EC Bad Nauheim führt zweimal – und verliert trotzdem in Freiburg
Stand: 18.09.2026, 22:43 Uhr
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Der EC Bad Nauheim startet mit einer 3:4-Niederlage in die DEL2-Saison. Zwei Powerplay-Chancen im Schlussabschnitt blieben ungenutzt.
Solche Niederlagen tun so richtig weh. Mit einem Tor Unterschied unterliegen die Roten Teufel am Freitagabend zum Start der Deutschen Eishockey-Liga 2 in Freiburg. Beim 3:4 (1:2, 2:2, 0:0) hatte der EC Bad Nauheim zweimal geführt (1:0 und 3:2) und im Schlussabschnitt zwei Powerplay-Situationen liegen lassen.

„Nach einem Traumstart haben wir durch die erste Hinausstellung ein bisschen den Faden verloren. Der zweite Abschnitt zählte zum besten, was ich bislang gesehen habe. Freiburg hat allerdings aus zwei unserer Fehler zwei Tore erzielt. Wir haben im Schlussdrittel alles versucht, aber die Wölfe haben immer einen Schläger oder ihren Körper dazwischen gebracht“, sagt Trainer Kevin Gaudet. Julian Kornelli, Matt Marcinew und Joel Keussen hatten für die Mannschaft aus der Wetterau getroffen.
Seitens der Hausherren atmete Johannes Nygärd als Coach durch. „In den ersten 25 Minuten hatten wir das Momentum. Im Schlussabschnitt muss ich die defensive Einstellung meiner Mannschaft loben, die um die drei Punkte gekämpft hat.“
Eine Überraschung bei den Roten Teufeln bot der Blick auf das Lineup. Dort fand sich der Name Soli Schollmeyer. Der 20-jährige Verteidiger aus dem Nachwuchs von Krefeld stand erstmals in einem Profi-Kader. Dafür fehlten neben dem angeschlagenen Mark El-Sayed noch Jesse Kauhanen und Denis Root (beide per Förderlizenz bei Oberligist Herne im Kader) sowie der nominell zweite Torwart. Julius Schulte saß beim DEL-Comeback der Krefeld Pinguine auf deren Bank, so dass Ramon Hupf aus der U20 der Roten Teufel als zweiter Goalie mit in den Bus gestiegen war.
Bad Nauheim erwischte einen Start nach Maß. Nach einem Turnover in der Angriffszone bugsierte Julian Kornelli einen von der Bande zurückspringenden Puck über die Torlinie. Gespielt waren da gerade einmal 84 Sekunden. Der Führungstreffer gab Selbstvertrauen. das Spiel der Gäste gefiel in den ersten zehn, zwölf Minuten, in denen Allan McPherson und Dominik Tiffels weitere Chancen hatten und während der ersten Unterzahl-Situation wenig zugelassen wurde. Die bis dato beste Chance der Gastgeber bot sich Lukas Mühlbauer, nach einem Fehler im Aufbau der Hessen. Dann brauchten die Wölfe aus dem Breisgau aber nur 2:15 Minuten, um das Resultat zu drehen, als Bad Nauheim in der Konzentration etwas nachgelassen hatte. Zunächst hatte Lyden McCullum bei einer Vier-gegen-zwei-Situation viel zu viel Zeit (16.), dann nutzte Nikolas Linsenmaier einen Zuordnungsfehler der Gäste an der blauen Linie zur 2:1-Pausenführung (18.).
Zu Beginn des zweiten Durchgangs blieb zunächst vieles Stückwerk. Das erste Powerplay brachte Bad Nauheim dann zurück ins Spiel. Per Onetimer ist Matt Marcinew nach 38 Überzahl-Sekunden der Ausgleich gelungen (30.). Zwei Minuten später war erneut Charlie Sarault der Vorlagengeber. Der aufgerückte Joel Keussen nutzte seine Freiheit zum erneuten Führungstreffer der Wetterauer. Der Jubel der rund 100 mitgereisten Fans aus der Kurstadt verstummte schnell. Nur 19 Sekunden später stellte Linsenmaier volley auf 3:3, nachdem EC-Keeper Jerry Kuhn die Scheibe zweimal nicht zu fassen bekam. Kurz vor dem zweiten Wechsel hatte Freiburg - ohne Import-Stürmer Fabian Illstedt angetreten - das Spiel abermals gedreht. In Unterzahl kassierte Bad Nauheim das 3:4 durch Christoph Kiefersauer.
Im Fokus des Schlussabschnitts standen zwei Überzahl-Situationen der Gäste. Diese ließen die Scheibe ansehnlich zirkulieren, versuchten, Matt Marcinew und Joel Keussen in Schussposition zu bringen, doch stellte Freiburg die Räume clever zu. Überhaupt: Nach vorne kam von den Hausherren nun gar nichts mehr, Bad Nauheim hatte in der Offensive den einen oder anderen Stockfehler zu viel, der den Spielfluss raubte.
EHC Freiburg: Schneider - Plouffe, DeLosRios, Sezemsky, Kühnhauser, Gnyp, Leitner, Klein - McCullum, Linsenmaier, Döpfner, Mühlbauer, Gallant, Bowles, Billich, Kiefersauer, Bechtold, Ludwig, Steinhauser, Khaidarov.
EC Bad Nauheim: Kuhn - Maginot, Tiffels, Erk, Keussen, Schollmeyer, Pruden, Lemke - Preto, McPherson, Hickmott, Kornelli, Sarault, Marcinew, Jakovlev, Schiemenz, Volek, Cimmerman, Bußmann.
Im Stenogramm / / Tore: 0:1 (2.) Kornelli (Schollmeyer), 1:1 (16.) McCullum (Döpfner, Gnyp), 2:1 (18.) Linsenmaier (McCullum), 2:2 (30.) Marcinew (Sarault, McPherson - PP1), 2:3 (32.) Keussen (Sarault, Marcinew), 3:3 (32.) Linsenmaier (Leitner, Döpfner), 4:3 (40.) Kiefersauer (Billich, DeLosRios - PP1). - Schiedsrichter: Schütz/Heffner. - Strafminuten: Freiburg 8, Bad Nauheim 6. - Zuschauer: 2406