Dreo 318S: Smarte mobile Klimaanlage im Test

Haushalts-Hardware

Dreo 318S: Smarte mobile Klimaanlage im Test

Fernsteuerung, Schalldämmung und eine verwirrende Angabe zum "abflussfreien System" von "Coolio Iglesias"

Georg Pichler

Ich habe die zunehmenden Hitzesommer jahrelang stoisch ertragen. Bis 2024 dann mein Widerstand gebrochen war. Als die Höchsttemperaturen in meinem Wohn- und Arbeitszimmer auf einmal nicht mehr 27, sondern über 30 Grad erreichten, war Schluss. Ventilator und Rollos alleine wurden der Homeoffice-Hölle nicht mehr gerecht. Und so kam – in Ermangelung eines günstigen Beschlusses der Eigentümergemeinschaft – eine Monoblock-Klimaanlage in meinen Haushalt.

Sie, eine Nabo KA8500, ist nicht sonderlich effizient, auch nicht leise, aber sie hat mir geholfen, zumindest den größten Raum meines Habitats wieder bewohnbar zu machen. Allerdings ist sie nicht aus der Ferne steuerbar. Und wer es nach einem Ausflug aber trotzdem einigermaßen angenehm bei der Rückkehr haben will, hat dann ein Problem. "Vorkühlen" gibt's nicht, denn das Ding kann sich auch über eine smarte Steckdose nicht "ferneinschalten". Man müsste sie also trotz Abwesenheit laufen lassen – zum Leidwesen des Stadtklimas und des eigenen Geldbeutels.

Das machte aber eine smarte Klimaanlage interessant für einen Test. Gesagt, getan, durfte nun eine Dreo 318S mehrere Wochen ihren Dienst anstelle des Nabo-Monoblocks verrichten. Was auf den ersten Blick auffällt: Das Dreo-Gerät ist deutlich niedriger, fast gleich tief und merklich breiter. Es nimmt mit 41 x 25 x 63,5 Zentimeter etwa ein Drittel mehr Volumen ein. Die Kühlleistung ist sehr ähnlich, sie liegt bei 7500 BTU nach ASHRAE-128-Standard bzw. 2,2 kW. 8000 BTU und 2,3 kW sind es bei der Nabo.

Ein mobiles Klimagerät steht auf einer schwarzen Matte auf einem Holzboden. Ein weißer Abluftschlauch führt zu einem Fenster. Auf der digitalen Anzeige des Geräts wird die Zahl
"Coolio Iglesias" im Einsatz.

Vielseitiger Monoblock

Dafür wird aber auch allerhand versprochen. Kühlung, Lüfterbetrieb, Entfeuchtung. Dazu Schalldämmung und das "branchenweit erste abflussfreie System" zum Nennpreis von 460 Euro. Gleich vorneweg: Inwieweit dies wirklich die erste mobile Klimaanlage ist, bei der kein Kondenswasser auszuleiten wäre, konnte Dreo auch auf Nachfrage nicht schlüssig beantworten. Denn tatsächlich beherrscht dieses Kunststück auch der Nabo-Monoblock. Es wird das im Rahmen des Kühlbetriebs entstehende Kondenswasser zur Kühlung des Kompressors eingesetzt, verdampft dabei und wird über den Abluftschlauch ausgeleitet. Nutzt man beide Geräte nur zum Trocknen der Luft, dann landet auch bei beiden überschüssige Feuchtigkeit in einem Auffangbehälter, den man leeren muss.

Die Dreo 318S ist ein klassischer Monoblock. Das bedeutet, hier stecken der Kältemittelkreislauf, der Kompressor und Ventilator in einem Gerät. Und es gibt (mit sehr seltenen Ausnahmen) nur einen Schlauch, der zum Abführen der Abwärme am anderen Ende des Kältemittelkreislaufs dient. Der Nachteil dieser Bauform ist eine geringere Effizienz. Denn der Abluftschlauch gibt Wärme an die Umgebung ab und es wird warme Außenluft durch Türspalten und andere Öffnungen in den Wohnraum nachgezogen. Auch die Lärmentwicklung ist deutlich größer.

Dazu kommt in Haushalten mit klassischer Gastherme ein erhöhtes Risiko für Kohlenmonoxidvergiftungen. Dieses Gas entsteht als Nebenprodukt beim Thermenbetrieb und kann durch die Sogwirkung der Klimaanlage aus dieser und potenziell auch dem Kamin angezogen werden. Wie groß diese Gefahr aber tatsächlich ist, hängt stark von der individuellen Wohnsituation ab. Eine genaue Abschätzung dazu können Fachleute wie Rauchfangkehrer oder Installateure geben.

Der große Vorteil von Monoblöcken ist dafür, dass sie flexibel nutzbar sind. Sie lassen sich bei Bedarf in andere Räume bewegen. Und man kann sie auch in Mehrparteienhäusern ohne Genehmigung seitens der Eigentümergemeinschaft einsetzen, da es kein Außengerät gibt.

Ein mobiles Klimagerät mit einer Fernbedienung obenauf. Im Hintergrund ist ein Abluftschlauch angeschlossen. Die Fernbedienung zeigt eine Temperaturanzeige.
Versteckt hinter der Front ist eine magnetische Ablage für die Fernbedienung.

Simple Inbetriebnahme

Dreo liefert mit der 318S auch gleich zwei Fenstermontagekits mit. Eines davon ist gedacht für die in unseren Breitengraden unüblichen Schiebefenster. Das zweite besteht aus Klett-Klebebändern und einer Stoffabdeckung mit Reißverschluss. Ziel ist es, die Abluft aus dem Fenster zu führen, ohne warme Außenluft hineinzulassen. Mit dabei ist weiters ein Anschlussadapter, falls bereits eine Wandöffnung für Abluft vorhanden ist.

Die Inbetriebnahme ist gerätetypisch einfach. Die Klimaanlage wird ausgepackt und dann einige Stunden stehen gelassen, damit das für den Betrieb des Kompressors essenzielle Schmieröl wieder dorthin fließt, wo es hingehört. Danach muss eigentlich nur noch der Schlauch ans Gerät angeschlossen, zum Fenster geführt und das Gerät an den Strom gesteckt werden. Die Bedienung erfolgt entweder über Touchflächen am Gehäuse, eine Fernbedienung oder die App des Anbieters. Das Klimagerät verfügt zudem über eine magnetische Ablage für seine tragbare Steuereinheit. Die Einlassfilter sind, wie es der Standard ist, abnehmbar und waschbar.

Testaufbau

Im vorliegenden Testszenario ist die Kühlleistung der Klimaanlage gemessen an der Raumgröße absichtlich unterdimensioniert. Ausgelegt ist die Dreo 318S für Räume von bis zu 14 m², steht aber in einem etwa 24 m² fassenden Zimmer. Der Schlauch ist hier mithilfe eines 3D-gedruckten Adapters magnetisch an einer passenden Öffnung in einer Plexiglasscheibe befestigt. Diese deckt passgenau die Öffnung des Fensterflügels ab, um optimale Isolierung von der Außenluft zu erreichen.

Auf der anderen Seite wurde das Zimmer in Ermangelung einer Tür mit einem schweren Vorhang weitestgehend in eine eigene "Klimazone" verwandelt. Die Aufgabe ist es nicht, die Raumtemperatur unbedingt auf 20 Grad zu drücken, sondern sie mit möglichst niedrigem Energieaufwand erträglich zu halten.

Geringe Lärmentwicklung

Das Gerät nutzt als Kältemittel R32 (Difluormethan), das dank guter volumetrischer Kälteleistung als effizient eingestuft wird, ungiftig ist und ein moderates Global Warming Potential von 675 (GWP, Treibhauspotenzial) besitzt. Es gibt drei Modi: Ventilator, Trocknen und Kühlen. Letzterer steht im Zentrum dieses Tests. Hier gibt es drei Intensitätsstufen. Während die ersten beiden sich auch hörbar in der Intensität des Kompressorbetriebs unterscheiden, dreht in der Maximaleinstellung offenbar nur noch der Lüfter hoch. Der Nachtmodus schaltet das Gerät auf die erste Stufe zurück und das Display läuft nur gedimmt. Im Automatikmodus regelt das Gerät die Einstellung von Lüfter und Kompressor selbständig, basierend auf der Umgebungstemperatur.

Die Lärmentwicklung ist für eine Monoblockanlage dabei tatsächlich recht erträglich. Mit einem Meter Abstand gemessen kommt die erste Stufe auf etwa 51 dB(A), die mittlere auf 54 dB(A) und der "Turbo"-Modus auf 55 dB(A). Das sind jeweils vier, ein und drei dB(A) weniger als das Nabo-Pendant. Und das ist gut bemerkbar, zumal die Dezibelskala logarithmisch verläuft und nicht linear. Die wahrgenommene Lautstärke verdoppelt sich ungefähr alle 10 dB. Zur Einordnung: 51 dB(A) entspricht etwas lauterem Kühlschranksurren, 55 dB(A) einem Gespräch in typischer Lautstärke, das man aus etwas Entfernung hört.

Eine mobile Klimaanlage mit einem Schlauch, der durch eine Fensterdichtung nach draußen führt. Auf der Fensterbank stehen zwei Pflanzen in weißen Gefäßen neben einem orangefarbenen Gegenstand. Das Gerät zeigt eine Temperatur von 16 Grad auf der Anzeige.
Hier ist ein Fensterflügel mit einer passgenauen Plexiglasscheibe blockiert, die mit einem 3D-gedruckten, magnetischen Anschlussadapter bestückt wurde.

Wenn man keinen besonders leichten Schlaf hat oder direkt neben der Klimaanlage liegt, kann man durchaus im selben Raum schlafen. Wer in der Nacht mit reinem Ventilatorbetrieb auskommt, hat es trotzdem deutlich leiser. Hier liegen die Werte bei rund 45, 47 bzw. 48 dB(A). Ein Wert, der in etwa Blätterrascheln oder einem leisen Kühlschrank entspricht.

Kühlleistung

Wie ist es um die Kühlleistung bestellt? Bei einer Außentemperatur von 32 bis 34 Grad konnte das Gerät die Raumtemperatur bei mittlerer Einstellung von 27,0 auf 25,5 Grad senken. Im weiteren Betriebsverlauf (meist durchgehend) und mit entsprechender Abdunklung des Raumes gelang eine Stabilisierung der Innentemperatur in einem erträglichen Bereich. Dieser lag im Schnitt zwischen 23 und 26 Grad, selbst wenn die Wetterapp eine lokale Außentemperatur von circa 40 Grad meldete. Dabei lief die Anlage fast ausschließlich im Nacht- oder Standardmodus.

Es ist allerdings wichtig, sie konsequent laufen zu lassen. Längere Betriebsunterbrechungen für Ausflüge sorgten recht schnell dafür, dass sich das Zimmer wieder auf 27 Grad und mehr erwärmte. Bis das Klimagerät diese wieder nachhaltig in den Wunschbereich gedrückt hat, vergehen einige Stunden.

Dieses Gerät gehört übrigens zu jenen, die die Kaltluft nicht frontal hinausblasen, sondern schräg nach oben. Die ist dem subjektiven Empfinden des Autors nach angenehmer, da man weniger das Gefühl hat "direkt im Wind" zu stehen. Einfluss auf die Entwicklung der Raumtemperatur hat das allerdings nicht.

Stromverbrauch

Natürlich stellt sich auch die Frage, wie viel Strom die Dreo 318S währenddessen frisst. Als Leistungsaufnahme sind 800 Watt angegeben. Diese werden im Kühlbetrieb aber nicht ansatzweise erreicht. Abseits kurzer Spitzen direkt nach dem Einschalten pendelt sich der Verbrauch im Nachtmodus bei einem Maximum von 658 Watt ein. Der Normalmodus liegt interessanterweise mit 660 Watt nur knapp darüber. Der Turbomodus verzeichnet eine höchste Leistungsaufnahme von 670 Watt. Aktiviert man zur besseren Verteilung die automatische Oszillation der Lüftungsklappen, dann steigt der Verbrauch um rund 5 Watt an.

Der Stromverbrauch der mit 870 Watt Leistungsaufnahme ausgeschilderten Nabo KA8500 liegt hier im Schnitt jeweils 50 bis 75 Watt höher. Das dürfte auch (aber nicht nur) darauf zurückzuführen sein, dass diese als Kältemittel R290 (Propan) einsetzt. Dieses besitzt zwar kaum Treibhauswirkung (GWP 3), hat aber eine um etwa 80 Prozent schlechtere volumetrische Kälteleistung. Man benötigt hier zur Erzielung der gleichen Kühlleistung also mehr Kältemittel und einen Kompressor mit größerem Hubraum. Jener im Nabo-Gerät dürfte dabei nicht ganz so effizient ausgestaltet sein. Am Ventilator lässt sich der Unterschied in dieser Größenordnung nämlich nicht festmachen: beide Geräte bewegen laut Herstellerangaben bis zu 300 m³ Luft pro Stunde.

Eine Hand hält ein weißes Energiekostenmessgerät mit blau beleuchtetem Display. Auf dem Display sind Werte wie Energieverbrauch (656,3 W) und Kosten (0,22 kWh) angezeigt. Darunter befinden sich vier schwarze Tasten:
Der Stromverbrauch der Dreo 318S hält sich in angenehmen Grenzen.

Kühlt man mit der Dreo-Anlage nun ein Büro über eine durchschnittliche Arbeitszeit von acht Stunden, ergibt sich daraus ein Verbrauch von 5,3 kWh pro Tag. Im 24-Stunden-Betrieb sind es circa 17 kWh. Aufgrund der geringen Unterschiede in der Leistungsaufnahme ändert sich dieser Wert auch mit den anderen Modi des Kühlbetriebs nur marginal.

Kein App-Zwang und Home Assistant-Support

Positiv ist anzumerken, dass alle Steuerungseinstellungen – von den Betriebsmodi bis zum Ausschalt-Timer – am Gerät selbst und via Fernbedienung vorgenommen werden können. Die einfach einzurichtende App ist also nicht zwingend erforderlich. Ihr Mehrwert besteht in der Möglichkeit, die Klimaanlage eben aus der Ferne zu steuern und Zeitpläne zu programmieren. Zudem bietet sie auch Schnellzugriff auf die Anleitung und Wartungsempfehlungen sowie eine einfache Betriebsstatistik. Diese schlüsselt die Laufzeit und genutzten Betriebsmodi mit Balkendiagrammen nach Stunden bzw. Tagen auf. Die Informationen auf Monatsebene beschränken sich rein auf die Betriebsdauer. Man kann dem Gerät auch einen Namen verpassen. Hier heißt es nun also "Coolio Iglesias" (Der Autor dieser Zeilen ist ein Kind der 1990er mit Faible für schlechte Witze, sorry not sorry).

Für die Verwendung der App benötigt man allerdings einen Dreo-Account und die Fernsteuerung läuft dementsprechend auch über die Server des Unternehmens. DER STANDARD hat sich erkundigt, wie lange Dreo den Betrieb dieser Cloudinfrastruktur mindestens garantiert und ob danach die App zumindest die Steuerung über das lokale WLAN erlauben wird. Die Antworten werden bei Einlangen nachgetragen.

Was ebenso gefällt ist dass Dreo ein offizielles, quelloffenes Plugin für die Einbindung vieler Geräte in das freie Smart-Home-System "Home Assistant" anbietet. Laut der Beschreibung des Projektes unterstützt dieses auch sämtliche mobilen Klimaanlagen, folglich sollte sich also auch die 318S auf diesem Wege integrieren lassen. Welcher Funktionsumfang über den Home Assistant geboten wird, konnte nicht erprobt werden, da im Testhaushalt (noch) keine Instanz dieses Systems läuft.

Ebenfalls einbinden lässt sich das Gerät in ein Google Home- oder Alexa-System. Darüber steht allerdings nur ein limitierter Funktionsumfang zur Verfügung. Zudem verweigerte die Anlage im Test vereinzelt via Google Home erteilte Befehle im ersten Anlauf.

Screenshot einer Steuerungsoberfläche für eine Klimaanlage mit dem Namen
Alle Funktionen sind auch ohne App zugänglich. Diese bietet als Mehrwert den Fernzugriff und ein paar Statistiken.

Fazit

Die Dreo 318S ist eine kompetente Monoblockklimaanlage, die leise läuft. Die gemessene Lärmentwicklung liegt im unteren Bereich dieser Geräteklasse. Die Kühlleistung entspricht dem, was die Herstellerangaben erwarten lassen, wobei der Energieverbrauch verhältnismäßig sparsam ausfällt. Klug eingesetzt kann mit dem Gerät auch ein Raum passabel gekühlt werden, der deutlich größer ist als das vorgesehene Maximum. Im Kühlmodus kommt das Gerät ohne Entleerung von Kondenswasser aus, inwiefern dies aber das "branchenweit erste" System dieser Art sein soll, bleibt unklar.

Die Einrichtung und Handhabe von Gerät und App sind einfach und weitgehend selbsterklärend. Alle Funktionen lassen sich direkt am Gerät oder über die Fernbedienung nutzen. Die App erlaubt optional die Steuerung aus der Ferne und liefert grundlegende Statistiken, setzt aber einen Account voraus. Alternativ kann das Klimagerät auch an Home Assistant angebunden werden.

Insgesamt kann der kleine Monoblock überzeugen und ist eine gute Option in seinem Preisbereich. Er hat allerdings aktuell das Problem, das viele andere seiner Gerätegeschwister auch haben: Dank hitzebedingt hoher Nachfrage ist er schwer erhältlich. (Georg Pichler, 9.8.2026)

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