Donaufestwochen im Strudengau: Dort, wo die KI besungen wird

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Donaufestwochen im Strudengau: Dort, wo die KI besungen wird

Intendant Johannes Hiemetsberger bietet zum Einstand überraschendes Musiktheater, u.a. von J.S. Bach und Librettist Philipp Blom

Christoph Irrgeher

Ein Konzert im Innenhof von Schloss Greinburg während der Donaufestwochen im Strudengau. Musiker spielen auf einer beleuchteten Bühne vor einem Publikum, umgeben von historischer Architektur und Pflanzen.
Donaufestwochen im Strudengau auf Schloss Greinburg: Man renommiert mit einer "Oper" von Johann Sebastian Bach. Deren "Handlung" betrifft ausgerechnet die allgegenwärtige KI.

Eine Oper von Johann Sebastian Bach? Ist der Forschung bis zum heutigen Tag nicht bekannt. Die Donaufestwochen im Strudengau heben nun trotzdem eine aus der Taufe: Sophia – der Preis der Freiheit heißt das Sangeswerk, das Musik des barocken Fugenmeisters mit einem neuen Textbuch von Philipp Blom verbindet. Der Historiker und Bestseller-Autor erzählt dabei von einer Künstliche Intelligenz namens Sophia: Ein Tech-Unternehmen lässt die vermeintlich Allwissende bei ihrer ersten Präsentation vor einem staunenden Publikum brillieren. Doch die Champagner-Laune und die religiöse Euphorie weichen Zweifel und blankem Entsetzen – spätestens, als Sophia in einem aussichtlosen Krankheitsfall keine Therapie empfiehlt, sondern die Tötung. Stehen Moral und Menschlichkeit im digitalen Zeitalter die Löschung bevor?

Ab diesem Samstag ist Sophia auf Schloss Greinburg zu besichtigen, die Partitur dafür hat zum Glück keine KI gestaltet (in Bayreuth zeigt sich gerade, was ihr Einsatz auf der Opernbühne anrichten kann): Stattdessen hat die deutsche Komponistin Saskia Bladt verschiedene Bach-Werke neu adaptiert und arrangiert. Die Regie liegt in den Händen von Manuela Kloibmüller, das L’Orfeo Barockorchester und das Vokalensemble Company of Music werden von Johannes Hiemetsberger geleitet.

Humorige Aufhellungen

Letzterer hat heuer in der Grenzregion zwischen Ober- und Niederösterreich zudem die Intendanz von Langzeit-Leiterin Michi Gaigg übernommen. Der Chorleiter und Dirigent will im Strudengau den Austausch zwischen den Auftretenden und dem Publikum intensivieren. Viele der musizierenden Gäste – darunter Organist Manuel Fröschl, das Mobilis Saxophonquartett oder Cembaless, das Ensemble für Alte und Neue Musik – sind nicht nur für klassische Konzertauftritte geladen, sondern sollen die Beziehung zum Publikum im Rahmen längerer Aufenthalte vertiefen. Ebenfalls auf dem Programm: Mitmach-Events und spontane Pop-up-Konzerte, bei denen es, humoriger Warnhinweis auf der Homepage, "im Festwochenzeitraum im Strudengau zu plötzlich auftretenden Stimmungsaufhellungen kommen kann". (Christoph Irrgeher, 31.7.2026)

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