Drogenkonsum vor 25.000 Jahren: Uralte Zähne verraten, womit sich Jäger und Sammler betäubten

Drogenkonsum begann früher als gedacht – was uralte Zähne verraten

Stand: 10.09.2026, 14:23 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Prähistorische Jäger und Sammler

Prähistorische Jäger und Sammler (Symbolbild). © Tom Björklund/dpa

Spektakuläre Funde in Indonesien revolutionieren die Geschichte des Drogenkonsums: Urzeitliche Menschen haben sich offenbar bereits vor Jahrtausenden regelmäßig betäubt.

JAKARTA – Forscher in Indonesien haben nach Berichten der britischen Tageszeitung The Guardian den frühesten bekannten Beleg für die menschliche Nutzung einer psychoaktiven Pflanze identifiziert. Die Entdeckung beruht auf der Analyse zweier seltener Jäger- und Sammlerskelette aus Sulawesi, deren Zähne chemische Spuren sowie extreme Abnutzungen aufwiesen, die auf den regelmäßigen Konsum von Betelnüssen hindeuten. Die im Fachjournal Science Advances veröffentlichten Ergebnisse lassen den dokumentierten Beginn des Drogenkonsums um Jahrtausende weiter in die Vergangenheit rücken.

Einer der Funde wurde auf rund 7.000 Jahre datiert, während das andere Skelett auf ein Alter zwischen 16.000 und 25.000 Jahren geschätzt wird, wie das Portal LiFO berichtete. Die Studie verzeichnet tiefe, abgerundete Rillen in den erhaltenen Zähnen, die bei den Betroffenen auf langjährigen, intensiven Gebrauch schließen lassen.

Chemische Analysen und historische Bedeutung

Chemische Untersuchungen des Zahngewebes wiesen bei beiden Individuen Arecolin nach, den primären psychoaktiven Wirkstoff der Betelnuss. Forscher vermuten, dass die Jäger und Sammler die harten Nüsse über viele Jahre hinweg stundenlang im Mund behielten und lutschten, um von der leichten Betäubung und Schmerzlinderung zu profitieren, wie die New York Times anmerkte.

Die Untersuchung der Funde widerlegt bisherige Annahmen über den Beginn des weltweiten Konsums psychoaktiver Substanzen, der bislang auf die Zeit vor rund 13.000 Jahren datiert wurde. Experten werten die Entdeckung als direkten Beweis dafür, dass der Konsum solcher Pflanzen eine Jahrtausende alte Tradition darstellt. (Redaktion)