DRK baut Rettungswache in Langen für rund 3 Millionen Euro um
Stand: 01.09.2026, 07:00 Uhr
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Das 1999 errichtete Gebäude an der Asklepios-Klinik wird ab Januar abgerissen und neu gebaut. Auch Egelsbach soll eine eigene Rettungswache bekommen.
Langen/Egelsbach – Sechs Fahrzeuge und rund 30 bis 40 Mitarbeiter: In der Langener Rettungswache ist es eng geworden. Das 1999 an der Asklepios-Klinik errichtete Gebäude soll grundlegend modernisiert werden. Wenn alles nach Plan läuft, ziehen die Einsatzkräfte im November in ein Ausweichquartier. Im Januar könnten die Abbrucharbeiten beginnen.
Wir würden gerne nach Egelsbach kommen, wenn wir ein geeignetes Grundstück finden.
„Die Anforderungen, die heute an einen modernen Rettungsdienst und an das Personal gestellt werden, können die alten Räumlichkeiten nicht mehr erfüllen“, erläutert Julian Knospe, Betriebsleiter des DRK-Rettungsdienstes in Offenbach, den Hintergrund der Sanierung. Den Standort selbst stellt er dabei nicht infrage. Die unmittelbare Nähe zum Krankenhaus sei für den Rettungsdienst ideal, betont Knospe. Das Hauptgebäude bleibt stehen, die Räume im Erdgeschoss werden saniert. Die Fahrzeughalle dagegen wird abgerissen und neu errichtet.
Die heutige Halle verfügt über sechs Stellplätze sowie eine Waschanlage. In den Neubau passen allerdings nur noch fünf Fahrzeugtore. Was wie ein Rückschritt klingt, ist die Folge moderner Sicherheits- und Arbeitsstandards: „Zwischen und hinter den Rettungswagen müssen größere Abstände eingehalten werden. Die Einsatzkräfte sollen sich auch dann sicher bewegen und Ausrüstung entnehmen können, wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig in der Halle stehen“, erklärt Julian Knospe.
Hinzu kommen neue Räume für das Personal. Geplant sind unter anderem eine Küche, ein Aufenthaltsbereich, Umkleiden, Duschen und einzelne Ruheräume. Von den sechs derzeit in Langen stationierten Fahrzeugen sind drei rund um die Uhr im Einsatz. Gearbeitet wird meist in Zwölf-Stunden-Schichten von 7 bis 19 Uhr und von 19 bis 7 Uhr. Jedes Fahrzeug ist mit mindestens zwei Einsatzkräften besetzt.
Für den Übergang während der Bauzeit ist bereits eine Lösung gefunden. Die Mitarbeiter sollen die Räume einer ehemaligen Physiotherapiepraxis unterhalb der Langener Stadthalle beziehen. Knospe lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt ausdrücklich. Auch der Langener Stadtbrandinspektor Christian Buchold habe die Suche nach einem Interimsstandort maßgeblich unterstützt. Knospe rechnet mit einer Bauzeit von etwa 14 bis 15 Monaten. Als Wunschzeitpunkt für die Rückkehr nennt er Februar 2028. Bei Bauprojekten könne allerdings immer Unvorhergesehenes dazwischenkommen. Er ist dennoch „vorsichtig optimistisch“, dass der Zeitplan eingehalten werden könne.
3 Millionen Euro Investitionskosten
Das DRK geht von rund 3 Millionen Euro Investitionskosten für den Neubau in Langen aus. Zum Vergleich: Die vom Kreis Offenbach errichtete Rettungswache in Mühlheim kostete Knospe zufolge rund 2,1 Millionen Euro. Aufgrund der Größe des Projekts und der gestiegenen Baukosten dürfte das Langener Projekt teurer werden.
Mit dem Umbau allein ist die Zukunftsplanung für den Rettungsdienst im Westkreis noch nicht abgeschlossen. Weil in der neuen Langener Halle nur fünf Fahrzeuge Platz finden und die Anforderungen weiter wachsen, verfolgt das DRK die Idee eines zweiten Standorts. Dieser könnte in Egelsbach entstehen, das bislang keine eigene Rettungswache hat. Konkrete Entscheidungen sind noch nicht gefallen. „Wir würden gerne nach Egelsbach kommen, wenn wir ein geeignetes Grundstück finden“, beschreibt Knospe den derzeitigen Stand.
Als möglicher Standort gilt ein Gelände nördlich des Flugplatzes, für das die Egelsbacher Gemeindevertretung vor der Sommerpause mit einem Aufstellungsbeschluss für ein Bebauungsplanverfahren bereits die Voraussetzungen geschaffen hat. Nach dem Konzept könnte dort eine Wache mit vier Stellplätzen sowie Aufenthalts-, Umkleide- und Ruheräumen entstehen. Egelsbachs Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne) begrüßt die Pläne: Der naheliegendste Vorteil seien kürzere Hilfsfristen innerhalb Egelsbachs. „Hinzu kämen bessere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst, wenn beide in der Gemeinde einen Standort haben“, sagt Wilbrand. Auch die Lage am Flugplatz hält der Egelsbacher Bürgermeister für nahezu ideal. Vom Flugplatz aus seien die verschiedenen Ortsteile Egelsbachs gut zu erreichen. Weil das Gelände außerhalb der Wohnbebauung liegt, würden Anwohner zudem weniger durch ausrückende Einsatzfahrzeuge und Martinshörner belastet. Zunächst muss sich das DRK Offenbach aber ein Areal in Egelsbach sichern.
Dass zusätzliche Kapazitäten benötigt werden, ist laut Knospe Teil einer bundesweiten Entwicklung. Die Zahl der vorgehaltenen Rettungsfahrzeuge steige seit Jahren. Die Hemmschwelle, einen Rettungswagen zu rufen, sei heute möglicherweise niedriger als früher. Gleichzeitig hätten sich Gesellschaft und medizinische Versorgung verändert. Pauschale Vorwürfe an Patienten seien fehl am Platz. „Wenn wir benötigt werden, kommen wir. Dafür sind wir da“, sagt Knospe.