EES-Chaos an Europas Flughäfen: Ein Buchungs-Trick spart Ihnen bis zu zwei Stunden Zeit – Ein Testbericht
EES-Chaos im Selbsttest: Mit diesem Buchungs-Trick kommen Sie als Erster durch die Flughafen-Passkontrolle
Stand: 27.07.2026, 14:02 Uhr
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Das EU-Einreisesystem EES sorgt für Staus an Flughäfen. Ein simpler Reise-Trick könnte Ihnen bis zu zwei Stunden Wartezeit an der Passkontrolle sparen. Ein Kommentar.
München – Nach drei Stunden in einem engen Flugzeug ist eine lange Schlange vor der Passkontrolle das Letzte, was man sehen möchte. Doch dank des neuen Entry/Exit Systems (EES) der EU wird diese zähe Vision für viele in diesem Sommer zur Realität, da Flughäfen auf dem ganzen Kontinent eine Verdreifachung der Bearbeitungszeiten bei der Passkontrolle melden. Für Reisende bedeutet das mitunter stundenlanges Warten direkt nach der Landung.
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Dieser Artikel von Robert Jackman entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
Mittlerweile dürften viele bereits mit den „Vorzügen“ des EES Bekanntschaft gemacht haben. Aber was wäre, wenn es einen einfachen Reise-Trick gäbe, der eine zweistündige Wartezeit erspart? Eine kleine, aber wirkungsvolle Anpassung der Buchungsstrategie könnte den Unterschied machen und kostbare Urlaubszeit sparen.

Hier meine Theorie: Wenn das größte Problem beim EES die sich nur langsam bewegenden Warteschlangen sind, dann liegt es doch auf der Hand, dass man so nah wie möglich an die Spitze dieser Schlange gelangen möchte. Warum also nicht einen Sitzplatz in den vorderen Reihen buchen und damit sicherstellen, dass man zu den ersten Passagieren gehört, die das Flugzeug verlassen? Je früher Sie aussteigen, desto besser Ihre Chancen auf einen Platz weit vorne in der Reihe.
Warum der Sitzplatz über Ihre Wartezeit entscheidet
Wie die meisten Reise-Tricks ist auch dieser nicht völlig narrensicher. Zunächst kommt es darauf an, wie viele Flugzeuge vor Ihrem gelandet sind und ob deren Passagiere bereits abgefertigt wurden. Selbst dann wird die Zeit, die Sie in der Schlange verbringen müssen, aber in der Regel reduziert – und das für eine vergleichsweise geringe Zusatzgebühr, die sich vor allem bei vollen Maschinen schnell bezahlt machen kann.
Ich habe das System selbst getestet: Auf einem Flug mit Wizz Air nach Budapest an einem besonders geschäftigen Wochenende im Mai hatte ich das Glück, in einer der vorderen Reihen zu sitzen. In Kombination mit einem schnellen Sprint durch den Flughafen nach der Landung schätze ich, dass ich mir damit gut eine Stunde Wartezeit in der Schlange erspart habe. Der Zeitgewinn war deutlich spürbar, gerade bei dicht gedrängten Grenzkontrollen.
Die exakten Kosten sind der etwas kompliziertere Teil. Wenn Sie mit einer der klassischen Billigfluglinien unterwegs sind, sollte es nicht allzu teuer werden, doch Sie müssen mit dynamischer Preisgestaltung rechnen. Das bedeutet, dass der genaue Preis davon abhängt, wohin Sie reisen und welche Art Ticket Sie gebucht haben. Selbst dann dürfte der Aufpreis selten über 30 Pfund liegen – ein geringer Betrag, wenn man bedenkt, wie viel Urlaubszeit Sie dadurch zurückgewinnen können.
Günstigere Alternativen für clevere Sparfüchse
Es könnte sogar eine deutlich günstigere Variante geben. Da Billigfluggesellschaften aus Kostengründen nur selten Fluggastbrücken nutzen, wird häufig auch von den hinteren Reihen aus ausgeladen. Ein Sitzplatz in Reihe 33 ist normalerweise kein Wunschplatz, kann aber plötzlich überaus attraktiv sein, wenn er bedeutet, zu den ersten Passagieren zu gehören, die das Flugzeug verlassen. Hier lohnt es sich, das typische Ablademuster Ihrer Airline zu beobachten.
Natürlich gibt es ein paar Einschränkungen. Neben dem Verzicht auf Fluggastbrücken setzt Ryanair gern auf diese unangenehmen, stickigen Busse, die Passagiere vom Rollfeld zum Terminal bringen. In einem solchen Fall ist Ihre Sitzplatznummer praktisch bedeutungslos. Sie können Ihre Chancen, die Schlange zu schlagen, dennoch erhöhen, indem Sie den Bus zunächst voll werden lassen und sich dann möglichst nah an den Ausgangstüren positionieren. Einer der ersten aus dem Flugzeug zu sein, hilft Ihnen außerdem, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Platz im ersten Bus zu ergattern.
Andere Berechnungen gelten, wenn Sie mit British Airways unterwegs sind. Zum einen sind die vorderen Sitzreihen in der Regel für die Business Class reserviert – oder zumindest für die wenig beeindruckende Kurzstreckenversion der Business Class –, was die potenziellen Kosten für einen Platz ganz vorne deutlich erhöht. Ob es wirklich lohnt, weitere 200 Pfund zu zahlen, nur um als Erster die Maschine zu verlassen, ist fraglich. Ich würde behaupten, dass es in den meisten Fällen eher nicht der Fall ist.
Familien und Sitzplatzreservierung: Lohnt sich der Aufpreis?
Etwas komplexer wird es auch, wenn Sie als Familie reisen. Selbst bei einer günstigen Fluggesellschaft wie Ryanair können die Kosten für mehrere reservierte Sitzplätze schnell in die Höhe schnellen. Wenn Ihnen die Reservierung jedoch zwei Stunden Stehen in einem überhitzten Flughafen mit ungeduldigen Kindern erspart, könnten Sie durchaus zu dem Schluss kommen, dass sich der Preis lohnt. Am Ende ist es eine Abwägung zwischen Komfort, Zeitersparnis und Urlaubsbudget.
Unabhängig davon, ob Sie strategisch sitzen oder nicht, lohnt es sich, die Grundlagen beim Aussteigen zu verinnerlichen. Verstauen Sie möglichst viel Ihres Handgepäcks unter dem Vordersitz, damit Sie nach der Landung nicht lange an den Gepäckfächern hantieren müssen. Vergewissern Sie sich außerdem bereits während des Landeanflugs, dass Sie Ihr Telefon und Ihren Reisepass zur Hand haben, anstatt erst nach dem Aufsetzen zu suchen. So vermeiden Sie unnötige Verzögerungen im Gang.
Nutzen Sie außerdem nach Möglichkeit noch die Toilette im Flugzeug vor der Landung. So müssen Sie nicht direkt nach dem Aussteigen zu den sanitären Einrichtungen im Terminal sprinten, während andere Passagiere an Ihnen vorbeiziehen und die Schlange füllen. Wenn sich alle am Fahrstuhl oder an der Rolltreppe drängen, sollten Sie in Erwägung ziehen, die Treppe zu nehmen – oft ein schnellerer Weg nach vorn.
Mit Strategie schneller durch den Flughafen
Ein Sprint durch den Flughafen ist vielleicht nicht der entspannteste Weg, um in den Urlaub zu starten, doch er ist allemal besser, als am Ende einer sich quälend langsam bewegenden Schlange vor der Passkontrolle festzustecken. Und wenn ein kleiner Aufpreis für einen Sitzplatz in der ersten Reihe dabei hilft, den Andrang zu umgehen, dürfte dies ein Preis sein, den die meisten von uns bereitwillig zahlen werden. Am Ende entscheidet die richtige Strategie darüber, ob Sie Ihren Urlaub eine Stunde früher genießen können.