„Da hätte ich fünf andere rausgenommen“: Effenberg widerspricht Hütter nach Eintracht-Debakel
Effenberg schießt scharf gegen Eintracht-Coach Hütter nach Koch-Auswechslung
Stand: 11.10.2026, 20:11 Uhr
Nach Frankfurts 0:6 in Leipzig kritisiert Effenberg die Auswechslung von Kapitän Koch – nimmt den Abwehrchef aber auch selbst in die Pflicht.
Frankfurt – Das 0:6-Debakel von Eintracht Frankfurt bei RB Leipzig am vergangenen Samstagabend hat eine heftige Debatte ausgelöst. Neben dem desolaten Bundesliga-Auftritt der Mannschaft vom Main steht auch die Halbzeit-Auswechslung von Kapitän und Abwehrchef Robin Koch durch Trainer Adi Hütter im Fokus. Beim Stand von 0:4 zur Halbzeit griff Hütter durch und nahm seinen Spielführer vom Feld.

Gleichzeitig wechselte er auch Youngster Keita Kosugi aus. Nach dem Abpfiff sprach Hütter Klartext: „Wer so hoch verliert, muss sich schämen.“ Die Botschaft an Koch war unmissverständlich. „Ich habe Robin erlöst. Von einem Führungsspieler und Kapitän erwarte ich etwas ganz anderes. Wenn du 16 Gegentore bekommst und der Leader in der Abwehr bist, setze ich irgendwann auch mal ein Zeichen.“
Effenberg versteht Hütter-Entscheidung nicht
Die Entscheidung kam nicht aus dem Nichts. Hütter hatte Koch zuvor mehrfach gestützt. Er stellte die Taktik extra auf eine Dreierkette um. Dafür opferte er schweren Herzens Younes Ebnoutalib. Doch Kochs Leistungen blieben hinter den Erwartungen zurück. Nach einer schwachen Vorsaison läuft der Innenverteidiger auch in dieser Saison seiner Normalform hinterher. Das 0:6 in Leipzig war offenbar der Punkt, an dem Hütters Geduld endete.
Absolut Eintracht – der Newsletter ⚽

Seien Sie näher an der Eintracht dran als je zuvor! Unser SGE-Newsletter versorgt Sie mit den wichtigsten News, liefert Ihnen Videos, Reportagen und exklusive Interviews direkt und ganz bequem in Ihr Postfach.
Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren und Teil der SGE-Community werden. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden!
Sind Sie dabei?
HIER geht‘s direkt zur Anmeldung!
Bundesliga-Legende Stefan Effenberg übte im Sport1-Doppelpass deutliche Kritik an Hütters Entscheidung. „Du nimmst einen Kapitän zur Halbzeit nicht vom Platz. Selbst wenn es schon 0:4 steht“, sagte Effenberg. Er erklärte seine Haltung: „Du erwartest von einem Kapitän eigentlich, dass er in einer schweren Phase versucht, Dinge auf dem Platz zu regeln. Natürlich ist das ein klares Zeichen. Aber ich bin davon überhaupt kein Freund. Da hätte ich fünf andere rausgenommen.“
Gleichzeitig nahm Effenberg Koch aber nicht aus der Verantwortung. Der Ex-Bayern-Kapitän sieht beim Frankfurter Abwehrchef ein strukturelles Problem. „Wenn der Kapitän und Abwehrchef nicht funktionieren, hast du eine riesige Baustelle“, sagte Effenberg. Koch trage als Führungsspieler eine besondere Verantwortung. „Die Führungsspieler wie Koch müssen die Situationen erkennen und auf dem Platz handeln. Da kann der Trainer draußen nur wenig machen.“
Effenberg betonte zudem, dass das Problem nicht neu sei: „Die Baustelle gab es schon letzte Saison. Dass du dich so aufgibst, ist schwer zu verstehen.“ Auch DFB-Sportdirektor Rudi Völler meldete sich im Doppelpass zu Wort: „Natürlich ist das ein guter Innenverteidiger“, sagte er. Doch dann folgte die Einschränkung: „Er ist ein ruhiger Kapitän, vielleicht einen Tick zu ruhig. Das ist vielleicht Robins größtes Problem.“ Koch hat sich einen Tag nach dem Spiel mittlerweile auch selbst öffentlich zu seiner Situation geäußert. (hbr)