Drohnen-Vorfall in Leipzig: Ein russischer Anschlag erfordert Beratungen der Nato
Drohnen-Vorfall in Leipzig Ein russischer Anschlag erfordert Beratungen der Nato
01.09.2026 · 21:50 Uhr
Johann Wadephul (l, CDU), Bundesaußenminister, und Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, geben eine Pressekonferenz zu den Entwicklungen im Fall der am Flughafen Leipzig/Halle gefundenen Sprengstoff-Drohne im Bundesinnenministerium.
Foto: Kay Nietfeld/dpa/Kay Nietfeld
Meinung | Berlin · Der Vorfall am Flughafen Leipzig gilt als neue Dimension hybrider Kriegsführung. Die Bundesregierung macht einen russischen Geheimdienst verantwortlich – und bleibt mit ihren Reaktionen auf den Vorfall hinter den Möglichkeiten zurück. Das ist zu milde.
Eine mit Sprengstoff beladene Drohne, die sich auf einem deutschen Flughafen einer ukrainischen Frachtmaschine nähert – und mutmaßlich nur wegen eines defekten Zünders nicht das riesige Flugzeug in die Luft sprengt: Der Drohnen-Vorfall vom Flughafen Leipzig war ein versuchter Anschlag. Und er soll, da ist sich die Bundesregierung mittlerweile sicher, von Russland verantwortet sein. Das ist eine neue Dimension der hybriden Kriegsführung.
Allerdings fällt die Reaktion der Bundesregierung auf diese mutmaßlich russische Attacke immer noch recht milde aus. Das Russische Haus in Berlin zu schließen, das auch von russischen Geheimdiensten genutzt wird, das Generalkonsulat in Bonn zu schließen, den Botschafter einzubestellen und den Druck auf die russische Schattenflotte zu erhöhen – all das reicht unterm Strich nicht aus. Zumal Merz Erwartungen auf mehr Härte geschürt hatte.
Die Dimension des geplanten Anschlags hätte einer Befassung der Nato mit dem Fall bedurft, völkerrechtlich wären Konsultationen nach Artikel 4 möglich gewesen. Es würde dabei explizit nicht um den Bündnisfall gehen – aber der Kreml muss sehen, dass eine solche hybride Attacke auf ein Nato-Land auch in der Verteidigungsallianz auf den Tisch kommt und beraten wird.
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