, weil in seinem Lebensraum Licht mit ähnlichen Eigenschaften durch das Wasser dringt.
Ein ungewöhnlicher Hai
Biolumineszenz ist in der Tiefsee weit verbreitet. Viele Organismen erzeugen auf diese Weise selbst Licht. Bei Haien ist die Fähigkeit dagegen vergleichsweise selten. Nach bisherigen Erkenntnissen gelten etwa zehn Prozent der bekannten Haiarten als leuchtfähig.
Orcas, Haie und Tiere im Meer
Der Schokoladenhai gehört zu den Arten, bei denen diese Fähigkeit nachgewiesen wurde. Er kommt unter anderem im östlichen Atlantik vor und ernährt sich von Fischen, Knorpelfischen, Rochen und Krebstieren.
Trotz seiner ungewöhnlichen Fähigkeiten ist die Art bedroht. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Schokoladenhai als „gefährdet“. Zu den Gründen gehört der Fang der Tiere, unter anderem wegen ihres Leberöls und ihrer Haut.