Augen auf beim Einkauf: Edeka versehrt beliebte Produkte mit knallhartem Preisversprechen
Edeka bringt neues Siegel auf Tausende Produkte – was hinter dem roten Hinweis wirklich steckt
Stand: 23.08.2026, 21:57 Uhr
Kommentare
Edeka führt auf Tausenden „Gut & Günstig“-Produkten ein neues Siegel ein. Es wirbt mit einer Preisgarantie – doch die hat einige Bedingungen.
Kassel – Wer bei Edeka durch die Regale läuft, könnte auf den Verpackungen bald eine Veränderung entdecken. Ein auffälliger roter Hinweis soll Kunden künftig auf den ersten Blick eine wichtige Information liefern. Betroffen ist eine der bekanntesten Eigenmarken des Händlers: Edeka führt für „Gut & Günstig“ ein neues Siegel ein – und verbindet damit ein konkretes Preisversprechen.

Auf dem roten Siegel steht: „Preisgarantie – immer der günstigste Preis vor Ort“. Nach Angaben von t-online unter Berufung auf die Lebensmittel Zeitung soll die Kennzeichnung schrittweise auf rund 3000 „Gut & Günstig“-Produkten erscheinen. Den Anfang machen mehrere Hundert stark nachgefragte Artikel, darunter Salami-Pizza, Gouda und Lachsfilets. Parallel dazu begleitet Edeka die Einführung des Siegels mit einer Kampagne, die digital, aber auch vor Ort vermarktet wird.
Neues Edeka-Siegel verspricht „immer den günstigsten Preis vor Ort“
Hinter dem Versprechen steckt ein lokaler Preisvergleich. Edeka zieht dafür vergleichbare Produkte der Discount-Konkurrenz aus dem jeweiligen Umfeld eines Marktes heran. Das bedeutet zugleich, dass die Preise je nach Markt oder Region unterschiedlich ausfallen können. Aktionen und Sonderangebote der Konkurrenz werden bei dem Vergleich ausdrücklich nicht berücksichtigt.
Die Edeka-Zentrale bezeichnete das neue Siegel gegenüber der Lebensmittel Zeitung als „kommunikative Maßnahme, die Kunden in den Märkten zusätzliche Orientierung bietet“. Mit dem neuen Siegel erhofft sich Edeka demnach „mehr Frequenz auf den Flächen und eine stärkere Position im Wettbewerb“. Zuletzt hatte Edeka Schlagzeilen gemacht, weil der Händler rund 200 der mehr als 300 verkauften Tegut-Filialen übernimmt. Allerdings hat das Kartellamt wettbewerbsrechtliche Bedenken.
Edeka will im Wettbewerb mit Aldi und Lidl punkten
Mit der neuen Produktkennzeichnung verfolgt der Lebensmitteleinzelhändler auch wirtschaftliche Ziele. Edeka will nach eigenen Angaben mehr Kunden in die Märkte holen und seine Position gegenüber den führenden Discountern stärken. Hintergrund ist, dass viele Verbraucher günstige Eigenmarken vor allem mit Anbietern wie Aldi und Lidl verbinden. Tatsächlich unterscheiden sich deren Preise häufig kaum von den entsprechenden Supermarkt-Eigenmarken, wie t-online berichtet.
Zu diesem Ergebnis kam auch der SWR bei einem Eigenmarken-Test. Die Handelsunternehmen würden die Preise der Konkurrenz sehr genau beobachten und sicherstellen, dass die eigenen Produkte nicht teurer sind, erklärt die Marketing-Expertin Professorin Hanna Schramm-Klein dazu gegenüber dem SWR. Solange sie dabei keine unerlaubten Preisabsprachen träfen, sei das zulässig.
Für Edeka kommt die Maßnahme zudem in einer wirtschaftlich schwierigen Phase. Im ersten Halbjahr 2026 hatte der Händler mit Kaufzurückhaltung und einer schwachen Umsatzentwicklung zu kämpfen. Ob das neue Siegel die Kunden tatsächlich stärker zu „Gut & Günstig“ greifen lässt, muss sich erst zeigen. Fest steht aber: Das Preisversprechen dürfte künftig auf immer mehr Verpackungen in den Edeka-Regalen zu sehen sein. (Quellen: Edeka, Lebensmittel Zeitung, SWR, t-online) (cln)