Trump kündigt grosse Diesellieferungen aus Russland an
Hunderttausende Tonnen Diesel sollen «umgehend» für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt werden. Das stellte Donald Trump nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Aussicht.
09.10.2026, 23.20 Uhr
3 Leseminuten
Aktualisiert
Die angekündigten Diesellieferungen sollen laut dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt werden.
Evan Vucci / Reuters
(dpa)/(Reuters)/mit. Der amerikanische Präsident Donald Trump hat nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Hunderttausende Tonnen Diesel aus Russland in Aussicht gestellt. Er habe mit Putin unter anderem vereinbart, dass umgehend mehr als 300 000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt würden, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
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Im Laufe des Novembers solle eine weitere halbe Million Tonnen Diesel freigegeben werden sowie eine Million Tonnen «sofort danach». «Abhängig vom Zustand seiner Dieselraffinerien» wolle Russland zudem innerhalb kurzer Zeit drei Millionen Tonnen Diesel liefern. Trump spezifizierte zunächst nicht die Zeiträume.
Wegen bestehender Sanktionen gegen Russland stellte das amerikanische Finanzministerium dafür eine temporäre Erlaubnis aus. Dadurch seien der Verkauf, die Lieferung, das Entladen und der Import von Diesel aus Russland bis zum 7. April 2027 genehmigt.
Wladimir Putin erklärte, Russland sei bereit, die USA und die Weltmärkte mit Öl und Ölprodukten zu beliefern. Dies werde der Weltwirtschaft insgesamt zugutekommen. Das geht aus einer vom Kreml veröffentlichten Mitteilung hervor. Ausserdem hätten die Staatschefs auch über die Lösung des Ukraine-Konflikts und die Lage in Iran gesprochen.
Kirill Dmitrijew, der als Putins Verbindungsmann zu Trump gilt, begrüsste das Abkommen. In sozialen Netzwerken schrieb er, dass «die russisch-amerikanische Zusammenarbeit bei Diesel und Energie wird der Welt zugutekommen» werde.
Ankündigung sorgt für Aufruhr
Im vergangenen Jahr lag die monatliche Dieselproduktion Russlands bei etwa sieben Millionen Tonnen. Die Kapazitäten haben sich seither ungefähr halbiert.
Die Ankündigung sorgt auch deshalb für Aufruhr, weil Trump erst im vergangenen Monat ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz unterzeichnet hatte, das ihm weitreichende Befugnisse für neue Sanktionen gegen Russland in die Hand gibt. Die Intention des Parlaments dabei war, den Kreml im Ukraine-Krieg stärker unter Druck zu setzen. Der nun von Trump verkündete Schritt geht in die gegenteilige Richtung.
Trump steht im eigenen Land angesichts gestiegener Treibstoffpreise vor den wichtigen Zwischenwahlen in weniger als einem Monat unter Druck. Auch Republikaner machten zuletzt den Iran-Krieg in ungewöhnlicher Deutlichkeit für die hohen Preise verantwortlich.
Trump wiederum machte in den vergangenen Wochen den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich und rief ihn auf, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. «Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen», sagte Trump etwa Mitte September.
«Das liegt nicht am Nahen Osten, sondern an den Ereignissen in Russland und der Ukraine», sagte er über die Dieselknappheit. Die USA hätten mit Selenski bereits darüber gesprochen. «Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt.»
Selenski kritisiert Vereinbarung
Wolodimir Selenski kritisierte die von den USA und Russland vereinbarte Abschwächung der Sanktionen für einen Export von russischem Diesel. «Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg, den man beenden und nicht verlängern muss», schrieb Selenski bei Telegram.
Selenski erneuerte dabei die ukrainische Bereitschaft, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland im Gegenzug die Attacken auf ukrainische Energieanlagen einstellt. «Wir haben eben Amerika eine solche Vereinbarung vorgeschlagen und finden, dass die Kräfte der Vereinigten Staaten ausreichend sind, um einen derartigen Kompromiss zu erreichen», schrieb der Staatschef. Eine Abschwächung der Russland-Sanktionen sei ein Zeichen der «offensichtlichen Schwäche».
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