E-Autos kosten wieder mehr: Warum Söder jetzt größere Modelle fördern will
Stand: 03.08.2026, 14:08 Uhr
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E-Autos werden laut CAR-Studie wieder teurer, während Hersteller Verbrenner stärker rabattieren. Markus Söder fordert mehr Förderung für größere Elektroautos.
München – Elektroautos in Deutschland werden wieder teurer – und das ist laut einer neuen Untersuchung des Center Automotive Research kein Zufall, sondern eine direkte Folge der staatlichen Förderprämie.
Während die Nachfrage nach E-Autos steigt, sinken die Rabatte leicht. Bei Verbrennern läuft es dagegen umgekehrt: Weil sie schwerer zu verkaufen sind, müssen Hersteller immer höhere Nachlässe gewähren. „Das sind schon sehr hohe Nachlässe“, kommentierte CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer am Montag mit Blick auf die Verbrenner-Seite des Marktes.

E-Autos werden wieder teurer
Die CAR-Studie analysierte die Transaktionspreise – also Listenpreise abzüglich Rabatte – der jeweils gängigsten 25 Verbrenner- und Elektromodelle sowie 15 Plugin-Hybride.
Das Ergebnis: Der Marktanteil von E-Autos kletterte im Juni auf 28,6 Prozent. Mit steigender Nachfrage sanken die Rabatte für Elektrofahrzeuge leicht, von 17,8 Prozent im Juni auf 17,6 Prozent im Juli.
Rabatte für Elektroautos sinken leicht
Bei Verbrennern lief es umgekehrt. Die Nachlässe zogen von 18,4 auf 19,4 Prozent an. Besonders aggressiv zeigten sich dabei Audi, Opel und BMW mit Rabatten von bis zu 31,5 Prozent.
Damit verschiebt sich das Preisgefüge im Automarkt: E-Autos profitieren von Förderung und wachsender Nachfrage, während Hersteller klassische Verbrenner stärker über Preisnachlässe verkaufen müssen.
Verbrenner werden stärker rabattiert
Im Schnitt kostete ein Verbrenner-Neuwagen aus den 25 meistgekauften Modellen im Juli laut CAR 32.302 Euro. Ein Elektroauto schlug mit durchschnittlich 34.665 Euro zu Buche.
Noch deutlich teurer waren Plugin-Hybride. Für sie ermittelte CAR einen durchschnittlichen Transaktionspreis von 46.252 Euro.
Plugin-Hybride bleiben besonders teuer
Für die Zukunft des Hybridmarktes zeigte sich Dudenhöffer vorsichtig optimistisch. „Wir gehen davon aus, dass ab 2027 durch die vermehrten Angebote von chinesischen Autobauern die Preisposition der Plugin-Hybride verbessern werden“, sagte der CAR-Direktor.
Der Wettbewerb aus China könnte damit mittelfristig auch in diesem Segment für sinkende Preise sorgen.
Söder fordert höhere Förderung für größere E-Autos
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nutzte das ARD-Sommerinterview am Sonntag, um eine Ausweitung der Förderprämie auf größere Fahrzeuge zu fordern.
Diese solle so gestaltet werden, „damit die deutschen Hersteller Mercedes, VW, Audi und BMW davon profitieren“, sagte der CSU-Chef.
Koalition will E-Auto-Prämie überarbeiten
Die Koalition will die E-Auto-Prämie im Herbst ohnehin überarbeiten. Söders Vorstoß dürfte die Debatte verschärfen: Kritiker sehen in einer Förderung größerer Fahrzeuge vor allem eine industriepolitische Stütze für deutsche Premiumhersteller.
Befürworter argumentieren dagegen, dass gerade die deutsche Autoindustrie im Wettbewerb mit chinesischen Herstellern und bei der Transformation zur Elektromobilität Unterstützung brauche. Einen neuen Tankrabatt schloss Söder nicht aus, blieb aber unverbindlich. „Das wird sich in den nächsten Monaten zeigen“, sagte er.
Zudem übte er Kritik an der Zwölf-Uhr-Regel. Sie funktioniere seinem Gefühl nach nicht und habe auch keine große Wirkung gezeigt.
Für Verbraucher bleibt der Automarkt damit unübersichtlich: E-Autos werden durch Förderung attraktiver, aber nicht automatisch günstiger. Verbrenner verlieren an Marktdynamik, werden dafür jedoch mit immer höheren Rabatten verkauft. (Quellen: Center Automotive Research, dpa, ARD-Sommerinterview) (mare)