Dyson stellt elektrische Zahnbürste mit Kamera vor
Innovationen
Dyson stellt elektrische Zahnbürste mit Kamera vor
Für 480 Euro kombiniert das Gerät KI-Zahnlückenerkennung mit automatischer Wasserstrahlreinigung
Georg Pichler
Das britische Unternehmen Dyson war ursprünglich vor allem für Staubsauger bekannt. Mittlerweile hat man das Produktsortiment aber kräftig erweitert. Etwa auf Kopfhörer als auch andere Reinigungsgeräte. In letztere Kategorie, genauer gesagt dessen Subgenre "Mundpflege", fällt auch der "CameraJet".
Hinter dem unspezifischen Namen verbirgt sich eine elektrische Zahnbürste. Aus der Bezeichnung ableiten lassen sich aber deren Features. Sie kostet 480 Euro und bringt unter anderem eine Kamera mit.
KI sorgt für Druckwasserbeschuss
Eine naheliegende Verwendung für die erstmalige Integration eines "Guckers" auf einer konventionellen Elektrozahnbürste ist freilich die Inspektion der Kauleiste und ihrer Umgebung. Die Kamera kann nämlich von einer App per WLAN angesteuert werden und so einen Livestream liefern. Wer also immer schon abgewetzte Zahnkronen und entzündete Mandeln in Nahaufnahme sehen wollte, hat nun die Gelegenheit dazu. Mit 0,1 Megapixel liegt die Auflösung aber recht gering. Laut Produktfotos zeigt die App das Bild circa im Format 4:3, was rechnerisch einer Auflösung von 365 × 274 Pixel entsprechen würde.
Die Befriedigung dentalvoyeuristischer Neigungen ist aber nicht der einzige Einsatzzweck. Nachdem wir das Jahr 2026 schreiben, darf natürlich auch Künstliche Intelligenz nicht fehlen. Diese spechtelt nämlich auch auf den Kamerafeed und ist dabei auf der Suche nach Zahnzwischenräumen. Wird eine "Lücke" entdeckt, soll sich der ebenfalls namensgebende "Jet" aktivieren. Mittels Wasserstrahl soll auch für Sauberkeit gesorgt werden, wo man sonst nur umständlich mit Zahnseide operieren muss. Wie so eine Zahnreihe aussieht, wurde der KI zuvor mittels Training mit über 470.000 Fotos beigebracht.
Das Novum liegt hier natürlich im KI-Einsatz und der Kombination mit der Zahnbürste selbst. An sich werden solche Mundreiniger schon lange als eigenständige Geräte angeboten. Der CameraJet soll Zähneputzen und die Ausspülung von Zwischenräumen in einem erledigen. Die App kann dabei die Zähne "kartieren" und den Putzvorgang anleiten. Dazu gibt es drei Reinigunsmodi und andere Features, wie eine Warnung bei zu starker Druckausübung.
Teure Verbrauchsteile
Die Schallzahnbürste kommt mit einer Ladestation, die wiederum über einen Behälter zum Nachtanken des Wasserreservoirs der Bürste verfügt. Auf Reisen lässt sich das Zahnpflegegerät aber auch mit einem USB-C-Kabel laden, an dessen zweitem Ende passende, magnetische Pogopins zu finden sind. Auch zwei Ersatz-Bürstenköpfe sind dabei, wobei Dyson betont, dass nur Originalware "einwandfrei" mit dem CameraJet funktioniert.
Diese Köpfe gibt es auch in einer Variante für empfindlichere Zähne. Günstig die für alle drei Monate vorgesehene Nachbeschaffung jedoch nicht. Ein Zweierpack schlägt mit 30 Euro zu Buche. Der Hersteller verkauft dazu auch eine wenig schäumende Zahnpasta für bessere Kameraerkennung. 75 Milliliter schlagen hier mit 10 (neutral) oder 12 Euro (Minze) zu Buche – wobei auch beliebige andere, schaumfreie Zahnpasten genutzt werden können. Eine begrüßenswerte Seltenheit ist, dass sich der Akku der Bürste einfach tauschen lässt, sollte er mal Alterserscheinungen zeigen.
Interessant ist, dass Dyson auf der CameraJet-Produktseite zwar die "wissenschaftliche" Formel für die Zahnpasta hervorhebt, aber nicht – wie für solche Produkte häufig der Fall – mit zahnärztlichen Empfehlungen wirbt. Grundsätzlich ist die Reinigung von Zahnzwischenräumen mit Wasserdruck oder Behelfen wie Zahnseide natürlich sinnvoll. Wie gut das in diesem Kombigerät funktioniert, bleibt abzuwarten. Auch DER STANDARD plant einen Test des Hightech-Reinigers für Grinsefliesen. (gpi, 2.9.2026)
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