„Du hast an mich geglaubt“: Wichtiger Ziehvater von Dirk Nowitzki ist tot
Dirk Nowitzki trauert um wichtigen Ziehvater
Stand: 09.08.2026, 21:40 Uhr
Don Nelson ist tot. Der legendäre NBA-Coach, der Dirk Nowitzki einst in die Liga holte und formte, starb mit 86 Jahren. Die Basketballwelt trauert.
Dallas – Er war derjenige, der einen schmächtigen 20-Jährigen aus Würzburg in die härteste Basketballliga der Welt lotste und ihm dort alle Freiheiten ließ, die er brauchte. Don Nelson, Trainer-Legende und Hall-of-Famer der NBA, ist tot. Der Coach, der Dirk Nowitzki einst zu den Dallas Mavericks brachte und dessen Karriere entscheidend prägte, starb am Sonntagmorgen im Kreise seiner Familie, wie die Mavericks mitteilten. Nelson wurde 86 Jahre alt.

Nowitzki meldete sich umgehend bei X zu Wort und fand bewegende Worte für seinen einstigen Mentor: „Nellie ... Du hast mich nicht nur gedraftet. Du hast an mich geglaubt. Du hast Dinge in meinem Spiel gesehen, bevor mir überhaupt klar war, dass ich dazu fähig bin.“ Und weiter: „Ich glaube nicht, dass meine Karriere so verlaufen wäre, wenn du nicht mein erster Trainer gewesen wärst und mir die Freiheit gegeben hättest, mein Spiel zu spielen. Ich kann nur DANKE sagen. Für alles. RIP, Legende.“
Nowitzki trauert um Don Nelson: 1335 Siege als NBA-Trainer – nur Gregg Popovich gewann mehr
Nelson war nicht nur Nowitzkis erster Coach in der NBA, sondern einer der prägendsten Trainer der Ligageschichte überhaupt. 31 Jahre lang stand er an der Seitenlinie, arbeitete für die Milwaukee Bucks, die Golden State Warriors, die New York Knicks und schließlich die Dallas Mavericks. Mit 1335 Siegen in der regulären Saison liegt er in der ewigen Bestenliste der NBA-Coaches auf Platz zwei, übertroffen nur von Gregg Popovich. Einen Meistertitel als Trainer holte er nie – als Spieler dagegen schon: fünfmal gewann er mit den Boston Celtics den NBA-Titel.
Dass Nowitzki überhaupt in die NBA kam, war maßgeblich Nelsons Verdienst. Bereits 1997 reiste er gemeinsam mit seinem Sohn Donnie und Mavericks-Besitzer Ross Perot nach Würzburg, um sich den hochbegabten Deutschen persönlich anzuschauen. Ein Jahr später sicherten sie sich Nowitzki im Draft durch einen Deal mit den Milwaukee Bucks.
Nelson schilderte die Hintergründe später der Sports Illustrated mit entwaffnender Offenheit: „Wir haben Dirk vor dem Draft einige Wochen lang versteckt. Wir hatten uns fest vorgenommen, ihn zu draften. Wir wollten einfach verhindern, dass er woanders zum Probetraining geht. Also versteckte er sich eine Woche lang in Donnies Keller.“
In Dallas ließ Nelson seinem Schützling von Beginn an freie Hand. „Coach Nellie war perfekt für mich. Er wollte, dass seine großen Spieler werfen und das Feld breit machen“, sagte Nowitzki über den Erfolgstrainer. Dieser Ansatz war für die damalige NBA revolutionär – und legte den Grundstein für Nowitzkis spätere Weltkarriere. Donnie Nelson, der Sohn des Coaches, blieb den Mavericks als General Manager bis 2021 erhalten und begleitete den Klub bis zu jenem Titel 2011, den Nowitzki als Starspieler holte.
Eine pikante Fußnote der gemeinsamen Geschichte: Als Nelson 2007 mit den Golden State Warriors in der ersten Playoff-Runde auf die hochfavorisierten Mavericks traf, kannte er seinen einstigen Schützling besser als jeder andere. Er ließ Nowitzki, der nach dem Karriereende einen festen Job gefunden hat, über die gesamte Serie von kleineren Verteidigern bewachen – eine taktische Maßnahme, die zum größten Playoff-Upset jener Ära führte.
Die Familie trauert um Don Nelson
Die Familie Nelsons erklärte in einem Statement, das NBA-Reporter Marc Stein veröffentlichte: „Am Sonntagmorgen ist unser geliebter Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater Don Nelson im Kreise seiner liebevollen Familie friedlich zu Gott heimgekehrt.“ Mit Don Nelson verliert die NBA einen ihrer größten Vordenker – und Dirk Nowitzki den Mann, der ihm als Erster zutraute, die Liga zu verändern. Laut upday soll am Donnerstag in Dallas eine Trauerfeier stattfinden; ein Termin für die Beisetzung auf Hawaii steht noch aus. (ck)