Ehepaar geht mit Anfang 30 in Rente: Könnte diese Strategie auch für Sie funktionieren?

Ehepaar geht mit Anfang 30 in den Ruhestand am Strand: Diese Strategie macht es möglich

Stand: 24.08.2026, 22:17 Uhr

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Die Kinder gehen nicht mehr zur Schule, die Eltern nicht mehr zur Arbeit: Eine Familie lebt die radikale Version der FIRE-Strategie in Asien.

Kassel – Schule, Arbeit, Rente mit 67 – und dann das Leben genießen? Ryan Blackley, 35, und seine Frau Jess, 34, haben diesen Plan schlicht umgedreht. Mit Anfang 30 verließen sie Großbritannien, zogen mit ihren Söhnen Noah (6) und Bodhi (4) nach Thailand – und kommen dort mit umgerechnet rund 2100 Euro im Monat aus. Weniger, als sie zuhause für Miete, Strom und Lebensmittel gezahlt hätten.

Touristenhochburg Pattaya

Rente in Thailand: Eine Familie aus Großbritannien lebt diesen Traum. © Carola Frentzen/dpa

Der Schlüssel zu ihrem frühen Ruhestand im Ausland: ein schrittweise aufgebautes Immobilienportfolio. Jess kaufte ihre erste Wohnung mit 20 Jahren, das Paar erwarb nach und nach weitere Objekte – heute vermieten sie zwei Wohnungen und ein Familienhaus in Großbritannien und nehmen daraus monatlich rund 2920 Euro ein. Das reicht, um das Leben in Südostasien vollständig zu finanzieren, wie der Mirror berichtet. „Das ganze Lebenskonzept ist für uns verkehrt herum: erst Schule, dann Arbeit, und dann das Leben genießen – mit 68 Jahren“, sagt Ryan.

Früher Ruhestand durch FIRE: ein Trend mit System

Was die Blackleys leben, hat einen Namen: FIRE – Financial Independence, Retire Early. Die Bewegung entstand in den 1990er-Jahren in den USA und gewinnt seither auch in Deutschland Anhänger. Das Prinzip: Wer früh genug spart und investiert – idealerweise 50 bis 70 Prozent des Einkommens –, kann laut Raisin bereits deutlich vor dem offiziellen Renteneintritt finanziell unabhängig werden. Immobilien sind dabei eine von mehreren Strategien neben ETFs und Aktien: Sie liefern monatliche Einnahmen, binden aber Kapital und erfordern aktives Management.

In Thailand gibt die vierköpfige Familie durchschnittlich 70 Euro pro Tag aus – für Unterkunft, Essen und Ausflüge. In Großbritannien lagen die monatlichen Fixkosten bei rund 2690 Euro. Wer Mieteinnahmen aus einem teuren Land bezieht und in einem günstigeren lebt, zieht daraus einen doppelten Vorteil. „Wir sind ganz normale Menschen, eine ganz normale Familie, die den Traum hatte, auszubrechen“, sagt Ryan. Ein fünfjähriges Thailand-Visum (DTV) sichert dem Paar die rechtliche Grundlage – es erlaubt auch Remote-Arbeit, falls nötig.

Wer früh aus dem Arbeitsleben aussteigt, zahlt kürzer in die Rentenversicherung ein – das drückt die spätere Rente dauerhaft, wie die Stiftung Warentest erklärt. Diese Lücke muss vollständig aus dem eigenen Vermögen geschlossen werden. Hinzu kommt, dass laut extraETF die nötigen Sparquoten für viele schlicht unerreichbar sind – ohne Eigenkapital für Immobilien oder ausreichend hohes Einkommen bleibt FIRE ein Traum. Die Blackleys selbst räumen ein: Scheitert das Experiment, kehren sie einfach ins Haus in Großbritannien zurück. Ein Sicherheitsnetz, das die wenigsten haben. (Quellen: Mirror, Raisin, Stiftung Warentest, extraETF) (cgsc)